in Afrika

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Bereits seit einigen Wochen sieht sich Italien wieder verstärkt einem Zustrom von afrikanischen Mittelmeerflüchtlingen ausgesetzt. Während fast ganz Europa hofft, durch den Deal mit der Türkei das Flüchtlingsproblem weitestgehend in den Griff bekommen zu haben, zeichnet sich für den Spätsommer dieses Jahres eine neue, dramatische Flüchtlingswelle aus Afrika ab. Nach Mitteilungen von italienischen Zeitungen, geht die italienische Ausländerbehörde davon aus, dass ab diesem Zeitraum mit mindestens einer halben Million Flüchtlinge aus Kenia zu rechnen sei, die über das Mittelmeer flüchtend, die italienische Küste erreichen werden. Nach Angaben italienischer Medien könnte es sich um einen „Exodus biblischen Ausmaßes“ handeln.

Auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und mehrere afrikanische Regierungen schließen sich diesen Befürchtungen an. Einer der Hauptgründe liegt darin, dass Kenia zwei Flüchtlingslager auf seinem Territorium schließen wird, darunter des größte Lager der Welt in Dadaab. Als Schließungstermin nennen die kenianischen Behörden spätestens November. Nach Aussage des kenianischen Innenministers Joseph Nkaissery handelt es sich um eine endgültige Entscheidung. In Dadaab, im Osten Kenias, befinden sich nach Schätzungen der UN etwa 350.000 Menschen, davon rund 90% Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem benachbarten Krisenstaat Somalia. Ein UNHCR-Sprecher bezeichnete die kenianische Entscheidung als „nicht menschenwürdig“ und zweifelte an, dass diese praktisch umzusetzen sei, denn auch im Lager Kakuma befinden sich mehr als 220.000 Menschen. In diesem Lager kommen die meisten Flüchtlinge aus dem Süd-Sudan.

Sollte die Schließung der beiden Lager tatsächlich umgesetzt werden und berücksichtigt man die Anzahl der Flüchtlinge die sich noch in Libyen aufhalten, so könnte Europa, konkret Italien, mit Flüchtlingsströmen bis zu 650.000 Menschen rechnen. Überhaupt spielt Libyen eine Schlüsselrolle und steht bei den Verhandlungen der EU-Kommission mit afrikanischen Ländern hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik an oberster Stelle. Zwar erklärte Libyen unlängst für einen Deal mit der EU nicht zur Verfügung zu stehen und betonte, dass die EU selbst sehen müsse, wie sie die Flüchtlinge wieder in ihre Herkunftsstaaten schicken könne, doch ob diese Haltung bei winkenden Milliardenzahlungen und anderen wirtschaftlichen Kooperationen aufrecht erhalten wird, scheint fraglich.

Es geht um viel Geld. Die Pläne der EU-Kommission beinhalten zunächst Kooperationen und „Deals“ mit den Ländern Tunesien, Niger, Äthiopien, Mali, Senegal, Nigeria, Libyen und den Nahost-Staaten Jordanien und Libanon. Die sogenannten Migrationspartnerschaften zwischen der EU und den afrikanischen Staaten sollen Fluchtursachen bekämpfen und eine irreguläre Migration nach Europa verhindern, ganz nach den Erfahrungen aus dem EU-Türkei-Abkommen. Naturgemäß gilt eine große Sorge der EU-Staaten, die bislang den Großteil der Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan aufgenommen haben, den enormen Kosten. Allein die Bundesrepublik rechnet nach Angaben aus dem Bundesfinanzministerium damit, bis in das Jahr 2020 rund 93 Milliarden Euro für die Flüchtlingspolitik ausgeben zu müssen.

In Südeuropa ist dieser finanzielle Druck noch größer. Die italienische Regierung weiß, dass eine erhebliche Verstärkung der Flüchtlings- und Migrationswelle aus Afrika die bereits angeschlagene italienische Wirtschaft kollabieren lassen würde. Außerdem warnen europäische Gesundheits-Analysten davor, dass Flüchtlinge aus Afrika Krankheiten wie Cholera, HIV, Tuberkulose und andere nach Europa tragen könnten und halten umfassende Gesundheitschecks bei den Ankömmlingen für unabdingbar.

Die kenianische Regierung begründet die Schließung ihrer Lager vor allem mit immer größer werdenden Sicherheitsproblemen. Zwar hat die kenianische Menschenrechtskommission Klage gegen die Schließung des Lagers in Dadaab eingereicht, doch eine Erfolgsaussicht ist sehr gering. Kenia will hauptsächlich die Somalier zurückschicken, doch diese werden kaum freiwillig in ihre bürgerkriegsversehrte Heimat gehen, wo sie großer Gefahr ausgesetzt sind. Kenia ist sich der Situation bewusst und weiß auch, dass sich unter jenen, die sich auf den Weg machen werden, eine große Anzahl von militanten Personen befindet, aber genau dies‘ ist ein Punkt, warum Kenia froh sein wird, sich der Flüchtlinge zu entledigen.

