in D/A/CH

Am vergangenen Wochenende sah die Sonntagsfrage des „ZDF Politbarometers“ erstmalig die AfD bei 11% der Wählerstimmen (1). Die Grünen kommen in derselben Umfrage nur auf 10%; somit wäre die AfD zum ersten Mal seit ihrer Gründung die drittstärkste Kraft im Lande. Doch das Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht.

Man könnte es auch als „Surfen auf der Flüchtlingswelle“ bezeichnen, was die AfD im Moment betreibt. Als einzige Partei in Deutschland steht sie nicht unter dem Zugzwang, der vor allem die CDU/CSU momentan immer mehr zu zerreißen droht, sondern kann entspannt auf die Ereignisse reagieren, die sie ohnehin lange vor der Merkel’schen Grenzöffnung vorhergesagt hat. Und genau das macht sie auf sehr geschickte Art, wie aufmerksamen Beobachtern der sozialen Medien in letzter Zeit sicher nicht entgangen ist.

Dass vieles in der Öffentlichkeitsarbeit der AfD an die österreichische FPÖ erinnert, ist wohl kein Zufall; wenn sich die beiden Parteien auch inhaltlich nur bedingt ähnlich sind und von komplett anderen Voraussetzungen ausgehen, was ihre geschichtliche Verankerung in der Parteienlandschaft betrifft, so eint sie doch, dass beide die Migrationswelle von Anfang an äußerst kritisch sahen und in ihren Ländern jeweils als die einzig möglichen „Bollwerke“ gegen die sogenannte Willkommenskultur gesehen werden.

Doch während die FPÖ – eben aufgrund ihrer Historie – das Privileg genießt, sich entspannt zurückgelehnt auf die nächsten Wahlen freuen zu können, muss die junge, erst unlängst noch von heftigen Personalwirren an ihrer Spitze erschütterte AfD kämpfen und ackern. Unschätzbare Dienste erweist ihr dabei immer wieder die – inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung regelrecht verhasste – große Koalition.

Nicht nur, dass AfD und Pegida (die sich wohl zu einem nicht unerheblichen Teil aus AfD-Anhängern zusammensetzt) von Anfang an dermaßen dämonisiert und verteufelt wurden, dass allein dieses ständige Warnen vor ihnen, sie für so manchen interessant machen musste; auch die von der GroKo geradezu als Dogma verkündete Willkommenskultur sowie deren vorbehaltslose Unterstützung durch sämtliche „Oppositions“-Parteien treibt der einzig möglichen „Alternative“ die Wähler in Scharen zu.

Die Schandnacht von Köln hat dieses Dogma nun gesprengt, die Realitätsverweigerung der allgegenwärtigen „political correctness“ weicht langsam einem ungläubigen Erstaunen, ja gar Entsetzen, angesichts der nun auf einmal täglich – meist allerdings immer noch ’nur‘ in Regionalmedien – veröffentlichten Übergriffe durch Migranten. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gekippt, die Menschen sind unsicher, haben Angst und verlangen, dass ihnen gefälligst sofort Lösungen präsentiert werden – und das zurecht, möchte man meinen.

Doch was tut die GroKo? – Eilig prescht man an der Medienfront nach vorn, warnt noch intensiver als zuvor vor der „Gefahr von rechts“ und bemüht sich redlich, die eigentlichen Probleme kleinzureden. Der Justizminister eines angeblich freien und demokratischen Landes verwendet Steuergelder dazu, einen „privaten Dienstleister“ mit der Zensur von Kommentaren in sozialen Netzwerken zu beauftragen (2); um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, sitzt auch noch der Ehemann der Kanzlerin im „Kuratorium“ der Konzern-Mutter dieses Dienstleisters (3) … der Stoff, aus dem die Träume von Seifenopern-Drehbuchautoren sind. Besser kann man der AfD gar nicht zuarbeiten.

Doch auch der Rest des GroKo-Vereins hält weiterhin eisern am Kurs einer Kanzlerin fest, die längst in weiten Teilen der Welt als verrückt angesehen wird. Gewiss, erste Verwerfungen gibt es, doch mit etwas Schautanzen auf dem politischen Parkett wird die Sache diesmal nicht auszusitzen sein. Ob dieses Festhalten am „Wir schaffen das“-Märchen ihrer Führerfigur nun die berühmte, heldenhafte Nibelungentreue ist oder doch eher eine besonders groteske Art von Kadavergehorsam, möge jeder selbst für sich beurteilen. Fakt ist, dass die Mehrheit der Menschen nicht mehr bereit ist, den Weg der GroKo mitzugehen – und je fanatischer sich Berlin dieser Erkenntnis verweigert, desto steiler wird der Aufstieg der AfD verlaufen.

