in USA

Von Ernst Wolff – Mit Forderungen wie “Dry the swamp!” (“Legt den Sumpf trocken!”) präsentierte sich Donald Trump im US-Wahlkampf als entschlossener Gegner des US-Establishments. Millionen am System zweifelnde Amerikaner glaubten ihm und setzten darauf, dass er als Präsident der korrupten Elite des Landes endlich die Stirn bieten werde.

Mittlerweile dürfte den Informierteren unter ihnen klar geworden sein, dass sie nicht nur einem Irrtum aufgesessen, sondern ganz bewusst hinters Licht geführt worden sind: Trump erweist sich seit seiner Wahl als trojanisches Pferd, das den Sumpf nicht etwa trockenlegen, sondern ihm ganz im Gegenteil zu noch größerer Macht verhelfen will.

Und nicht nur das: Wer im Wahlkampf glaubte, mit Hillary Clinton entscheide man sich für die Fortsetzung der US-Kriegspolitik, mit Trump dagegen für ihr Ende, der reibt sich spätestens seit zwei Wochen ungläubig die Augen: Das Kabinett des 45. US-Präsidenten gleicht mit seinen Ex-Generälen und Wirtschaftsbossen eher einer Mischung aus südamerikanischer Militärjunta und der Führungsetage eines Wirtschaftskonzerns als den Kabinetten früherer Präsidenten.

Ein solch offener Betrug am Wähler ist in den USA allerdings nichts Neues, und das hat seinen Grund: Spätestens seit dem Dezember 1913 wird die Richtung der US-Politik nämlich nicht vom Weißen Haus in Washington, sondern von der Wall Street und ihrer wichtigsten Organisation, der US-Zentralbank Federal Reserve, vorgegeben. Beide haben andere Vorstellungen von der Zukunft des Landes als der arbeitende Bürger.

Hinter der US-Politik steht immer die Finanzindustrie

Mit der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 sicherte sich ein Kartell von US-Banken und ihren ultravermögenden Besitzern die Kontrolle über die US-Währung, den Dollar. Sie verwirklichte damit den Traum des Begründers der Rothschild-Dynastie, Mayer Rothschild (1773 – 1855), der einmal gesagt hat: „Gebt mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer deren Gesetze macht.“

Seit 1913 ist die Regierung der USA nicht mehr und nicht weniger als die politische Exekutive der Federal Reserve. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, dem amerikanischen Volk die Interessen der Finanzindustrie als die eigenen zu verkaufen – mit allen Mitteln. Bereits drei Jahre nach der Gründung der Federal Reserve ließ sich der demokratische Kandidat Woodrow Wilson mit dem Versprechen wählen, die USA aus dem in Europa tobenden Ersten Weltkrieg herauszuhalten. Einen Monat nach seiner Amtseinführung erklärte er Deutschland den Krieg.

Warum? Weil die Großbanken der Wall Street milliardenschwere Kredite an England, Frankreich und Italien vergeben hatten und fürchteten, dass sie diese im Fall eines deutschen Sieges würden abschreiben müssen.

Ähnliches gilt für den Zweiten Weltkrieg, bei dem es sich keinesfalls – wie in den meisten Geschichtsbüchern dargestellt – um eine Konfrontation zwischen Demokratie und Diktatur handelte. Zum einen hätten sich Hitlers Nationalsozialisten ohne Kredite der Wall Street niemals an der Macht halten können. Zum anderen stieß die auf dem Boden der USA entstandene und von der Wall Street finanzierte größte Wirtschaftsmaschinerie aller Zeiten zu Beginn der Vierziger Jahre an ihre nationalen Grenzen.

D.h.: Die USA brauchten Märkte, um die Waren, die der heimische Markt nicht mehr aufnehmen konnte, abzusetzen. Hierzu war der Wall Street jedes Mittel recht – von der Teilnahme am Weltkrieg bis zum Abwurf von Atombomben.