Der UNHCR zufolge befinden sich in Afrika etwa 15 Millionen Menschen auf der Flucht. Die zentrale „Mittelmeer-Migrationsroute“ wird in der Hauptsache von Menschen aus drei Ländern genutzt: Eritrea, Sudan und Nigeria. Eritrea ist eines der autoritärsten Regime der Welt. Der Sudan ist durch zahlreiche Konflikte zerrüttet. Hinzu kommen dann die Flüchtlinge aus dem Süd-Sudan die sich noch in Kenia befinden. Die Terrormiliz „Boko Haram“ hat im Nordosten Nigerias etwa 2 Millionen Menschen dazu gezwungen zu flüchten. Dabei betreut Nigeria selbst schon 2,5 Millionen Flüchtlinge. In vielen anderen afrikanischen Ländern ist die Lage angespannt und ein weiterer Teil der Flüchtlinge macht sich aus Ländern wie Mali, der Zentralafrikanischen Republik, Kongo und Gambia auf eine ungewisse Reise.
Um dieser Situation zu begegnen, schlug der italienische Premierminister Matteo Renzi die Schaffung von Abkommen mit den afrikanischen Staaten vor, welche nun von der EU-Kommission umgesetzt werden soll.

Renzi machte in einem entsprechenden Brief an die EU-Kommission Vorschläge zum Schutz der EU- Außengrenzen, für die Rückführungsmöglichkeiten von Flüchtlingen und zur Erfassung von „Wirtschaftsflüchtlingen“. Er sprach sich für eine Gründung von „Filtrationslagern“ auf afrikanischer Seite aus und auf die Bewilligung von Finanzhilfen für bestimmte afrikanische Länder. Die deutsche Bundesregierung lehnt diese Idee von zusätzlichen Kosten ab, wird sich dieser aber auf Dauer nicht verweigern können. Außerdem bleibt die Frage, wie diese Kosten letztendlich innerhalb der EU auf die einzelnen Mitgliedsstaaten umgelegt werden sollen. Auch der Forderung des italienischen Premiers, hinsichtlich einer Einführung von „Flüchtlings-EURO-Anleihen“, um die Flüchtlingsproblematik zu bewältigen, erteilte Berlin eine Absage.

Da viele korrupte und totalitäre afrikanische Regierungen ohnehin schon von europäischen Geldern, Entwicklungshilfen und großzügigen internationalen Finanzhilfen profitieren, die in dunklen Kanälen versickern, ohne das die eigenen Bevölkerungen davon profitieren würden, lehnen auch internationale Menschenrechtsorganisationen weitere EU-Zahlungen an bestimmte afrikanische Staaten ab. Es deutet alles darauf hin, dass die EU auf einen neuerlichen Flüchtlingsstrom aus Afrika nicht ausreichend vorbereitet ist und auch die Ursachen nicht bekämpfen kann, zumal viele regionale Konflikte durch geopolitische Interessen angeheizt werden, die wiederum nur durch militärisches Eingreifen zu stoppen wären. Die EU trägt hierbei wie fast immer nur die Folgen der Interessenspolitik der Großmächte und der Finanzjongleure.

Quellen: UNHCR, Il Giornale, Daily Mail, Washington Post, BMF, Swahili Hub, New Eastern Outlook (M. Berger), Frankfurter Rundschau, Handelsblatt, Neues Deutschland

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22 Kommentare

    • Wenn sie wüsstest das ich Ihnen die Kohle geklaut habe, würden sie es sich dann nicht wieder zurückholen wollen…

      Die Weiße und Edle-Rasse alle Rassen hat Ihnen das Land gestohlen, sie umgebracht (100 Mio. !) und sie versklavt, sie ausgebeutet/ausgeraubt „Ihnen die Kohlen gestohlen“, die Südfrüchte geklaut und sie verhungern lassen ! ! !

    • Oje, immer die selbe Leier!
      Wenn es die unmenschlichen Freihandelsabkommen nicht gäbe, wäre die Wirtschaft dort nicht so schlimm!
      Gäbe es nicht die seit Jahrhunderten, Raubzüge der diversen Ressourcen nicht, wäre Afrika einer der reichsten und buntesten Kontinent!
      Würde man diese Menschen, als Menschen gleicher Art sehen, hätte es den irrsinnigen Sklavenhandel nicht gegeben, wäre es ein sehr schönes und fruedliches , Gleichberechtigter Kontinent!
      Würde man nicht überall dort , politisch intervenieren und korrumpieren, wären die Menschen dort , Zufrieden und ein hort des Friedens !
      Aber eben, die kleingeister hier, kapieren das nicht!

    • Im letzten Jahrhundert hat die Weiße und Edle-Rasse alle Rassen, Ihnen ein Spiel gespielt und die Unabhängigkeit zugesprochen.

