in Naher Osten

Letzte Woche war der fünzehnte Jahrestag des Einmarsches der Vereinigten Staaten von Amerika in Afghanistan – des längsten Kriegs in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Von Ron Paul – Es gab keinerlei Siegesparaden oder Fototermine mit Afghanistans Anführern nach der Befreiung. Der Grund dafür ist, dass der Krieg noch immer anhält. In der Tat verlieren die von den Vereinigten Staaten von Amerika 15 Jahre nach dem Beginn eines Vergeltungskriegs wegen einer Attacke der von den Saudis unterstützten al-Qaeda gegen Afghanistans Taliban-Regierung unterstützten Kräfte ständig Territorium zurück an die Taliban.

Was Präsident als „den guten Krieg” bezeichnete, bevor er 2008 sein Amt antrat, ist rund acht Jahre später zum „vergessenen Krieg“ geworden. Wieviele Amerikaner wissen, dass wir immer noch rund 10.000 Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika in Afghanistan stationiert haben? Wissen Amerikaner, dass die Taliban niemals besiegt worden sind und mittlerweile mehr afghanisches Territorium kontrollieren als zu irgendeinem Zeitpunkt seit 2001? Wissen sie, dass die Taliban letzte Woche die Provinzhauptstadt Kunduz zum zweiten Mal in einem Jahr überrannten und dass sie einige andere Provinzhauptstädte bedrohen?

Wissen Amerikaner, dass wir noch immer Milliarden für „Wiederaufbau” und andere Projekte in Afghanistan verschleudern, die bestenfalls Zeitverschwendung sind? Laut einer Prüfung durch die unabhängige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, die für den Wiederaufbau Afghanistans zuständig ist, wurde eine halbe Milliarde Dollar hinausgeworfen für einen Vertrag mit einer amerikanischen Firma über die Wartung afghanischer Militärfahrzeuge. Der Kontraktor „verfehlte die Ziele des Programms,“ fand der Prüfer heraus. Natürlich wurde er trotzdem bezahlt, wie tausende andere, die durch diesen verfehlten Krieg reich wurden.

Wissen die Amerikaner, dass ihre Regierung mindestens 60 Milliarden Dollar für Ausbildung und Ausrüstung von afghanischen Sicherheitskräften ausgegeben hat, diese Kräfte aber immer noch nicht imstande sind, selbständig gegen die Taliban zu kämpfen? Vor kurzem erfuhren wir, dass eine unbekannte, aber nicht unbedeutende Anzahl dieser Soldaten, die in die Vereinigten Staaten von Amerika zwecks Ausbildung gebracht worden waren, desertiert sind und illegal irgendwo in den Vereinigten Staaten von Amerika leben. Von dem vor kurzem erfolgten Angriff der Taliban auf Kunduz wurde berichtet, dass Tausende der afghanischen Sicherheitsleute flüchteten, ohne einen Schuss abgegeben zu haben.

Laut einer neuen Studie der Brown Universität betragen die direkten Kosten der Kriege gegen Afghanistan und den Irak nahezu fünf Billionen Dollar. Die indirekten Kosten sind praktisch nicht kalkulierbar.

Vielleicht ist Afghanistan der „vergessene Krieg,” weil diesen zu erwähnen offenlegen würde, wie schizophren die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Immerhin haben wir 15 Jahre lang in Afghanistan gekämpft, um al-Qaeda zu besiegen, während wir direkt und indirekt ein Tochterunternehmen al-Qaedas unterstützen, um die syrische Regierung zu stürzen. Wieviele Amerikaner würden einer solchen Außenpolitik zustimmen? Wenn sie das nur wüssten – aber dank der Medien, die nur daran interessiert sind, Washingtons Propaganda zu verbreiten, wissen viel zu wenige Amerikaner davon.

Ich habe einige dieser Kolumnen an den verschiedenen Jahrestagen der Kriege gegen Afghanistan (und Irak) geschrieben, in denen ich darauf hinwies, dass die Kriege andauern und dass das Ergebnis der Kriege weniger stabile Länder, eine weniger stabile Region, eine am Boden zerstörte lokale Bevölkerung und eine zunehmende Wahrscheinlichkeit von mehr Rückschlägen gewesen sind. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich nie wieder so eine schreiben müsste. Wir sollten einfach nachhause marschieren.

Quelle: ronpaulinstitute.org – Übersetzung: Klaus Madersbacher

ANZEIGE

Dein Kommentar

Kommentar

12 Kommentare

  1. Die Amis wissen ein Scheiß. 90 % der US-Medien werden von 6 Konzernen kontrolliert und diese liegen in den Händen von solchen Verbrecherfamilien wie Rothschild, Rockefeller, Murdoch etc. Kriegskritiker kämen in den USA praktisch nicht zu Wort, abweichende Meinungen würden ausgefiltert. Die Medienkonzerne gäben oft nur die Positionen der Konzerne und der Politiker wieder, die von Konzernen finanziert werden :S

    • Wer sich informieren will, kann sich informieren, das darf als Ausrede nicht mehr gelten!!!
      Vielleicht muß man mit den anständigen Amerikanern wie mit einem kleinen Kind reden: hört mal zu, ihr legt euch mit dem ganzen Rest der Welt an, ihr führt den totalen Krieg gegen alle, glaubt ihr wirklich ihr könntet diesen gewinnen? Ihr müßt euch klar sein, dass alles was ihr tut auf euch in schrecklicher Weise zurückfallen wird! Jeder von euch muß sich gegen eure kriminelle Regierung und gegen die kriminellen Banker zu Wehr setzen. Steht auf und zeigt, wer das wahre Amerika ist! Zeigt der Welt, dass diese Verbrechen nicht in eurem Namen geschehen. America, we still believe in you: lets roll!

  2. Was er nicht sagt, die Amis können nicht raus, weil die Russen untersagt haben, die Waffen/Ausrüstung über ihr Territorium abzutransporteren. Der Versuch mit dem Zug über Pakistan ist gescheitert, schon den ersten Transport haben die Pakistani einkassiert.
    Jetzt können sie die Ausrüstung im Wert von etlichen Milliarden den Afghanen schenken, oder warten, bis sich die Lage bessert.
    Schaut aber nicht danach aus.

    https://www.rt.com/news/us-afghanistan-withdrawal-russia-880/

  3. Sollte nicht die Regierung zum Jubiläum ( 15 Jahre Afghanistan ) Erklären warum müssten unsere Soldaten sterben in Afghanistan ? Oder ist das schon egal ? Kann die nächste Krieg kommen ? Aber die AfD ist gefährlich ! Nie wider Krieg !