Auch die weiteren Kriege der USA – ob Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien – wurden im Interesse der US-Finanzelite geführt. Dasselbe gilt für die mit Hilfe der US-Geheimdienste durchgeführten Putsche in Asien, Afrika und Südamerika, die in keinem einzigen Fall, wie offiziell behauptet, der Abschaffung von Diktaturen dienten. Jüngstes Beispiel ist die Militärjunta in Ägypten: Sie kann sich nur auf Grund der finanziellen und militärischen Unterstützung der USA an der Macht halten. Im übrigen ist Saudi-Arabien, eine der rückständigsten Diktaturen der Erde, seit Jahrzehnten der engste Verbündete der USA im Nahen Osten.

Das System hat sich längst verselbständigt

Im Verlaufe ihrer über einhundertjährigen Geschichte hat sich die US-Finanzindustrie einen riesigen Apparat geschaffen, durch den sie ihre Macht über alle Bereiche der amerikanischen Gesellschaft ausübt. Sie beherrscht sämtliche Märkte, den militärisch-industriellen Komplex, die Medien und die Politik.

Wahlen dienen innerhalb dieses Systems nur dazu, die amerikanische Bevölkerung in dem Irrglauben zu wiegen, sie habe ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der eigenen Geschicke. Der in jedem Wahlkampf hochgespielte Konflikt zwischen Demokraten und Republikanern erweist sich bei näherem Hinsehen als seit Jahrzehnten wirksames Mittel, um kritische Strömungen innerhalb der Bevölkerung aufzufangen und so ein politisches Ausbrechen größerer Bevölkerungsteile zu verhindern.

Genau dieser Mechanismus lässt sich im zurückliegenden Wahlkampf am Beispiel Bernie Sanders nachverfolgen: Wie inzwischen durch Wikileaks-Emails belegt, diente Sanders Wahlkampf von Anfang an dazu, solche Wähler zurückzuholen, die der Demokratischen Partei den Rücken kehren wollten und sie – nach seinem bereits vorher mit der Parteispitze vereinbarten Rückzug – der von Sanders im Wahlkampf heftig angegriffenen Hillary Clinton als „kleinerem Übel“ zuzuführen.

Ähnlich wie Sanders setzte auch Donald Trump im „Wahlkampf“ auf eine durch die tiefe Unzufriedenheit der Bevölkerung ausgelöste Proteststimmung, nur dass er diese nicht wie Sanders in vermeintlich sozialistische, sondern in nationalistische Bahnen lenkte („Make America great again!“) und dabei immer wieder den „Kampf gegen das Establishment“ beschwor.

Viele oberflächliche Beobachter nahmen deshalb an, der zum Milliardär aufgestiegene Baulöwe wolle den „Sumpf in Washington“ tatsächlich trockenlegen. Eine solche Wandlung allerdings ist in etwa so realistisch wie die Quadratur des Kreises: Sie würde bedeuten, dass die US-Finanzindustrie nach einhundert Jahren unumschränkter Diktatur tatenlos zusähe, wie ihr mit parlamentarischen Mitteln die Macht aus den Händen genommen wird…

Trumps Amtszeit wird vom Niedergang der USA bestimmt

Inzwischen entpuppt sich Donald Trump als ein Präsident, der sich bei seiner Machtausübung stärker als jeder seiner Vorgänger auf die Finanzindustrie und das Militär stützen will. Das ist kein Zufall, denn Trump übernimmt das Amt in einer Zeit monumentaler Probleme, die sich kontinuierlich verschlimmern und mit unerbittlicher Logik auf einen Crash des Finanzsystems und das Ende der weltweiten Dollar-Herrschaft hinauslaufen.

Seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Gefolge der Subprime-Hypothekenkrise wird das globale Finanzsystems nur durch ein historisch nie dagewesenes Ausmaß an Manipulation durch die Federal Reserve und andere Zentralbanken am Leben erhalten. Seit 2008 sind zweistellige Billionenbeträge an Geld gedruckt und weltweit von den Zentralbanken mehr als 670 Mal die Zinsen gesenkt worden.

