in Politik

Moos kauen: Da kommen jetzt wirklich harte Zeiten auf uns zu, nur damit Europa im Verbund mit den USA ein weiteres Armenhaus an die EU angliedern kann, die Ukraine. Selbstverständlich braucht man die Region am schwarzen Meer ganz dringend für die NATO, um dort später Militärstützpunkte zu errichten, die quasi in Wurfweite zum „Bösen Putin“ gelegen sind.

Dies umso mehr, als dass Putin sich ziemlich uneinsichtig zeigt, fortwährend was von russischen Interessen faselt, wobei selbst er inzwischen begriffen haben sollte, dass es nur amerikanische oder westliche Interessen auf diesem Planeten geben kann. Russische Interessen sind der Menschheit generell fremd und daher abzulehnen.

Einmal mehr konnten wir im Kreml die verschnupften Flöhe husten hören. Bei weiter anhaltendem Verfall des Rubel, woran seitens der USA und der EU außerordentlich hart gearbeitet wird, ist wohl der Putin für die kommende Karnevalssaison genötigt die Gaspreise ordentlich erhöhen zu müssen, vielleicht sogar zu verdoppeln. Das wäre doch mal eine angemessene Sanktionsreaktion, oder? Unter umweltpolitischen Gesichtspunkten wäre es mit Sicherheit voll auf Linie der Grünen, sollte doch der Liter Sprit schon längst fünf Mark pro Liter kosten.

Zugegeben, Russland und auch Putin speziell sind nicht Erfinder dieses brandheißen Gesellschaftsspiels. Sanktionopoly gibt es in dieser Form tatsächlich erst seit 2014, ist völlig neu auf dem Markt und die Regeln sind noch nicht ganz ausgereift. Eine der Hauptregeln in der aktuellen Spielrunde lautet: „Putin ist Schuld“. Alle Urheberrechte daran werden übrigens von den USA gehalten. Europa, als treuer US-Vasall, darf hier aber als Trittbrettfahrer beim Spielführer an vorderster Front mitmischen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, muss noch erwähnt werden, dass weder Russland noch Putin hierbei mitspielen wollten. Aber man kennt ja die unwiderstehlichen Gesten bestimmter Wirtschaftsmächte und nordatlantischer Terrororganisationen, bei deren Spieleinladungen kann sich einfach niemand entziehen.

Oh Gott, was ist denn jetzt schon wieder schief gelaufen? Alles vertauscht? Putin hat doch gar nicht gedroht, obwohl er jetzt bei korrekter Auslegung des Spielregeln voll am Zug gewesen wäre! Die Sache liegt offensichtlich mal wieder ganz anders. Bei diesem elenden Sanktionopoly hat doch just die Merkel erst wieder aufgedreht und blähte ordentlich in Richtung Russland: Merkel warnt Russland vor weiteren EU-Sanktionen … [ZEIT], aber wer soll das bei diesen schnelllebigen Spielrunden noch auf den Schirm kriegen. Und der Grund für diese neuerlichen verbalen E(U)skapaden ist die abweichende Meinung die Russland in Sachen Ost-Ukraine völlig grund- und haltlos vertritt. So eine Meinung muss einfach bestraft werden. Blöd nur, wenn man nicht weiß mit was man eigentlich genau drohen will, das ist auch der Merkel noch nicht eingefallen. Da wird dann pauschal präzise von der Verschärfung von irgendwas unaussprechlichem gefaselt. Hauptsache man hat anständig gedroht, es hörte sich gar grausam an und die Presse hat wieder ihr gefundenes Fressen für die tägliche Ängstigung ihrer Leserschaft.

Natürlich steht Merkel an vorderster Front nicht allein als Held da. Grobe Töne in derselben Sache schrillen auch aus dem Weißen Haus über den großen Tümpel. Ukraine-Konflikt: USA und Europa kündigen weitere Sanktionen an … [Yahoo]. Von den USA weiß man, dass der Umsatz mit Russland seit Inkrafttreten diverser Sanktionen neue absolute Höhen erklommen hat. Das liegt daran, dass sich andere Länder an die von den USA verhängten Sanktionen halten müssen, die USA hingegen muss es nicht so genau nehmen, um auch weiterhin einen deeskalierenden Eindruck gegenüber der Weltöffentlichkeit vermitteln zu können.

Alles in allem sind die bisherigen Sanktionen knallharte Erfolge. Die Wirtschaft in Europa bricht ein, der Euro verfällt, bald müssen wieder Arbeitsplätze abgebaut werden, die man dann irgendwann mit noch billigeren Arbeitskräften aus der Ukraine besetzen kann. Und auch die militärische Eskalationsspirale kommt nicht zu kurz. Aufgrund der Bedrohungslage muss die NATO immer weiter nach Osten vorrücken, dem bösen Bären ins Antlitz schauen zu können.

Dazu wird sie (die NATO) schon von den neuen Mitgliedern an der Ostfront gezwungen, weil die sonst tierische Angst haben. Und wenn Zentraleuropa endlich eines Tages wieder eingeäschert ist, dann kann auch ein echter Wiederaufbau beginnen. Kennen wir nicht alle noch diese legendären Wirtschaftswunderzeiten aus den 50er und 60er Jahren? Auch da werden wir uns auf unseren besten Freund, Onkel SAM, verlassen können. Wenn es soweit ist (nach der vorherigen gewaltsamen Befreiung), werden sie auch ausreichend günstige Kredite zur Verfügung stellen, um das alles hier korrekt wuppen zu können, das Rad von neuem in Bewegung zu setzen. Na, wie wär’s? Ist doch ein tolles Spiel, oder? Schon Lust bekommen auf eine richtige Runde Sanktionopoly, so mit allen „Special-Effects“ die man sich so vorstellen kann? Wer macht freiwillig bei diesem irren Eskalationsrennen mit?

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ich würde sagen, die neue Weltordnung hat den Verstand verloren. Jetzt rennt sie herum und nimmt sich das Recht anders meinende zu belehren und zu bestrafen. Die neue Weltordnung ist jung, dumm und verwirrt. Sie könnte bald eins auf die Mütze kriegen.

  2. Mal wieder eine koestliche Satire.

    Trotzdem wuerde ich mir weniger Rechtschreibefehler auf NEOPresse wuenschen, damit die verzweifelten Kritiker sich daran nicht immer ergoetzen koennten.