in Naher Osten

Seit Ende letzten Jahres haben sich die Planungen der USA für eine Lösung des Syrienkonflikts verdichtet.

Im November 2015 erschien in „Foreign Affairs“, einer offiziellen Publikation des CFR (Council on Foreign Relations) ein Artikel von Barak Mendelsohn, Professor für Politikwissenschaften am Haveford College und leitender Wissenschaftler am „Foreign Policy Research Institute“ (FPRI). In seiner Abhandlung „Divide and Conquer in Syria and Iraq“ zeigt Mendelsohn Argumentationen und Lösungen für die Problematik in Syrien und dem Irak auf. Hierbei geht es darum, die verfeindeten Seiten zu trennen und in der endgültigen Zielsetzung einen neuen, unabhängigen sunnitischen Staat (Sunnistan) zu schaffen.

Priorität hat hierbei, die Unterstützung großer Teile der Bevölkerung zu erlangen, was nur durchsetzbar ist, wenn den Sunniten im Ergebnis ein eigener Staat zugestanden wird. Dieser Staat wird Teile Syriens und des Iraks beinhalten. Die ursprünglich, künstlich gesetzten Grenzen durch Briten und Franzosen ergeben keinen Sinn mehr, erst Recht nicht, nachdem in Syrien und im Irak so viel Blut vergossen wurde. Die wirklich gewordene Manipulation eines Stellvertreterkrieges zwischen Sunniten und Schiiten war nicht unvermeidlich und findet nur ein Ende, wenn die verfeindeten Parteien voneinander getrennt werden.

Die von Mendelsohn angeratene Lösung ist hierbei nicht ganz neu und ist Teil einer Strategie, die von den Westmächten, seit Jahren, im Nahen Osten verfolgt wird. Der ehemalige US-Außenminister und CFR-Mitglied Henry Kissinger, referierte 2013 seinen Wunsch nach einer Art „Balkanisierung“ Syriens, in der Folge mit mehr oder weniger autonomen Zonen. Ein Schlüssel ist allerdings immer noch die Person des syrischen Präsidenten Assad. Vieles würde alle Planungen sicherlich erleichtern, wäre er zu überzeugen ins Exil zu gehen.

Die Bildung von „Sunnistan“ in der Region wurde vor kurzem auch vom ehemaligen US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, befürwortet. „Den „Islamischen Staat“ zu besiegen, das gelingt nur mit der Schaffung eines sunnitischen Staates!“, so Bolton. Dieser Staat bilde dann ein Bollwerk gegen Bashar al-Assad und Bagdad. Eigentlich war genau das schon immer Strategie der USA: Die Schaffung eines sunnitischen „Mikro-Staates“ im Osten Syriens und im West-Irak, was eine Isolation Assads bedeuten würde. In einem 2012 freigegebenen Bericht der „Defense Intelligence Agency“ (DIA), zeigen Dokumente die Befugnisse zur Unterstützung der syrischen Opposition. In dem Papier geht es um die Schaffung eines „salafistischen Fürstentums“ in Ost-Syrien, umgesetzt durch entsprechende westliche Länder, die Golfstaaten und der Türkei.

Hinsichtlich des Irak, wurde der Plan das Land in drei Teile aufzugliedern, schon zum Überdruss, von der US-Regierung und führenden Militärs befürwortet. Diese Drei-Staaten- Lösung wäre das am machbarste Ergebnis gewesen, das führte auch Leslie Gelb, früherer Präsident des CFR, bereits im Jahre 2003 an. 2006 wurde von Oberstleutnant Ralph Peters eine potentielle Karte vom „neuen“ Mittleren Osten vorgestellt, mit einem freien kurdischen Staat im Nordirak, einem sunnitischen Teil im Westen und einem arabisch, schiitischen Staat im Osten. Zur selben Zeit plädierte US-Vizepräsident Joe Biden für einen dezentralen, irakischen Staat, mit einer Machtverteilung auf drei „ethno-religiösen“ Gruppierungen. Andere Planspiele gingen sogar soweit aus 5 Ländern 14 Staaten zu bilden, wobei hier auch gleich Libyen aufgeteilt wurde.