Diese Maßnahmen haben nicht etwa, wie angeblich beabsichtigt, zur Erholung der Realwirtschaft geführt. Die Gelder sind fast ausschließlich in die Finanzspekulation geflossen und haben riesige Blasen an den Anleihe-, Aktien- und Immobilienmärkten erzeugt. Konservative Anleger sind auf Grund der Niedrigzinsen stärker denn je ins Risiko gegangen, zahlreiche systemrelevante Großbanken in aller Welt werden nur noch künstlich über Wasser gehalten, das System ist zerbrechlicher als je zuvor.

Bei Staatsschulden von knapp 20 Billionen US-Dollar warten auf die arbeitende Bevölkerung der USA auch nicht die von Trump versprochenen gut bezahlten neuen Arbeitsplätze, sondern Austeritätsprogramme mit drastischen Kürzungen aller Art. Sobald die Inflation stärker auf die Realwirtschaft durchschlägt, wird sich die Tatsache, dass 60 % der Amerikaner nicht mehr als 1.000 Dollar Rücklagen haben, bitter rächen. Wenn Trump, wie angekündigt, dann auch noch mit Steuererleichterungen für die Ultrareichen aufwartet, wird es in den USA zu schweren sozialen Auseinandersetzungen kommen.

Genau dann wird sich zeigen, warum das US-Establishment, das lange Zeit auf Hillary Clinton gesetzt hatte, in der Endphase des Wahlkampfes umgeschwungen ist und Trump den Vorzug gegeben hat: Zur Niederschlagung der durch die gegenwärtige Entwicklung des Finanzsystems unvermeidlichen sozialen Explosion wird zunächst eine Regierung gebraucht, die von den wahren Schuldigen an der Wall Street ablenkt und dem Volk Sündenböcke in Form von Minderheiten vorwirft – wofür Trump sich im Wahlkampf unter anderem durch seine Ausfälle gegen Muslime empfohlen hat.

Sollte das nicht funktionieren, wird eine Regierung im Stil südamerikanischer Diktaturen gebraucht, die die soziale Frage mit Gewalt löst – also ein Kabinett wie das von Donald Trump, in dem der Bereich der „nationalen Sicherheit“ direkt in den Hände von Militärs gelegt wurde.

Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das habe ich doch gestern auf „contra-magazi“ gelesen!
    Und auch hier gibt NP wieder vor, als wäre es von ihnen!
    Man könnte fast glauben, man befindet sich auf den MSM, wo die „dpa“ für alle MSM die Artikel schreibt, bzw. verteilt!

    Auch diese Aussage ist nicht nachvollziehbar, „Genau dann wird sich zeigen, warum das US-Establishment, das lange Zeit auf Hillary Clinton gesetzt hatte, in der Endphase des Wahlkampfes umgeschwungen ist und Trump den Vorzug gegeben hat.“
    Denn sie stimmt nicht und ist bis heute nicht der Fall, da das Establishment bis heute wie verrückt gegen Trump kämpft und hetzt!

    • Schließe mich Ihnen vorbehaltlos an. Schade, ich fand das Format hier eigentlich sehr ansprechende. Qualitätsmäßig aber ein Fail nach dem anderen und den „mission statement“ nach ein freies Medium zu sein ist ja schön und gut, aber ohne Qualitätssicherung? Es erscheinen recht wenige Artikel hier – Vielleicht geht die Rekation ja deshalb immer wieder „Kompromisse“ in der Qualität ein? Was sagt denn die gute Redaktion dazu – Hallo?

    • Der Artikel stammt weder direkt von NEOPresse oder vom contra-magazin, sondern vom Autor der in der ersten Zeile des Artikels genannt wird. Er stellt seine Artikel verschiedensten Portalen zur Verfügung.

  2. Starke Überschrift an den Anfang gestellt. Gähnende Leere danach. Beschreibung der prekären Wirtschaftslage der USA und Beschreibung der Verstrickung von Finanzelite, FED, etc. mit einer Marionettenregierung. Soweit so gut. Aber kein einziges wirklich griffiges Argument um die heftige These am Anfang zu stützen. Sind wir jetzt hier bei NEOpresse auch schon bei der Bildzeitung angekommen? Kann mir Jemand erklären, warum es so in Mode ist, bar jeder Argumentation Behauptungen in die Welt ab zu sondern?

