in Naher Osten

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Die USA, so scheint es, distanzieren sich zusehends von den Kriegsplänen der israelischen Regierung. In der russischen Zeitung Kommersant war ein Bericht aufgetaucht, demzufolge Washington über europäische Kanäle Teheran zugesichert haben soll, den Iran nicht anzugreifen, solange dieser die strategischen amerikanischen Vermögenswerte im Nahen Osten meidet. Gemeint sind damit Militärbasen und Flugzeugträger im persischen Golf.

Bei den indirekten Kanälen solle es sich um zwei europäische Nationen handeln, deren Identität jedoch nicht preisgegeben wird. Dies berichtete die Tel Aviver Tageszeitung Yedioth Ahronoth am vergangenen Montag. Weiterhin hieß es, die Vereinigten Staaten würden einem israelischen Angriff auf den Iran die Rückendeckung verweigern, solange der Iran sich den amerikanischen Interessen im persischen Golf nicht in den Weg stellt. Wie israelische Beamte berichten, herrsche derzeit ein beispielloses Tief in den verteidigungspolitischen Beziehungen zwischen Israel und den USA, wobei die USA immer deutlicher vor den Plänen Israels warnen, einen unkoordinierten Angriff auf den Iran zu unternehmen. Laut einem Bericht der New York Times, ebenfalls vom Montag, plant Barack Obama, eine Reihe von Schritten zu fördern, die geeignet sind, eine israelische Offensive einzudämmen während er zugleich die Islamische Iranische Rebublik (IRR) dazu zwingen will, die Atomverhandlungen ernster zu nehmen.

Einer dieser Schritte könnte in einer offiziellen Erklärung Obamas bestehen, dass sowohl militärische Aktionen als auch verdeckte Aktivitäten gegen den Iran sorgsam geprüft und abgelehnt worden seien. Wie die New York Times weiterhin berichtete, soll der Iran in einer Rückmeldung bereits angedeutet haben, dass er dazu bereit sei, weitere nukleare Anstrengungen weniger ambitioniert zu verfolgen. Es sei jedoch keine Einigung möglich ohne die Aufhebung sämtlicher vom Westen auferlegten Sanktionen. Offiziell hat ein derartiger Austausch zwischen den USA und dem Iran niemals stattgefunden. So kommentierte Jay Carney, der Sprecher des Weißen Hauses die Berichtete gegenüber Reuters mit klaren Worten: „Das ist falsch. Komplett falsch,“ und weiter:„Der Bericht ist falsch und wir wollen nicht über Hypothesen reden.“ Zugleich bestätigte der Sprecher die guten Beziehungen zwischen den USA und Israel:

„Es passt nicht ein Lichtstrahl zwischen die United States und Israel wenn es darum geht, zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Nuklearen Waffen gelangt.“

Trotz dieser Dementis von Seiten des Weißen Hauses steht fest, dass die USA sich keinen Angriff auf den Iran wünschen. Weder durch israelische Streitkräfte noch durch die US- Army. Niemand macht dies deutlicher als der Chef des US- Militärs, der Stabskommandeur der Joint Chiefs of Staff General Martin Dempsey. Wiederholt hatte er in der Vergangenheit vor einem Alleingang Israels gewarnt. Er war es auch, der stets betont hatte, dass ein israelischer Angriff das iranische Atomprogramm allenfalls verzögern, nicht jedoch aufhalten könne. Von ihm stammte der Hinweis, dass die Bewaffnung der israelischen Luftwaffe nicht ausreichend sei, um die tief im Felsen gelegenen Bunkeranlagen des Irans zu zerstören. Am vergangenen Freitag meldete er sich im britischen Guardian erneut zu Wort:

„Ich will nicht mitschuldig sein, wenn Israel sich dazu entschließt, es zu tun.“

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