Für den russischen Außenminister Sergej Lawrow sind diese Planungen und das Errichten neuer Staatengebilde „nicht akzeptabel!“. Lawrow erklärte: „Ich sehe das als Social-Engeneering und bewusste Zustandsmanipulation bestehender Strukturen, gesteuert von weit außerhalb. Schiiten, Sunniten und Kurden sollten selbst bestimmen, wie und wo sie zusammenleben wollen.“

Das alte imperialistische Prinzip von „teilen und herrschen“ ganz nach Barak Mendelsohn ist damit weiter die gängige Strategie der westlichen Mächte und die USA wissen sehr wohl, ein Schaffen von „Sunnistan“ ist Wasser auf die Mühlen des „Islamischen Staates“, die dieses neue Staatengebilde direkt als das ihre ansehen und in aller Gelassenheit und neu gestärkt aus dieser Situation hervorgehen. „Sunnistan“ als sicherer Rückzugsort für die Terroristen dieser Welt.
Derzeit verstärken die USA und ihre Verbündeten die Planungen für „Sunnistan“ und wollen mit dem nun schon dritten Regierungs- und Ausbildungsprogramm, die Operationen in Syrien zu einem, für sie erfolgreichen, Abschluss bringen. Der Türkei fällt hierbei eine gesonderte Rolle zu, da diese hierzu „moderate“ syrische Rebellen gewinnen und ausbilden soll. Die nun umzusetzende Strategie soll das syrische Volk mehr einbinden und überzeugen. Kernpunkt ist, die sunnitischen Kämpfer im Inneren der Region zu halten und diesen so nicht zu ermöglichen, die entsprechenden Länder zu verlassen. So will die US-Außenpolitik den Extremismus im Ausland, spezifisch in Europa eingrenzen. Auch hier wird die Türkei eine wichtige Rolle spielen, da diese seit 2011 nie den wirklichen Versuch unternommen hat, die Grenze zu sichern. Fazit: Der Staus Quo der Türkei muss verstärkt werden.

Letztendlich ist das, was John Bolton anführte und auch von Patrick Henningsen, einem investigativen Journalisten beschrieben wird, nicht eine sichere Zone für das syrische Volk, sondern ein Rückzugsort für sunnitische Kämpfer und Terroristen. Hierzu passen die bereits angelaufenen Gespräche zwischen Washington, London, Paris und Riad, bezüglich einer allgemeinen „Generalamnestie“ für alle in Syrien und Irak kämpfenden extremistischen Kräfte. Kopfzerbrechen dürfte den verantwortlichen Planern aber immer noch die Personalie Bashar al-Assad bereiten, der trotz aller Anstrengungen und Propaganda immer noch einen großen Rückhalt in Teilen des syrischen Volkes genießt.

Die USA jedenfalls, scheinen ihr Interesse um das Schicksal des syrischen Präsidenten erheblich korrigiert zu haben. Der ehemalige syrische Ministerpräsident Riyad Hidschab, jetzt Mitglied der syrischen Opposition, sprach von einer „Aufweichung“ der Politik Washingtons gegenüber dem syrischen Präsidenten. So hatten die USA, nach Abschluss des Syrienabkommens unter Mitwirkung der UN, gegen Ende letzten Jahres, eine entsprechende Resolution bezüglich des Schicksals von Assad, schlichtweg ignoriert. Natürlich spielen auch die bevorstehenden Wahlen in den USA eine Rolle, so dass es schwierig erscheint eine kohärente Politik an den Tag zu legen. Außerdem ist es äußerst diffizil, die im Abkommen vereinbarten Friedensgespräche umzusetzen, wenn sich z.B. die Verantwortlichen der syrischen Opposition, um Riyad Hidschad, nicht an den Gesprächen beteiligen wollen. Tatsächlich gibt es einen großen Unterschied zwischen der Außenpolitik, wie sie der Öffentlichkeit im Westen verkauft wird und den wirklichen Gegebenheiten in Syrien.

ANZEIGE

Dein Kommentar

Kommentar

31 Kommentare

  1. „SUNNISTAN“ – Ein ganzer Staat voller Extremisten für künftige Stellvertreterkriege der USA !!!???
    Der Größenwahn der selbsternannten Allmacht kennt keine Grenzen !
    Und wir dürfen diese Höllenbrut mitfinanzieren ? Aber im ganzen Leben nicht – NIEMALS !!!

    • na klar, nach dem Vorbild von Kosovo, ein lebensunfähige Staat der nur eine Funktion hat, die Basis für die US Army zu sein.

