in Naher Osten

Ein irakischer Turkmenen-Vertreter hat gewarnt, dass Turkmenen-Regionen im Irak in Gefahr sind. Das liege an neuen kulturellen Einflüssen und demografischen Trends, die von der kurdischen und arabischen Mehrheitsbevölkerung, aber auch dem schiitischen Iran ausgehen. Teheran kämpft um neue Macht im Irak.

In diesem Zusammenhang zitierte der Vorsitzende der Irakischen Turkmenen-Front (ITC), Ersat Salihi, die Turkmenen-Stadt Tel Afar als Beispiel. Die Stadt liegt nördlich von Mosul. Beide Städte werden noch immer vom „Islamischen Staat“ gehalten. Mosul ist die zweitgrößte Stadt des Irak.

Ähnlich schwierig sieht die Lage in der mehrheitlich von Turkmenen besiedelten Stadt Tuz Chormatu in der zentralirakischen Provinz Saladin aus. Dort stoßen schiitische Turkmenen-Kämpfer der pro-iranischen al-Haschd al-Schabi-Miliz auf kurdische Peschmerga-Einheiten, sagte Salihi. Beide Konfliktparteien betrachten die Stadt als ihr natürliches Einflussgebiet.

Salihi bemerkte, auch die turkmenische Gemeinde in der östlichen Provinz Diyala sei „ernsthaften Risiken“ ausgesetzt. Sie stehen davor, vertrieben zu werden. In der Region breitet allen voran das schiitische Iran über loyale Milizen seinen wachsenden Einfluss auf Kosten von Sunniten und Turkmenen aus.

Turkmenen sind eine türkische Minderheit in Syrien und dem Irak, wo sie Seite an Seite mit Arabern und Kurden leben. Sie teilen enge historische und kulturelle Verbindungen zu den Türken Anatoliens. Irakische Turkmenen sind anders als syrische sowohl sunnitischer als auch schiitischer Konfession.

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