in Naher Osten

Der Film Terminator machte 1984 Arnold Schwarzenegger zum absoluten Action-Superstar. Schwarzenegger versucht darin John Connor, den zukünftigen Anführer des Widerstands gegen von Menschen entwickelte intelligente Maschinenwesen, zu töten. Diese Terminator begannen als Kriegsmaschinen den Krieg gegen ihre Schöpfer, als sie in diesen eine Bedrohung für ihre eigene Existenz vermuteten. Den Überlebenden des Krieges blieb die Wahl, den Maschinen als Arbeitssklaven zu dienen oder sich dem Widerstand der Menschen anzuschließen.

Was für viele heute nach wie vor Science-Fiction ist, wird zur gelebten Realität. So wird Israel das erste Land der Welt sein, das unbemannte Fahrzeuge (sogenannte unmanned ground vehicles, UGV) und Roboter an seiner Grenze zu Syrien bzw. zum Gaza-Streifen einsetzen will, die die bislang dort stationierten Soldaten ersetzen und deren Aufgaben übernehmen sollen. Während sich also die “einzige Demokratie im Nahen und Mittleren Osten” auf einen weiteren Krieg an seinen Grenzen vorbereitet, werden die militärischen Fähigkeiten Israels weiterhin in unserer Hochleistungspresse kaum thematisiert (Stichwort Atomwaffen).

Die neuen unbemannten Grenzfahrzeuge können mit ferngesteuerten Waffen, Aufklärungskameras und anderen Komponenten ausgestattet werden. Zudem entwickelt man in Israel Roboter, die im Untergrund eingesetzt werden und von dort aus Informationen sammeln, die wiederum an Soldaten an der Oberfläche übermittelt werden. Diese Roboter und Fahrzeuge folgen dabei vordefinierten Routen und sind somit mehr oder weniger autonom.

Die New York Post schreibt in einem Artikel dazu:

Der zunehmende Einsatz von Robotern durch die israelischen Streitkräfte ist Teil einer größeren Strategie, um das Risiko für die Soldaten möglichst zu minimieren. Außerdem benötigen Soldaten Pausen, Nahrung und Wasser. Alles, was ein Guardium braucht, ist ein voller Benzintank. Andere UGVs, die von der IDF benutzt werden, sind der Segev, der auf einem Ford F-350 Pickup basiert.

(The increasing use of robots by the Israel Defense Forces is part of a larger strategy to minimize risk to soldiers when possible. In addition, soldiers require breaks, food and water. All a Guardium needs is a full tank of gas. Other UGVs in use by the IDF include the Segev, which is based on a Ford F-350 pickup truck.)

Die New York Post ergänzt, dass dies erst der Beginn der “Roboterfähigkeiten (robotic capabilities)” sei. Denn man plane ähnliche Fahrzeuge und Systeme auch für die Marine. Der israelische Rüstungskonzern Rafael hat beispielsweise ein unbemanntes Patrouillenboot entwickelt, das bereits heute strategisch wichtige Häfen Israels und die Küstenlinien schützt.

Israels Drohnen erreichen problemlos die Grenzen des “Erzfeinds Irans”, können 24 Stunden in der Luft bleiben und sollen in der Lage sein Luft-Boden-Raketen abfeuern zu können. Auch im Bereich der Satellitentechnik spielt Israel in der ersten Liga mit. So hat Tel-Aviv Satelliten in die Umlaufbahn gebracht, die weit kleiner als die der anderen Länder sind und Objekte aus Hunderten von Kilometern Entfernung erkennen können, die nur 50 Zentimeter groß sind. Bei den Militärpanzern wartet Israel ebenfalls mit “ausgefeilter Technik” auf und nennt einen Panzer mit einem eigenen, an Board befindlichen Raketenabwehrsystem sein Eigen.

Bereits im September berichteten die Defense News, dass Israel sein Iron Dome-Raketenabwehrsystem für einen ersten Test in den USA vorbereitet, der darauf abzielt, eine Übergangslösung für ein Luftverteidigungssystem mittlerer und kurzer Reichweite in den USA zu sein.

Unerwähnt sollte in diesem Kontext nicht bleiben, dass der ehemalige Kriegsminister der USA, Colin Powell in einem durchgesickerten Mailverkehr davon sprach, dass Israel mindestens 200 Atomwaffen einsatzbereit habe, die “all auf Teheran gerichtet sind (all targeted on Tehran)”.

