in Politik

Nachdem es um die ukrainische Regierung eng geworden ist und immer neue Oligarchen an der Spitze des Landes ihr Unwesen treiben, beabsichtigt nun offenbar die US-Regierung Natalie Jaresko, eine ehemalige US-Bürgerin und Mitarbeiterin im Außenministerium, als Regierungschefin einzusetzen.

Im Eilverfahren waren im vergangenen Jahr drei Ausländer in der Ukraine eingebürgert und zu Ministern ernannt worden. Neben Natalie Jaresko, die Finanzministerin wurde, erhielten auch der Georgier Alexander Kwitaschwili und der Litauer Aivaras Abromavicius per Präsidentenerlass die Staatsbürgerschaft der Ex-Sowjetrepublik. Das teilte das Büro von Staatschef Petro Poroschenko am Dienstag in Kiew mit. Die Amerkanerin Jaresko hatte über 20 Jahre lang in der Ukraine gearbeitet und davor mehrere Posten im US-Aussenministerium bekleidet.

Nun beabsichtigt die US-Administration ganz offensichtlich sie zur Regierungschefin zu machen. Die Möglichkeit bietet sich, weil das Chaos an der Spitze der Ukraine immer größer wird. Am 16. Februar 2016 forderte Präsident Poroschenko den Rücktritt Jazenjuks als Ministerpräsident, da ihm seit längerem vorgeworfen wird, Reformen zu verschleppen. Am Abend des selben Tages überstand Jazenjuk nur knapp ein Misstrauensvotum in der Werchowna Rada. Gleichzeitig gab Sergej Taruta, ein bekannter Oligarch, der Warschauer Gazeta Wyborcza ein zweiseitiges Interview. Darin schlägt er vor, die einstigen Oligarchen sollten eine Technokratenregierung unter Umgehung des handlungsunfähigen Kiewer Parlaments bilden.

Die USA nutzen nun diese Gelegenheit. Die „Junge Welt“ berichtet: „Washington drängt darauf, die gegenwärtige Finanzministerin und ehemalige US-Bürgerin Natalie Jares­ko zur Regierungschefin zu machen. Nach Arseni Jazenjuk, den Nuland 2014 als »unseren Mann« bezeichnet hatte, kräht in Washington dagegen offenbar kein Hahn mehr.“

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22 Kommentare

  1. Warum annektieren die nicht gleich die Ukraine offiziell als US-Kolonie, statt all die im Dienste des US-Kapitals stehenden Söldner dorthin zu schicken und den Schein zu wahren?

  2. Die Finanzministerin haben sie eh schon aus den USA importiert, den Gouverneur von Odessa aus Georgien, was spricht also dagegen? Poro wird alles tun, um den Amis zu gefallen. Wichtig ist nur, dass die Hetze gegen die Russen weiter geht! Der militärische komplex der Amis braucht einen Feind, damit man die Aufrüstung und Milliarden Ausgaben weiter hochhalten und legitimieren kann.

  3. Blitzeinbürgerungen, von US-Staatbürgern, als ausländische Marionetten-Minister, wie z.B. in der Ukraine, ist doch nichts neues!
    Nur „komischweise“ regen sich da unsere „Qualitätsmedien“ nicht drüber auf!
    Ganz im Gegenteil, man verschweigt es lieber gleich, genauso wie sich das US-Establishment die ukrainischen Filetstücken unter den Nagel gerissen hat.

  4. Warum annektieren die nicht gleich die Ukraine offiziell als US-Kolonie, statt all die im Dienste des US-Kapitals stehenden Söldner dorthin zu schicken und den Schein zu wahren?

  5. Eigene Politiker in Ämter im Ausland zu setzen ist kriminell! Ganz egal ob eingebürgert oder nicht. IM grunde vertreten die dann nur die Politik des eigenen Landes.

  6. Wäre es nicht konsequenter, der Ukraine direkt den Status eines US-Überseegebiets zuzuweisen, ungefähr nach dem Muster von Puerto Rico? Sowohl die ukrainischen als auch die EU-Eliten fühlen sich als US-Amerikaner und dürften mit einer solchen Lösung glücklich sein. Die Masse der Bevölkerung bekommt von der Status-Änderung ohnehin nichts mit bzw. wird nicht gefragt. Wo also liegt das Problem?

  7. Na und? Hitler war auch Österreicher und wurde Reichskanzler in Deutschland. Putin ist Chef der Krim.
    Erdogan regiert einen Teil von Zypern. China regiert Tibet. Die EU, China und die USA regieren Afrika. Die Börse, Quandt, Pierch, Mohn etc. regieren Deutschland.
    Margot Honecker steuert Angela Merkel seit 30 Jahren. Donald Trump ist Ferengi. Die dunkle Seite der Macht entwirft das Fernsehprogramm. Haider regiert aus dem Jenseits immer noch Kärnten.
    Ist doch alles wie immer.
    Ein Lob der Torheit…..

  8. In den USA saßen und sitzen nur irgendwelche Ausländer auf dem Präsidentenposten.
    Jetzt gerade einer mit afrikanischen Wurzeln.
    Einheimische/Ureinwohner (Indianer) wurden nicht mal gefragt. Immerhin dürfen sie jetzt (200 Jahre später) am Spiel „Demokratie“ in der Rolle eines Kreuzchenmachers teilnehmen.

    • @ Stephan , deine Idee hinsichtlich der Frage: wer wird der nächste US Präsident? finde ich lustig.
      Frei nach der amerikanischen Phantasterei, dass es dort jeder vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen kann. Es dürfte dann auch möglich sein, dass man nach dem Starkpigmentierten zunächst eine Frau auf den Präsidentenstuhl setzt und danach dann einen Indianer mit Wuzeln zu den Siox oder den Cherokee.

      Damit wäre dann der „Beweis“ erbracht, dass in den USA jeder eine Chance erhält.

      Warum aber so viel Mühe entfalten, und nicht gleich einen Pinocchio dort auf Dauer hinsetzen!

      Würde sich auch für die Ukraine als Lösung anbieten.

      • Wird schwierig mit Pinocchio. So lang ist kein Präsidentenpalast. Auch würde er immer umfallen bei dem Gewichtsüberhang an besagten Stellen.
        Aber logisch wäre es schon. Also Pinocchio´s, für alle Paläste. Oder haben wir nicht schon zu viele?

  9. Wo bleibt die Neutralität der Ukraine? Überall mischt die USA mit und hinterlässt Schutt und Asche, es geht wie immer nur um wirtschaftliche und militärische Interessen und nicht wie immer wieder behauptet um Menschlichkeit.