in Asien

Nachdem die düsteren Zukunftsprojektion des Informationdienstleisters Deagle immer wieder für Aufregung sorgen, zeichnet sich mehr und mehr ab, was unter den hohen zivilen Opferzahlen der NATO-Staaten berechnet werden könnte.

Die in Entwicklung befindliche Status-6 Torpedowaffe der russischen Streitkräfte, soll in der Lage sein, einen 100 Megatonnen Atomsprengkopf mit einer Geschwindigkeit von 100 kn (185,2 km/h) über eine Entfernung von 10.000 km zu transportieren. Dahinter könnte sich das, nach dem russischen Physiker benannte „Sokolow-Szenario“ verbergen, dass seit Mitte der 70 Jahre in höchsten Kreisen des Politbüros heftig diskutiert wurde.

Wie der mehrfach prämierte Kernphysiker feststellte, liege einer der Hauptschwächen der Vereinigten Staaten in der Konzentration von Industrie, Verwaltung und Infrastruktur an den Küstenregionen, während das für Russland nicht gilt. Ein vor der Küste zur Detonation gebrachter Nuklearsprengstoff könnte eine hunderte Meter hohe Flutwelle auslösen, die dutzende Kilometer ins Landesinnere eindringt und weiträumige Zerstörungen verursacht.

Ebenso könnte ein Einsatzes in der Nordsee, die vorhandene NATO-Infrastruktur weitgehend außer Gefecht setzen. Die Tatsache, dass die Pläne für die Wunderwaffe über das russische Staatsfernsehen geleakt wurden, dürfte den Militärplanern jenseits des Atlantiks schlaflose Nächte bereiten. So wurde der Umstand auf den europäischen Vortragsreisen des ehemaligen CIA-Direktors Gen. Michael Hayden zumindest angerissen.

Dass es jetzt auch über CNN Verbreitung findet, soll wohl nun ebenfalls die breitere Bevölkerung darüber in Kenntnis sitzen, dass ein solches Bedrohungsszenario zumindest existiert.

Fire and Forget

Das grundlegende Problem einer solcher Waffe ist weniger das Herbeiführen einer Atomexplosion, sondern die Steuerbarkeit der Flutwelle. Eine fokussierte Welle kann tiefer im Inland befindliche Ziele treffen. Nach den Blick den das russische Fernsehen auf Status-6 freigab, dürfte es sich eher um eine „Fire and Forget“-Waffe zu handeln. So zeigt der atombetriebene Torpedo keinerlei Strahlenschutz Einrichtung, was stark andeutet, dass er zum einmaligen Einsatz ohne Möglichkeit zur Probefahrt vorgesehen ist.

Bei einer maximalen Tauchtiefe von 1.000 m könnte er zwar sämtliche vorhanden Abwehrsysteme unterlaufen, wäre aber auf eine angegebene Einsatzreichweite von 10.000 km auch bei Maximalgeschwindigkeit fast 4 Tage unterwegs und anhand des Strahlenausstoßes durch nicht vorhandene Strahlenschutz vermutlich detektierbar.

Pläne zeigen jedenfalls eine Andockmöglichkeit an die neuen russischen, strategischen U-Boote der Borei-Klasse, die im Moment in Dienst gestellt werden. Nachdem die US-Streitkräfte die Anzahl der Atomsprengköpfe weiter reduzieren wollen und vier der Träger U-Boote für Interkontinentalraketen der Ohio-Klasse auf Marschflugkörper umgerüstet wurden, zeigt sich Russland auf dem Feld der Nuklearbewaffnung deutlich überlegen.

Im konventionellen Bereich zeigt der Ausrüstungsplan für die Jahre 2020-2027 deutliche Kürzungen bei den Seestreitkräften, die aufgrund von Problemen in der russischen Schiffbau-Industrie im vorherigen Budget-Zeitraum ihren Etat nicht vollständig ausgeben konnten.

Die chinesische Karte

Nicht viel besser scheint es China zu gehen, das sich mit seiner im Aufbau befindlichen Flotte mit Japan einem historischen Konkurrenten gegenüber sieht, der bereits über ausgebaute Seestreitkräfte verfügt. Während Russland weitgehend unabhängig von Energie-Importen ist, muss China große Mengen seines Mineralölverbrauchs aus dem Nahen Osten importieren und Verbände die in solcher Entfernung von Heimatland erfolgreich operieren können, benötigen Jahre im Aufbau, vorausgesetzt, das Land verfügt bereits über eine maritime Tradition.

Kurz zusammengefasst sind China oder Russland vorwiegend Landmächte die über entsprechendes Abschreckungspotential verfügen müssen, da sie zur See einfach nicht konkurrenzfähig sind. Und auch der jüngste Aufbau von Stützpunkten auf den, dem chinesischen Festland vorgelagerten, Spratley-Inseln ist wohl eher ein Zeichen der Schwäche als der Stärke.

Die Eurasien-Strategie

Russland ist mit den eisfreien Häfen Sewastopol und Wladiwostok nicht konkurrenzfähig zu den Vereinigten Staaten und kann es nicht sein, da beide an den Meerengen Türkei und Japan liegen, die durch amerikanische Bündnispartner kontrolliert werden. Sie setzen auf strategische Abschreckung und die Möglichkeit sich gegebenenfalls hinter den Ural zurückfallen lassen zu können, um aus den Weiten Sibiriens zum Gegenschlag auszuholen.

Nur ändert das nichts daran, dass die europäische Tiefebene flaches Terrain ist, auf dem eine starke Panzerwaffe wahlweise bis Moskau oder Berlin rollen kann und im Föderationskreis Fernost zwei Millionen ethnische Russen 100 Millionen ethnischen Chinesen gegenüberstehen.

Sieht man sich die Bevölkerungsentwicklung an, gehen Russland bald die Slawen aus, während die vorwiegend muslimische Bevölkerung Zentralasiens stark anwächst. Ohne zumindest Teile der 45 Millionen Ukrainer wird Russland wohl in absehbarer Zeit ein asiatisches Land, während eine anti-russische Haltung in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks tief verwurzelt ist. Oder in wenigen Worten zusammenfasst; für die Langzeitplaner ist dies vermutlich keine einfache Situation.

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Dein Kommentar

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  1. Ich glaube, Ihr vergesst die Nähe Sibiriens zu Alaska und somit zur Westküste der USA. Die Langstrecken-Raketen Rußlands reichen alle mal bis dorthin. Die USA sollte nicht dem Trugschluß erliegen, dass sich ein 3. WK nur auf Europa konzentriert, wie unsere Nato-Strategen das gerne sehen würden.
    Die Aufrüstung Chinas ist auch nicht zu unterschätzen und m.E. wird sich China und Rußland im Falle eines Angriffes auf Eurasien sehr wohl zusammen tun. Denn beide Mächte werden es nicht zulassen, dass sich die USA weltweit ausbreiten können.
    Wir möchten doch nicht in einer monolateralen Welt leben; unter der Herrschaft von nur wenigen Globalisten.