Warum modernisiert aber Israel sein Militär in diesem Ausmaß? Die New York Post versucht darauf eine Antwort zu geben:

Aufgrund der geringen Größe und des fehlenden Territoriums Israels können alle in der Region abgefeuerten ballistischen Raketen – aus Syrien, Irak und Iran – jeden Ort im Land erreichen und eine strategische und möglicherweise sogar existenzielle Bedrohung darstellen. Israel, so argumentierten die Entwickler, brauche ein System, das feindliche Raketen über Nachbarländer abschießen und den kleinen jüdischen Staat umfassend schützen könne.

(Due to Israel’s small size and lack of territory, all ballistic missiles deployed in the region — Syria, Iraq and Iran — can reach anywhere within the country and pose a strategic and possibly even existential threat. Israel, the developers argued, needed a system that could shoot down enemy missiles over neighboring countries and provide overall protection for the tiny Jewish state.)

Aber sind die “Maßnahmen Israels” wirklich nur defensiver Natur und dienen reinen Abschreckungszwecken? Oder plant die israelische Regierung in den kommenden Jahren (mit Unterstützung der USA) irgendwelche präemptiven Dinge?

Die Zeit wird es uns zeigen, ob diese “technischen Neuerungen” Schutz- oder Angriffswaffen sein werden.

Quellen:
Wikipedia – Terminator (Film)
Israel Has Built a Robot Army — and It Should Scare the Sh*t Out of You
Israel’s leadership talks up another war with Hezbollah in Lebanon
Why Israel has the most technologically advanced military on Earth
IDF EXPECTS UGVS, ROBOTS TO PLAY EVER-GREATER ROLES IN COMBAT
Iron Dome poised for first US-based intercept test in SHORAD demo
Colin Powell leaked emails: Israel has ‘200 nukes all pointed at Iran’, former US secretary of state says
Top Israel general: We need US support to fight Iran
Israel Is Growing Increasingly Worried About the Trump Administration

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Kommentar

  1. Die Automatisierung ermöglich immer kleineren Gruppen mit viel Geld universelle Macht auszuüben .
    Es ist nicht nur die militärische Automatisierung, die die Freiheit einschränkt und die Bedrohung unabhängig von Zeit und Ort erhöht .
    Ähnlich ist es bei der Finanziellen Kontrolle oder bei der Überwachung die die Person Mensch zu einem gläsernen Gut gemacht hat .
    Der Fortschritt, wie er stattfindet ist nicht Schicksal, sondern Wahl . Einer Wahl, die von wenign Privilegierten getroffen wird und der Öffentlichkeit als unausweichlich behauptet wird .

  2. Die Strategen in Tel Aviv und Washington wissen, dass diese Aufrüstung zu neuer Aufrüstung auf Seiten der arabischen Gegner führen wird, besonders auf Seiten Irans, das dafür ausreichende Kapazitäten (und Freunde) hat. Ich fürchte, dass dieses Wissen sie dazu treibt, Präventionsschläge zu verüben wie sie Trump bereits lauthals verbalisiert.

  3. Die Menschheit hat leider die Tendenz, mehr geistige und finanzielle Resourcen in die Aufrüstung zu stecken als in die wichtigen globalen Aufgaben wie Klimaschutz und Armutsminderung.

  4. Drohnen sind keine Roboter. Die technischen Möglichkeiten in der Entwicklung der Robotik werden m.E. maßlos überschätzt. Wirklich autonome Systeme, die vor allem in Konfliktsituationen auf unvorhersehbare Ereignisse oder Täuschungsmanöver des Gegners sinnvoll reagieren können, gibt es noch lange nicht. Jämmerlich war es mit anzusehen, als nach der Fukushima-Katastrophe kein Roboter in die havarierte Anlage geschickt werden konnte, um zu erfahren, was dort genau geschehen war. Ein anderes Beispiel: Bei einer Tagung bekannte in einem Gespräch mit mir ein Professor, der Robotersysteme entwickelt, dass es zu seinen Lebzeiten mit Sicherheit keine wirklich autonom gesteuerten Fahrzeuge geben wird, nur ferngesteuert und damit manipulierbar.