in Asien

In jüngster Zeit haben das islamistische Terrornetzwerk und radikal islamistische Terrorgruppierungen den bewaffneten Kampf im asiatischen Raum massiv verstärkt. In einer Linie von Anschlägen in Indonesien, über militante Verbindungen im thailändisch-malaysischen Grenzgebiet, bis hin zu den umfangreichen militärischen Operationen um die philippinische Stadt Marawi, setzen die Aktionen der Islamisten neue Zeichen einer Spirale der Gewalt. Hinter allem soll nach wie vor der sogenannte „ Islamische Staat“ die Kontrolle ausüben und die Fäden in der Hand halten.

The „Islamic City of Marawi“

Auf Mindanao (Philippinen) dauern auch zwei Wochen nach einer Teileroberung der Großstadt Marawi durch Dschihadisten der “Maute-Gruppierung“, die Kämpfe immer noch an. Die extremistischen Kämpfer haben sich offenbar auf eine Belagerung eingestellt und in Kellern und Moscheen verschanzt. Zwar hatte der philippinische Präsident Duterte das Kriegsrecht ausgerufen und massive Schläge der Armee angeordnet, doch diese konnte die Lage in der Stadt immer noch nicht vollends beruhigen und unter ihre Kontrolle bringen.

Den Kämpfern der „Maute-Gruppe“ gelang es vor zwei Wochen zahlreiche Christen zu töten und Geiseln zu nehmen, die Kathedrale zu schänden und etliche Viertel der Stadt einzunehmen. Unzählige Menschen flüchteten vor der Gewalt. Ziel der Kämpfer ist es die Stadt für den „IS“ zu erobern und ethnisch zu säubern sowie ein „Wilayat“ (Regierungsbezirk des IS) zu errichten.

MENA

Die Medienberichterstattung, besonders die der großen US-amerikanischen und europäischen Medienorganisationen folgt angesichts der Problematik altbekannten trügerischen Mustern, die man bereits seit dem Jahr 2011 nur allzu gut kennt. Bereits zu jener Zeit wurde stetig vermieden die wahre Kapazität und den Wirkungsbereich des „Islamischen Staates“ deutlich zu definieren. Damals ging es ausschließlich um die heute gern so bezeichnete „MENA-Region“ (Nahost und Nordafrika). Heute tummeln sich diverse Wirtschaftsorganisationen, Verbände, Vereinigungen und Think Tanks in dieser von Krieg und Krisen destabilisierten Region, um außenstehende, ganz eigene Interessen durchzusetzen.

In der Realität ist eines ganz deutlich: Der „Islamische Staat“ ist nicht anders als irgendeine andere militärische Kraft! Seine Kämpfer brauchen Wasser und Nahrung. Seine Truppen benötigen Waffen, Uniformen und Munition. Transport, Kraftstoff, Wartung und Ersatzteile sind unabdingbarer Bestandteil jeder Armee. Vor allem aber brauch der „IS“ einen stetigen neuen Zuwachs an Rekruten, der nur unter der Berücksichtigung einer straffen Organisation, Ausbildung und Indoktrination möglich ist.

Blickt man auf die Ursprünge des „Islamischen Staates“ im Irak und in Syrien, über die Linie der „MENA“-Region und nun bis in den asiatischen Raum, ist es schwer vorstellbar, dass die Führungsebene des „Islamischen Staates“ für jenes gesamte Einsatzgebiet allein verantwortlich zeichnet. Hinzu käme noch die Koordination von weltweit geplanten Terroranschlägen.

Ein gigantisches Netzwerk

So vollbringt ein gigantisches, weltweit operierendes islamistisches Netzwerk, eingebettet in zahlreiche mediengestützte Indoktrinatoren eine wahre Mammutarbeit, um das Feuer der extremistischen Gewalt weiter zu schüren. Auch in Südostasien gelten als Quellen der Förderung radikaler Indoktrination die „Madrasas“, islamistische Internatsschulen, in denen ganze Bevölkerungsgruppen mit der Zielsetzung von Gewalt und Terror infiltriert werden. All diese Institutionen und Organisationen kommen im Allgemeinen zu einem gemeinsamen Nenner: Dem großen Finanzier aus dem Hintergrund – das Haus Saud!

Die saudische Unterstützung des Wahhabismus beschränkt nicht nur auf das eigene Land, sondern wurde in den letzten Jahrzehnten, mit einer großzügigen Finanzierung, weltweit betrieben. Diese Zuwendungen können ohne Weiteres mit Aufwendungen zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar beziffert werden.

Im Endergebnis des saudischen Einflusses stehen ein vorhersehbarer Terrorismus, eine Spirale der Gewalt und eine globale Instabilität. Weltweit müssten muslimische Gemeinschaften den fanatischen Wahhabismus aus der Mitte ihrer Gesellschaften entfernen. Dieses aber wird immer schwieriger, nahezu unmöglich, da der Westen in großen Teilen die Unterstützung des Hauses Saud fortsetzt. Die saudische Monarchie müsste grundlegend modernisiert oder ersetzt werden, um einen geeigneten Weg in eine gewaltfreie, nicht radikale, muslimische Gesellschaft zu ebnen.

Kreislauf der Brandstifter

Statt der Problematik entgegenzuwirken, setzt der Westen weiterhin auf gute Geschäfte mit den Saudis. So verwundert es kaum, dass der neue US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten Auslandsreise direkt nach Saudi-Arabien flog. Im Gepäck, einen mit rund 110 Milliarden dotierten Waffendeal. Ein Geschäft, welches nur die Fortsetzung der unzähligen Kontrakte der Obama-Administration darstellt und die jahrzehntelange militärische, politische und wirtschaftliche Unterstützung für Saudi-Arabien fortführt.

