in Naher Osten

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Von Oppositionellen wurde berichtet, dass am 23. Dezember in der Stadt Homs eine Panzergranate in einer Rebellenstellung einschlug. Kurz darauf halluzinierten einige Soldaten oder litten an schweren Atembeschwerden. Mehrere Soldaten erstickten im Spital am eigenen Erbrochenen. Für die Ärzte war schnell klar, dass die Betroffenen einem Giftgas ausgesetzt waren. Von offizieller Seite wurde der Anschlag nicht bestätigt, doch aufgrund diverser Verdachtsmomente hat das amerikanische Konsulat in Istanbul eine eigene Untersuchung eingeleitet. Kurz darauf wurde eine geheime Depesche an das US- Aussenministerium geschickt.

Erst nachdem einige Medien über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz in der Stadt Homs berichteten, erklärte State Department Sprecher Patrick Ventrell  am 15. Dezember, dass die Chemiewaffen von der syrischen Regierung sicher verwahrt werden:

„Wir haben Assad klar gemacht, dass er zur Rechenschaft gezogen wird, falls er Gebrauch und Fehler bei der Sicherung der Chemiewaffen macht.“

Am Abend des gleichen Tages hakte National Security Sprecher Tommy Vietor nach: „Die Berichterstattungen, die wir von Medien-Quellen über angebliche Chemiewaffen Vorfälle in Syrien gesehen haben, ist nicht vergleichbar mit dem, was wir über das syrische Chemiewaffen-Programm wissen.“

Zwei Ärzte, die während des Anschlages vor Ort waren berichteten:

„Das waren Chemiewaffen, da sind wir uns sicher, denn Tränengas kann nicht fünf Personen töten.“

Ihre Behauptung ermittelten sie aufgrund von drei Faktoren: plötzliche Todesfälle, grosse Anzahl von betroffenen Personen und wiederkehrende Symptome auch 12 Stunden nach der Behandlung. Für einen wissenschaftlichen Beleg des Chemieeinsatzes fehlte ihnen eine entsprechende Ausrüstung.  Sie hätten zwar Proben von den Betroffenen genommen, diese seien inzwischen aber unbrauchbar geworden.

Die öffentliche Reaktion der US-Regierung fällt bis jetzt sehr zurückhaltend aus. Washington will nicht näher auf die Erkenntnisse seiner Diplomaten in Istanbul eingehen. Im August erklärte Barack Obama, wenn Assad Chemiewaffen gegen sein Volk einsetzt, übertrete er eine „rote Linie“. Die Folge wäre ein militärisches Eingreifen der USA. Im Dezember schwächte er seine Drohung ab und erwähnte nur noch verhalten den Einsatz von Chemiewaffen. Aufgrund der sanfteren US-Rhetorik könnte sich Assad dazu entschlossen haben, seinen Handlungsspielraum weiter auszuloten.

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