in Politik

Die extremistische Miliz des „Islamischen Staates“ ist massiv in Afghanistan zurückgekehrt. „Wir haben die Lage falsch eingeschätzt!“, so der EU-Sonderbeauftragte Franz-Michael Mellbin. „Der IS wächst in Afghanistan zu einer zweiten Gefahr heran! In den vergangenen Wochen hat sich die Gruppierung neu formiert und Orte in der Provinz Nangarhar verwüstet, Stammesführer brutal ermordet, Dorfbewohner gefoltert und misshandelt, Kämpfe mit den Taliban geführt, ganze Familien gefangen genommen und rigorose Regeln für Frauen verhängt.“

Die Brutalität, mit der die Terrormiliz dabei vorgeht, ist selbst für afghanische Verhältnisse beispiellos, so dass immer mehr die Provinz verlassen oder sogar ganz aus Afghanistan fliehen. Das belegt auch der Anstieg der momentanen Flüchtlingszahlen aus dem Land.

Das Augenmerk der Welt war in der vergangen Zeit auf die anderen Krisenherde in Syrien und dem Irak gerichtet. Erst nach der Großoffensive der Taliban und der damit verbundenen Einnahme der Stadt Kunduz und dem Bombardement eines Krankenhauses durch das US-Militär,  rückte Afghanistan wieder mehr in das Geschehen. Dadurch, dass fast alle Sicherheitskräfte und die afghanische Armee mit den Kampfhandlungen im Norden des Landes beschäftigt waren, konnte der „IS“ fast zeitgleich in der östlichen Region, in der Umgebung der Provinzhauptstadt Jalalabad, im Grenzgebiet zu Pakistan, Fuß fassen.

Die Hoffnungen, der „IS“ würde in Afghanistan nur eine Randerscheinung bleiben, haben sich nicht bestätigt. Hatte man noch vor einem Jahr die mögliche Präsenz der Miliz auch in Afghanistan als eher unwahrscheinlich angesehen und als „versprengte“ Ex-Taliban Gruppierungen abgetan, so schaffen die radikalen Islamisten nun aktuelle Fakten. Der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten, verschob sich von der Südprovinz Helmand, in das am schwersten unter Kontrolle zu bringende Gebiet, den Osten des Landes.

Eigentlich galt der „IS“ in Afghanistan schon als besiegt, da zahlreiche US-Drohnen Angriffe hunderte Kämpfer und deren Kommandeure ausgeschaltet hatten. Geheimdienstmitarbeiter kümmerten sich um die „Anwerber“. Doch nun, anhand der neusten Berichte wird deutlich, dass die Situation eskaliert. . Ausgehend davon, dass sich  Kämpfer der Taliban und des „IS“ ebenfalls zuletzt heftige Kämpfe lieferten, ist wenigstens keine Allianz der beiden Gruppierungen zu erwarten.

Der Islamische Staat hat in der Region besondere Interessen, sind nicht wenige der Anhänger davon überzeugt hier ihr weltanschauliches Kalifat zu errichten und den Kampf gegen die „Ungläubigen“ von dort aus zu koordinieren. Unklar ist allerdings, wie die Miliz Kämpfer rekrutiert und wie der Nachschub an Waffen, Gerät und Munition verläuft. Auch, ob die Einheiten Verbindungen mit den andern Kämpfern in Syrien und dem Irak haben, konnte noch nicht festgestellt werden. Im Gegensatz zu den Konflikten in Syrien und Irak, wo Sunniten und Schiiten aufeinander treffen, kämpfen in Afghanistan in der Regel Sunniten, meist aus den gleichen paschtunischen Stämmen, gegeneinander.

US-Präsident Obama verlängerte aufgrund der neuen Lage gerade erst die Truppenpräsenz der USA in Afghanistan. Eigentlich sollte bis 2016 ein vollständiger Abzug erfolgen, ausgenommen die Sondereinheiten der Geheimdienste und den private Sicherheitskräfte. Schließlich geht es auch darum zu verhindern, dass der „IS“ Kontrolle über die meist im Süden liegenden Drogenanbaugebiete erhält. Afghanistan hat seit der amerikanischen Intervention den Opiumanbau stetig gesteigert und ist hier mit Abstand die Nummer eins auf dem Weltmarkt. Ein Milliarden-Dollar Geschäft!

Quellen: Die Welt (Im Schatten der Taliban), Contra-Magazin, Washington Post, Intercept Newsline, Spiegel-Online

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Amerika soll nicht präsenzen, sondern kämpfen !
    Oder soll das jetzt auch der Russe machen ?
    Ich sach‘ dir ma was, Du bekloppter Ami, – Du hast den Scheiß zu verantworten und Du sorgst jetzt dafür, das der Scheiß ZUFRIEDENSTELLEND ein Ende nimmt, oder Du kannst dir dein TTIP komplett an die Hinterbacke schmieren !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • … jetzt mal ganz im Ernst, wie lange eiern die Feiglinge da unten schon rum, wieviel „Material“ haben die schon verheizt, die Schwachmaten ? Wer mit Waffen nicht umgehen kann, kriegt auch keine mehr ! Die haben angeblich das größte u. stärkste Militär, und kriegen die paar Bart- u. Turbanträger nicht geregelt ! – schwache, – sehr schwache Vorstellung !!!
      Ich glaub‘ vor denen braucht sich keiner fürchten, wenn die hier auf ihrer Scheiß US-Base Ramstein einen Krieg anzetteln wollen, brauchen wir die nur zu einigen tausend umzingeln, reingehen u. Schachmatt setzen ! Fertig mit lustig !
      Echt, wie peinlich, da muss erst Putin kommen und den Angebern vormachen wie’s geht !

      • Ja eben, ich lach mich auch schon längst schlapp. Die USA schafft es, innerhalb weniger Tage den gesamten Irak einzunehmen plus 600 000 Menschen zu töten, aber so ein Horde daher gelaufener Affen kriegen sie nicht unter Kontrolle? (Soll Putin selbst gesagt haben) Ich kann diese IS auch nicht ernst nehmen.

  2. Wenn ein Land auf der Welt resistent gegen Besatzung ist, dann ist es Afghanistan. Wenn es darum geht fremde zu verjagen, dann kämpfen die Afghanen bis zum letzten Mann. IS wird es langfristig schlecht gehen in Afghanistan. IS sind die Diener von Zionisten, um deren Pläne in mittleren Osten zu erreichen. Es geht nicht um das Khalifat. Diese dümmliche Kreaturen haben eine Prophezeiung der Endzeit in Islam so angenommen, um es so darzustellen, als ob Muslime Muslime umbringen. Es geht um die Reduzierung und Genozid der Araber um Israel herum. Das heilige Land soll von Nildelta bis nach Euphrat sein. Sprich der Messias wird nicht kommen, solange das heilige Land nicht unter zionistische Herrschaft ist. Das ist sei wohl von Ägypten bis Iran.