Spätestens seit den Anschlägen vom elften September in den USA, dem Terror von Al-Qaida, bis hin zu den Auswirkungen des Islamischen Staates, ist eine direkte Verbindung zu Saudi-Arabien völlig klar und dennoch ist die westliche Unterstützung für das Haus Saud immer noch intakt und läuft augenscheinlich keinerlei Gefahr, dass sich dieses in naher Zukunft ändern wird.

Genau wie die Politik, begegnen auch viele westliche Medien der saudischen Indoktrination mit einer eher unangemessenen Unklarheit. Viele benennen zwar die eindeutig belegten Fakten, kommen aber im Fazit nie zu einem klaren Bekenntnis. So listete beispielsweise die New York Times in einem Artikel auf, dass Saudi-Arabien in den letzten 40 Jahren allein in nicht-muslimischen Ländern den Bau von 1359 Moscheen, 2000 Schulen, 202 Hochschulen und 210 islamischen Zentren finanziert hat.

Der Artikel gibt zu bedenken, inwieweit der Islam sich weltweit anders gestaltet hätte, ohne die saudische Gestaltung. Die Times unterstellt zwar unterschwellig, dass jedermann dem verbreiteten Glauben zustimmen würde, dass der saudische Einfluss den internationalen Terrorismus beflügelt habe, dennoch stellt die Zeitung fest, dass kein direkter Fall von Ursache und Wirkung zu finden sei. In Brüssel wurde die große Moschee mit saudischem Geld gebaut und mit saudischen Imamen besetzt.

Von den Saudis unterstützte salafistische Prediger unterrichteten in Vierteln wie Molenbeek die radikale Linie ihrer muslimischen Auffassung und selbst im Zuge der Ermittlungen nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel, fiel es dem Echo der Medienberichterstattung schwer eine direkte Verbindung zwischen den Bluttaten und den saudischen Strippenziehern in der belgischen Hauptstadt aufzuzeigen.

Der geopolitische Zwang des Imperialismus

Bedenkt man die gesamten Möglichkeiten der US-amerikanischen und europäischen Geheimdienste, der polizeilichen Spezialdezernate und Sicherheitsdienste, ist es kaum vorstellbar, dass bislang keine konkreten Fakten vorliegen sollen, die Saudi-Arabien eine direkte Verbindung zu den weltweit operierenden, extremistischen Netzwerken nachweisen können.

Hinlänglich bekannte ist jedoch die direkte sowie verdeckte indirekte militärische Unterstützung der Westmächte für den radikal islamistischen Terror, vollzogen in Libyen, Syrien, im Irak und anderen Teilen der Welt. So scheinen die saudische Indoktrination und die Destabilisierung ganzer Regionen nur als nützliches geopolitisches Werkzeug zu dienen, um den USA Chancen zu eröffnen, ihre Interessen zu wahren.

In vielen Fällen senden die Vereinigten Staaten auch gern sogenannte militärische Berater in die entsprechenden Länder, so geschehen auch in den südlichen Philippinen, bereits Anfang der 2000er Jahre, um dort den Kampf gegen extremistische Kräfte zu unterstützen.

Die verstärkte extremistische Bedrohung auf den Philippinen könnte Präsident Duterte gegen seine eigene Überzeugung dazu zwingen, weitere Unterstützung der USA anzufordern. Den sich daraus entwickelnden Kreislauf kennen wir aus den Staaten der MENA-Region, aus Libyen und Syrien. Im asiatischen Raum, sollten Politiker die Chance ergreifen die Problematik offen zu legen, zu hinterfragen und deutlich aufzuzeigen. Hierbei geht es um jede Art der ausländischen Unterstützung und finanziellen Zuwendungen, auch im Zusammenhang mit humanitären Einrichtungen, Schulen, Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen, welche alle die Möglichkeit einer radikal islamistischen Ausbreitung bieten können.

Bei den Kämpfen auf Mindanao ist die finanzielle Unterstützung für die extremistischen Gruppierungen in jedem Fall längst angekommen. Bei der Rückeroberung eines Häuserkomplexes in der Stadt Marawi, welcher zuvor den Dschihadisten als Befehlsstand diente, entdeckten philippinische Regierungstruppen mehr als 52 Millionen Pesos (rund 937.000 Euro).

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Wenn wir mal über wichtigere Dinge zu bestimmen hätten als über die Frage, ob Merkel oder Schulz demnächst die Unterstützung der Saudis fortsetzen, könnten wir ja auch einmal gefragt werden, ob das deutsche Volk als der Souverän im Lande weiter den Saudis ihr Öl abkaufen und diese Despoten weiter mit Waffen beliefern will!

  2. Die Philippinen sind meines Wissens kein muslimisches Land und ISIS ist dort erst aktiver geworden nachdem Duterte die Kooperation mit China angekündigt hat, ein Schelm wer Böses denkt.

  3. Neben den Saudis sollte man sich in erster Linie einmal die Mühe machen zu recherchieren, wie viele Produkte man den Amis nicht mehr abkaufen sollte. Einer Schlange haut man zuerst den Kopf ab. Wenn keine ausreichende Kohle mehr fließt kann man auch nicht mehr so viele Stützpunkte, Militär und Spionagezentren unterhalten, denn das verschlingt Unsummen.

    • Ja und nicht vergessen die Schlange wird von EU+Merkel+W.Scheuble gefütert!Die Menschen leider Gottes so Manipuliert!!! Die sehen nicht die zusammenhänge zwischen Mörder von CIA+MI6+Israel+EU+Saudis!!! Sonst braucht man doch keine Banken und Rüstungsindustrie, Hilfe wir müssen unsere Werte verteidigen!