(1) Afd erstmalig bei 11%

(2) Privater Dienstleister zensiert soziale Netzwerke

(3) Joachim Sauer im Kuratorium von der Springer-Stiftung

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Kommentar

30 Kommentare

  1. Wem nützt das Alles am meisten, wenn nach den Wahlen im März/ April zwei neue CDU-geführte Länderregierungen ins Amt gespült werden – vorausgesetzt die AfD kommt in die Landtage. Merkel wäre damit in ihrer Macht-Politik bestätigt – zwar gegen das eigene Volk, aber Hauptsache weiter Richtung Zentralstaat EU. Solange es noch zu viele Bürger im Lande gibt, die diese Parteien (CDU-SPD-Grünen-Kartell) als Belohnung für ihr Total-Versagen auch noch wählen (statt ihnen die Gefolgschaft zu verweigern), wird es weiter steil bergab gehen und zwar mit Allem- da helfen auch keine noch so oft wiederholten Phrasen und gefärbten Statistiken- diese „Medizin“ ist abgelaufen.

  2. Die AFD plant, das Wahlrecht in Deutschland auf Personen mit ausreichendem Vermögen zu reduzieren“ das braucht es doch nicht, die Parteien regieren doch auch mit Wahlrecht wie sie es für richtig halten. Sie sprechen damit 3/4 aller Deutschen ab genug geistige Intelligenz zu haben um diese Parteien an der Macht zu halten.

    • Aufklärung gibt’s unter taz.de „AfD gewinnt gegen Junge Piraten“ ! Die hatten Flugblätter verteilt in denen der Blödsinn stand und haben vor Gericht verloren !
      Der Artikel ist vom 19.09.13

  3. Quatsch
    die AfD ist nur eine aus der Umkleidekabine herausgekrochene CDU, keine Alternative. Solange keine Partei, die EU und Euroaustrittt verlangt, mehrheitlich gewählt wird, wird es wieter Bergab gehen.

    • Egal was ihr im Endeffekt wählen wollt, meinetwegen auch eine no name Partei, aber geht um Himmels Willen da hin und macht Euer Kreuz !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      Jede Enthaltung ist automatisch zugunsten der Maden !

  4. Achtung: Das teilen von Beiträgen von hier ist gefährlich, im schlimmsten Fall, will man 300,-€ Schadensersatz wenn Sie hier was teilen, kopieren, publizieren … Ihr glaubt mir nicht, dann fragt mich ruhig, ihr werdet staunen, habe den Bericht jetzt trotzdem geteilt … mal sehen was jetzt kommt … ;-)

  5. Robert Zach, leider kann ich dir nicht antworten !
    Unter deiner Antwortfunktion wird gelöscht !
    Jetzt u. hier geht auch nicht, weil ich bestimmte Begriffe verwenden müsste !!!

  6. NEOPRESSE
    Wir bitten um Eure Stellungnahme – Aufklärung tut Not !!!
    Was geht ab in der Redaktion ? Was und Wie sind eure Vorgaben ? Gibt es von eurer Seite Widerstand zur Faschistenpraktik ?

  7. na das ist aber arg weit hergeholt … da hat ein herr adam eine alte these aufgegriffen, wonach das wahlrecht bei der arbeitenden bevölkerung liegen sollte .. von vermögend war da nicht die rede … finde ich jetzt auch nicht besser als die öffentlich rechtlichen ….

  8. Vielleicht ist das störende Element in der „alternativen Presse“ eine Suggestion, nämlich das „alternativ“. Es gab schon immer Presseerzeugnisse, die nicht das herrschende Meinungsbild bedient haben, die konservativer, neoliberaler, futuristischer, parteinäher waren als die Konkurrenz. Jeder zerrt, so gut er kann. Und die neue Konkurrenz ist auch alles andere als einheitlich.

    Ich denke, am besten fährt man, wenn man die Internetmedien auch als Presse begreift.

  9. Wer hat Bernd Lucke und Olaf Henkel wirklich gestürzt? Anti-Lucke-Propaganda konnte man im Handelsblatt lesen, auf der Tagesschau-Seite, bei Springer, alle waren plötzlich dabei und haben Frauke Petry den roten Teppich ausgerollt. Die Wühlarbeit ging aber auf den Presseportalen der digitalen Konkurrenz los und als die Machtfrage gestellt wurde, waren sich ALLE einige, Lucke muß weg!