  2. Aus Hr. Mendelsohn‘s Ausführungen ist deutlich zu erkennen, dass die illegalen & schmutzigen Amerikaner (legale Amerikaner = Indianer) die Einflusssphäre von Saudi Arabien und letztendlich der illegalen Israelis verfolgen. Dies scheint dem Gedanken ein s.g. Grossisrael zu errichten, Rechnung zu tragen. Wird das Land weiter durch äußeren Einfluss gespaltet und auch von außen bestimmt aufgeteilt, werden die Sunniten irgendwann wie die Palästinenser und die Indianer in ihrem eigenen Land von den illegalen Eindringlingen abgeschlachtet. Es wird wieder einmal das ohne Auswirkungen für die Schlächter bezeichnete Genozid stattfinden. Das kann nicht im Interesse von etwaigen Syrern liegen. Dieses Szenaro ist nur eine Prognose, kein Fakt!

  3. man kann sagen was man will, die USA verfolgen konsequent ihre Strategie des „Teile und Herrsche“. Wenn die USA stattdessen die Unterstützung von Splittergruppen und Terrorgruppen einstellen würden, dann könnten auch stabile Staaten im Nahen Osten entstehen.

  4. na die Amis proben schon mal für Europa…………..aber gerade die, die ja angeblich gegen den Einfluss der Amis und eigentlich gegen alles, was nicht blond und blauäugig ist, ( AfD-Gesockse etc.) spielen ja genau nach Plan der Amis. Lieber ein zersplittertes Europa , anstatt ein starkes zentarlisiertes Europa……….ja klar, da lachen die sich überm Teich schon jetzt kaputt!

    • Ich hoffe das zwar auch, jedoch spielen dort Banditen und Schlächter aus Regierungen ein perfidies Spiel. Wir als kleine Arbeitsdrohnen können nur beten und hoffen. Wenn Sie versuchen Vorort Hilfe zu leisten, werden Sie später als Terrorist in gewahrsam genommen und von den Lügenmedien natürlich auch als soches defamiert und drangsaliert. Es ist ……

    • … und was könnte die Höllenbrut davon abhalten ?
      Und da sind wir wieder : Nur Russland evtl. mit China, aber der Brocken wär‘ groß, ziemlich groß !

      PS: Schon gehört ? Es gibt RAF- Überlebende !

    • Mit etwas Satire und Glück wird das die iranische A-Bombe schon hinbekomen :-) Nartürlich werden die Iraner auch in Israel vorbeischauen.

  5. Hallo Moni mein Schatz,

    was passiert wenn man die Brücke… chinesische, amerikanische und europäische Zentralbank vollendet/vereint – die eine Weltregierung vielleicht?

    Hör mit solchen träumereien auf Mädchen „Nur Russland evtl. mit China“ bla bla bla… PUNKT.

    (was geht bloß in deiner Birne vor… Mädchen)

    ;-)

  6. Kapitalismus ist voll Geil… isch bin ein Fan von China!

    Russe pack die Koffer ein, pack die pack die Koffer ein und vergiss dein Assad nicht einzupacken und dann… dann versenkt die Koffer im Mittelmeer, im Mittel Mittel Mittelmeer ! ! !

    ;-)

      • Was bleibt mir denn übrig als über überäpepe zu schnappen, wenn ich hier hirnverbranntes Zeug lese.

        Da hat sich jemand mit den Sunniten angelegt…. überall wo er hirnverbranntes Zeug über Sunniten zusammen kratzt, verfasst er gleich zu einer hirnverbrannten Geschichte zusammen (hat der Typ nicht erst neulich Wahabiten Teil I & II geschrieben). Solchen Leuten sollte man das schreiben verbieten ! ! !

        Wer sagt denn, das dieser leitenden Wissenschaftler von der CFR (Council on Foreign Relations) nicht Schwachsinn schreiben, damit Schwachmaten den Schwachsinn aufnehmen und eine eigene Schwachmaten- Geschichte daraus verfassen?!

        Ich würde sowieso vorsichtig sein bei solchen Buchstabensalat sein „CFR -Concici on Fogig Relili „!

      • Ha Moni, hahahahaaa, dada haha hast du es !

        Die CFR wird von Soros mitfinanziert und die Europäische-CFR ist ein Ableger von CFR.

        Was hier betrieben wird ist nur „Den Kamp der Kulturen“ voranzutreiben ! ! !

      • Er/ Sie / Es ist nicht übergeschnappt. Das wäre nur ein tempörärer Geisteszustand. Das kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Nach seinen Zeilen zu urteilen, liegt eine Entwicklungskrankheit vor, die auch Einfluss auf das Verständniss und der Kommunikation hat. Hofentlich ist nicht seine ganze Familie betroffen!