  3. Auch ich glaube, das ist zu pauschal: Wer begriffen hat, wie dieses Finanz-Establishment/Bilderberger/Illuminati/ scull&bones-Imperium funktioniert – und wer sich mit Brezezinski beschäftigt hat, der wird deutlich erkennen, dass Trump nicht der Beugsame ist – und deshalb bis heute angegriffen wird.
    Aber er hat gute Leute: Bannon>man recherchiere!, Gen. Flynnt, Dr. Ben Carson…usw. sind auf seiner Seite. Der Riss geht nicht mehr durch „links oder rechts“, „Demokraten oder Republikaner“, sondern eher nach Buffetts arroganter Äusserung, „der Krieg der Reichen gegen die Armen hat begonnen – und die Reichen werden gewinnen“. Trump sieht sich an der Spitze eines spirituellen Kampfes – mit Leuten, auf die er sich verlassen kann.

  4. Hier, neopresse, DAS wäre mal eine Nachricht, die Ihr hättet kopieren sollen

    https://www.contra-magazin.com/2016/12/usa-homeland-security-hackte-sich-in-wahldatenbank-georgias/

    Die US-Behörden selber steckt hinter den Hackerangriffen!

    Auf allen MSM geht die Lügen-Hetze, das Putin selber alles gehackt hätte, weiter um! Die schlimmste Propaganda-Seite „t-online.de“ hatte es heute morgen als Top-Schlagzeile!
    Da müßte an überall, dieser widerlichen MSM-Hetze die Wahrheit entgegensetzen, aber „t-online.de“ weiß schon, warum sie keine Links zulassen u.bei politischen Themen keine Kommentare erlauben! DARUM wäre es um so wichtiger, das SOWAS von den „alternativen Medien“ berichtet wird, auf das die Lügen-Propaganda, der MSM, zerstört wird!

  5. Trump mag unbequem sein, doch die Auswahl seiner Minister, zeigt doch nur, das der Geldadel nun die Politik direkt macht. Die Puppenspieler stellen sich selber auf die Bühne. Ich glaube, wir werden uns noch ganz groß die Augen reiben bei dem was Trump uns noch so gutes tun wird.

    Falschmeldungen wird es auch in den alternativen Medien weiterhin geben. Wir müssen eben kritisch gegenüber ALLEN Medien und Nachrichten sein und sie hinterfragen. Wir werden von allen Seiten angelogen, egal ob USA, EU oder Russland. Keiner sagt uns freiwillig die Wahrheit, sofern man dabei nicht gut wegkommt.

    Es gibt keine guten Bomben, den alle töten. Egal wer sie wirft.

  6. Unglaublich.. Das Establishment muss nur Ihre Richtung in den Medien ändern, sprich eine Empörung über Trump vortäuschen und das genügt anscheinend bereits um all die möchtegern Aufgewachten hintes licht zu führen…
    Man eee ich hätte wirklich mehr erwartet auch in meinem persönlcihen Umkreis!…aber anscheinend ist das so wenn man sich nür übers Netz informneirt und keine Bücher liest…verdammt macht mich sauer! merk Ihr nicht das ihr im Prinzip noch auf gleicher Stufe wie die Masse sind?

    • @Angus Jung – Wenn Sie wirklich glauben, das z.B. ein Soros Milliardär geworden ist, weil er auch noch absichtlich auf´s falsche Pferd setzt und einfach mal so umsonst in den letzten 3 Jahren (vor der Wahl) einen 3stelligen Mio.Betrag in Clinton investiert hat (+ seine ganzen Netzwerke in Stellung) und jetzt nochmal einen 2stelligen Mio.Betrag investierte, um Trump doch noch zu verhindern, dann ist IHNEN nicht zu helfen!
      Und SIE, der sich selber für den „Aufgeweckten“ hält, sind das Schlafschaf !
      Es ist die eine Sache Empörung vorzutäuschen (die es auch zum Nulltarif gibt), aber Clinton´s Gönner (siehe geleakte Mails) investieren nicht diese riesen Summen umsonst, einfach mal so, um sie aus purer Absicht zu verbrennen!