    Vor allem „geolitico“, ein Presseportal, das vom Chefreporter des Hauses Axel Springer betrieben wird, Günter Lachmann, war ganz vorne dabei. Lachmanns Artikel erschienen sowohl auf Geolitico UND, anders ausformuliert aber mit gleichem Inhalt, auf Welt-Online.

    Kopp agitierte kräftig und verlinkte immer wieder zu Geolitico (undifferenziert auch zur…

    • .. auch zur Altpresse und zu den neuen Presseportalen). Auf Geolitico wird übrigens unter den Favoriten auch Markus Gärtner verlinkt, der wiederrum als Autor bei Kopp schreibt. Man verlinkt sich hin und her.

      Bernd Lucke und Olaf Henkel wollten die Euro-Politik kippen und Olaf Henkels Plan war der Nordeuro. Es ging um viel, viel Geld – darüber muß man sich klar werden, die Eurozone stand auf dem Spiel. Lucke und Henkel waren Gäste in vielen Talk Shows, die spazierten im Fernsehen ein und aus. Anders als Pretry.

      Lucke mußte weg, er ist Wirtschaftsprofessor, sein Crew bestand aus angesehenen Persönlichkeiten, Starbatty, Henkel, Hankel, Schachtschneider – die waren gefrählich. Lucke hatte die AfD gegen den Willen von Merkel in die…

  10. .. in die Partei der Europäischen Konservativen eingeführt und saß neben Cameron! Die Engländer stellen ein Referendum zum EU-Verbleib!

    Das war eine ausgesprochene Dummheit der Netznutzer, gegen Bernd Lucke zu agitieren. Der Komplott war durchsichtig.
    Petry hat keinen Zugang zur Macht wie Lucke und Henkel, die ist niemand.

  11. Die NEOPresse ist zumindest so ehrlich, sich als Presseorgan zu bezeichnen. Andere tun das nicht, obwohl sie nach Sachlage Presseorgane sind.
    Auf den meisten neuen digitalen Medien schreiben „Journalisten“, oder Autoren, die z.T. Bücher veröffentlicht haben. Und sie schreiben nicht umsonst, sondern für Geld! Das kann jeder leicht nachprüfen!

    Ein Journalist ist jemand, der sich „hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt“ (Definition des Deutschen Journalisten-Verbandes). Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich NICHT geschützt. Es gilt der freie Zugang zum Journalismus aufgrund von Artikel 5 Grundgesetz.

    Nach Sachlage…

    • .. handelt es sich also bei den „alternativen“ Medien als nicht um Alternativen zu, sondern, um ganz banale Presseseiten. Vielleicht will man sich deshalb nicht bekennen, weil man keine journalistischen Standards einhält und Meinung und Information vermischt?

      Die neuen Presseseiten lassen sich nun genauso analysieren wie z.B. Welt Online. Wer koopperiert mit wem? In wessen Fahrwasser wird gesegelt? Das läßt sich mittelbar an den Zitaten, unmittelbar an Eingeständnissen (z.b. mit RT Deutsch) und Linklisten erkennen.

      Ich finde das sehr wichtig zu wissen für die Nutzer. Objektiv nämlich ist niemand.

      • Ganz klar ist das so ! Ich bin mir dessen bewusst, aber für die Jugend ist deine Aufklärung in der Sache schon wichtig. Journalisten schreiben für ihr Auskommen, und natürlich bedienen sie dabei den Bedarf. Aber die freien Journalisten sind eben ein bisschen freier als die Heerschar der angestellten, daher kommt das „Alternative“. Abgeschrieben wird oft, z.B. hab ich hier bei Neopresse schon viele Artikel gelesen, die ich vorher in größerer Ausführlichkeit bei Kopp gelesen hatte, hier dann also jeweils nur eine im besten Fall Zusammenfassung. Verlinkt wird bei den Alternativen alles was ins Konzept passt und warum auch nicht ? So hat man die Quelle gleich im Original, statt wieder nur eine gekürzte Abschrift in der so manches auf der…

        • …Strecke bleibt.
          Natürlich gibt es in allen Medien gute und schlechte Artikel und Niemand ist immer und völlig objektiv, man sollte halt „ganz einfach“ seine Meinungsbildung nicht ausschließlich fremden Leuten überlassen, selber denken und immer auf der Hut vor Rattenfängern sein. Und trotzdem kann man sich noch irren, besonders dann wenn sich im Nachhinein Lügen und Halbwahrheiten herausstellen. Zur besten Analyse eines Sachverhalts müsste man alle Informationen nutzen, das ist aber wiederum zu zeitaufwendig, das kann die arbeitende Bevölkerung nicht leisten. Einer der vielen Teufelskreise unserer Zeit !