    • Bei dem Russen würde ich zweimal überlegen, ob ich mit dem Befreundet sein will (Russland/Regierung und nicht das russische Volk!):

      Vor dem 1. Weltkrieg war Deutschland und Russland beste Freunde und kaum ist der 1. Weltkrieg ausgebrochen hat der Russe den Deutschen… den Deutschen mit dem Dolch von hinten erstochen.

      Vor dem 2. Weltkrieg war Deutschland und Russland beste Freunde und kaum ist der 2. Weltkrieg ausgebrochen hat der Russe den Deutschen… den Deutschen mit dem Dolch von hinten erstochen – dabei hatten sie beide die gleichen Ziele… „Säuberungs-Pläne!“

    • Der Russe hat im 2. Weltkrieg viel mehr, sehr sehr viel mehr ermordet und geschändet als der Deutscher und keiner… und keiner schreibt darüber (Warum?). Selbst nachdem der Deutsche den Krieg verloren hat und mit der Blutreinheit und Rassenhygiene „Säuberung“ aufhören musste, hat der Russe bis in die 50ér Jahre damit weiter gemacht „Stalinistischer-Säuberung!“

      Goldene Frage: Was würde passieren, wenn Deutschland und Russland wieder beste Freunde sind und ein Weltkrieg ausbricht… auf welche Seite würde Russland stehen?

      • Solist
        15. Januar 2016 at 22:43
        Alle Seiten arbeiten für die Elite in unterschiedlichen Rollen. Wie früher, so heute:

        ★ Illuminaten – Russland – NWO – kurz & knackig:

        https://www.facebook.com/bobotov.cook/posts/560370460747180

        Sie haben nach Gündung des Illuminaten-Ordens 1776 erst die französische Revolution geplant. Ein tot vom Pferd gefallener Bote hatte ein Dokument mit den Plänen in seiner Tasche, worauf die Bayrische Regierung den Orden verbieten liess. Dennoch lief alles nach Plan: Der Adel, ausser den eigenen Blutlinien wurde in F u. später in ganz Europa liquidiert u. die Demokratie als neues Tool installiert!

        ★ “Demokratie“ als Tool zur Umsetzung der NWO : Freimaurerei als Wegbereiter der Weltrevolution 1789…

      • Also erstmal solltest Du dir die merkwürdigen Wiederholungen im eigenen Text abgewöhnen, es hat sich schon gebessert, aber Du verfällst beim dich ereifern immer wieder darauf zurück. Da nutzen dann auch andere Nicknamen nichts !

        … auf welcher Seite würde dann Russland stehen ?
        Natürlich auf seiner Eigenen, was denn sonst ?
        Die deutsche Bevölkerung müsste sich entscheiden, welchem System sie den Vorrang gibt und wem sie ihre Solidarität schenkt. Aber wenn unsere Maden mit uns fertig sind, bleibt kaum was von uns übrig, wohingegen der Kommunismus zwar ein relativ ärmliches Leben, dafür aber wenigstens ein Leben verspricht. Es kommt darauf an, wer die weniger schlimme Knechtschaft in Aussicht stellt ! Ja, bitter aber wahr !!!

        • Den Kommunismus haben deine Freunde erfunden und den Nazianalsozialismus auch (Zionisten, Illuminati… nenne sie so, wie Du Lust und Laune hast) .

          1871 hat mein alter Freud „Albert Pike“ gesagt/geschrieben: Es wird einen 1. und 2. Weltkrieg geben. Beim 1. Weltkrieg werden die übriggebliebenen Königreiche in/um Europa herum zerschlagen (Österreich, Russland und Osmanische-Reich). Dann werden wir ein Humanistisches-System aufbauen „Nazianalsozialismus und Kommunismus“ und diese beiden Systeme werden das widerlichste in der Geschichte veranstalten, was die Menschheit bis Dato noch nie gesehen hat… „Säuberung!“.
          (1871 gab es keinen Kommunismus, woher wusste mein alter Freund Albert Pike vom Kommunismus… ?).

  7. Wahrscheinlich wissen manche Millionäre nicht wohin mit ihrem Gelde !!! Abgesehen von dieser absurden Idee, ist es immer das Gleiche. Geld raus ziehen, egal wie und zusehen wo kann noch Gewinn erzielt werden. Da im eigenen Land schon alles erbeutet wurde, muss was neues her. Ob TTIP oder auch ein kleines Sunnistan. Hauptsache Kohle, egal wie !!!

Webmentions

  • Russland startet Krieg gegen den IS - Seite 562 20. Januar 2016

    […] […]