      Sie… sie hatten plötzlich LAND in ihren Händen und die Rasse alle Rassen kamen mit einen schwarzen Buch mit einem Kreuz drauf zurück.
      Sie… sie sollten die Augen schließen und als sie ihre Augen wieder öffneten, hatten sie kein LAND mehr in Ihren Händen vorgefunden… nur, nur noch ein schwarzes Buch mit einem Kreuz drauf ! ! !

      • Hallo Olli,

        vielleicht hat es dir noch niemand gesagt, aber es gibt unter den Menschen keine Rassen. Es gibt nur Menschen verschiedener ethnischen Abstammung. Also spar dir dein selten dämliches Gelatsche und geh noch bißchen im Sandkasten spielen. Prost

        • Doch die gibt es noch immer noch in den Köpfen der Menschen, in der westlichen Welt!

          Früher hat man die Menschen mit dem Rassenwahn infiziert, in dem man Ihnen gesagt hat… die Weiße-Rasse ist Edel, Vollendet und eine Vollkommene-Herrenrasse und hat das Recht über andere Rassen Schweinereien zu begehen.

          Heute wird der Rassenwahn mit „Wissenschaftlich“ in die Köpfe der Menschen infiziert – es sei Wissenschaftlich bewiesen, das die Weißen automatisch SCHLAU auf die Welt kommen und die Schwarzen SPORTLICH… meisten wird den Schwarzen wissenschaftlich vorgeworfen, das sie ja nur guter Sprinter seien und mehr kann aus Schwarzen nicht werden.

          (erst neulich hat so ein kranker Hund hier geschrieben… nur guter Sportler/Sprinter!)

    • es gibt genug andere länder auf der erde wo ebenfalls kein krieg ist. da können die auch hinflüchten. aber nein es muss europa sein. vorzugsweise deutschland. und warum? weil man hier am besten den hintern gepudert bekommt, das weiss doch jeder. ergo: auf nach germoney. nur, flüchten ist kein wunschkonzert und wir sind nicht dass sozialamt der welt.

  1. Na, prost Mahlzeit. Wer sich schon über die Flüchtlinge aus Syrien und anderen Regionen aus dem Nahen Osten aufgeregt hat wenn es um Integration ging der wird sich ganz schön umgucken wenn mal richtig viele Afrikaner hier sind.
    Da haben andere Länder schon ihre Erfahrungen gemacht, und die sind nicht gerade beruhigend.
    Ich hoffe die gut bezahlten Herrschaften aus den EU Regierungen finden doch noch effektive Maßnahmen um dies abzuwenden.

      • … denen ihre einzige Überlegung gilt dem Problem : Wie können wir so viele wie nur irgend möglich nach DE holen, ohne dass die Bevölkerung spitz kriegt, dass wir es mit Absicht tun !

        • … deshalb „überlegen“ sie ja auch sooo l a n g e, damit es für Gegenmaßnahmen zu spät ist.
          Da müssen Vorschläge eingereicht werden, Gremien tagen, außerordentliche Sitzungen stattfinden, Gesetzeslagen geprüft werden, Termine (wegen suspekter Begründungen) verschoben werden, Ausschüsse gebildet werden, usw. usf., usw. usf. !!!
          Und wie lange hat Merkel gebraucht um die Schleusen zu öffnen ? keine 24 Std. !
          Sollte morgen der Bau einer Flüchtlingsunterkunft in unmittelbarer Nähe von Merkel oder Co.’s priv. Wohnhaus begonnen werden, würden entsprechende Gesetze zur Verhinderung, morgen früh, fix und fertig von allen Instanzen abgesegnet, auf dem Tisch liegen !
          Wacht endlich auf, wir werden hier stündlich verraten und verkauft !!!

  2. Die Migrationswaffe gegen die Eu wird bewusst von der Usa eingesetzt.

    Fakten:

    Gadaffi wollte den Dollar am Rohstoffmakt gegen den Euro ersetzen, deshalb hat man ihn überfallen.

    Weiterhin gründete laut der Washington Post die Usa die Is um Syrien zu zerstören und damit Russland zu schwächen.

    Laut meinen Rechergen plant die machtbesessene, neurotische Usa einen Krieg gegen Russland in Europa und zumindest einen Wirtschaftskrieg gegen China.

    Auch der Euro ist ihnen nach wie vor im Weg. Aber Freunde greift man nicht direkt an, sondern indem man ihre Entscheidungsträger kauft.

Webmentions

  • Flüchtlingskrise: Neuer Exodus im Spätsommer | NEOPresse – Unabhängige Nachrichten – Andreas Große 10. Juni 2016

    […] Quelle: Flüchtlingskrise: Neuer Exodus im Spätsommer | NEOPresse – Unabhängige Nachrichten […]

  • Afrikanischer Exodus und so etwas 10. Juni 2016

    […] sind, wirtschaftliche Probleme oder Klima-Schäden – Afrika hat es nicht leicht. Jetzt habe ich einen Artikel mitbekommen, in welchem es darum geht, dass Afrika vor einem „Exodus biblischen Ausmaßes“ steht. […]