in Afrika

Die westlichen Konfliktlösungsmechanismen in den meist selbstverursachten Brennpunkten dieser Welt, bringen in dieser medialen Zeit immer wieder schier unglaubliche Doppelstrategien der Geheimdienste und der „NGO’s“ an das Licht der Öffentlichkeit.  Eine dieser „Non-Goverment Organizations“ ist unter dem Namen „International Crises Group“ bekannt und lässt einen vielsagenden Blick auf ein verflochtenes Netz von Kontrollmechanismen und verworrener Politik zum Zwecke der Öffentlichkeitstäuschung zu.

Die ehemalige italienische Außenministerin Emma Bonino gehört zu der Sorte im Personenkreis der „ICG“, die viel beschäftigt und wichtig aussehen, Kritik jeder Art an sich abprallen lassen und die ihre Rolle in den digitalen Medien perfekt spielen. Bonino versteht es geschickt eigentliche Zielsetzungen in einem Berg von Nebensächlichkeiten zu verschleiern und ist Bindeglied zwischen Mitstreitern wie George Soros, Madeleine Albright, Baron Malloch-Brown, Lord Jacob Rothschild und dem künstlerischen Strategen der russischen Afghanistan-Verwirrung, Zbigniew Brzezinski. Allein diese Namen sind Garanten für das Schaffen von geeigneten Rahmenbedingungen, zur Interessenwahrung heutiger außenpolitischer Zielsetzungen. Ihr Spiel ist allerdings ein alter und weithin bekannter Wettbewerb zum Zweck der Steuerung von Machverhältnissen.

Im Fokus stehen, sollten auch ein Blick auf die Erfüllungsgehilfen, auf das „Fußvolk“, die „Infanterie“, zur Schaffung einer „alten“ neuen Weltordnung und eine Offenlegung ihrer Strategien. Viele Teile der Öffentlichkeit sind informiert über die Umgruppierung des „Islamischen Staates“ während des Libyen-Krieges, aber nur wenige verstehen den eigentlichen Zweck und die Vorgänge, die sich in dem Land abspielen. Um einen Einblick darüber zu erhalten, wie der Personenkreis der NGO’s arbeitet, diese ihr „doppeltes Spiel“ betreiben, dient anschaulich auch ein Video von CNN, welches gleich nach der „Krim-Krise“ ausgestrahlt wurde. In dem Clip verglich Zbigniew Brzezinski zunächst das damalige Vorgehen Wladimir Putins mit dem von Adolf Hitler im Jahre 1938 und forderte ein sofortiges, militärisches Handeln gegen Russland. Madeleine Albright beschrieb eine Situation, die sich auf „des Messers Schneide“ befände und forderte die Umsetzung aller zur Verfügung stehenden „Werkzeuge“, inklusive eines möglichen NATO-Einsatzes, zur Verhinderung einer Annektierung der Ukraine seitens Russlands. Beide stellten die Hauptschuld Russlands bezüglich der Situation in der Ukraine in den Vordergrund, obwohl die eigentlichen Kräfte, die Umsturz und Bürgerkriegszustände verursachten vom Westen gesteuert wurden.

Eine ganz andere Geschichte wird in Libyen erzählt. Die Ansichten über Libyens Ex-Staatschef Muammar al-Gaddafi waren zum Teil sehr unterschiedlich. Für die meisten US-Amerikaner war Gaddafi ein Tyrann, die Inkarnation des Übels. Israel und die USA warteten nur auf eine passende Gelegenheit, den libyschen Oberst los zu werden, was im Rahmen des „arabischen Frühlings“ möglich wurde. Wie die Geschichte ausging ist bekannt. Interesssanter ist nun, wie sich die Beteiligten und die Strippenzieher die Zukunft vorstellen.

Prinz Mohammed el-Senussi ist Großneffe des 1969 von Gaddafi gestürzten König Idris und einziger legitimer Thronnachfolger Libyens. 1988 verbannte Gaddafi el-Senussi und seine Familie, die seitdem in Großbritannien lebt. Der Prinz wurde 1962 geboren und ist unverheiratet. Im Jahre 2011 gab el-Senussi „Al Jazeera“ ein Interview, indem er die internationale Gemeinschaft beschwor in Libyen zu helfen und einzuschreiten. Exakt zu dieser Zeit erklärte der französische Präsident Nicolas Sarkozy: „Gaddafi muss gehen!“ Zustimmung kam auch vom US-Senat und so wurde umgehend eine militärische Koalition geschmiedet, die nach Resolution in Libyen intervenierte. Die Rolle von Nicolas Sarkozy, auch im Zusammenhang mit dem libyschen Öl, spielte hierbei eine wesentliche Rolle. Neue Enthüllungen im Zusammenhang mit einer US-Senatsermittlung und den freigegebenen E-Mail Daten von Hillary Clinton, zeigen ganz deutlich die Rolle Sarkozys bei den Planungen für ein neues Libyen.

Der französische Präsident ordnete über den französischen Nachrichtendienst mehrere Geheimtreffen mit Abd al- Fattah Yunis und anderen Führungsoffizieren der libyschen Streitkräfte an. Es flossen französische Geldmittel und Anweisungen zur Gründung eines Übergangsrates mit der festen Zusage seitens Frankreichs diesen umgehend als legitime neue Regierung anzuerkennen. Außerdem wurde beschlossen, dass Frankreich für die Zukunft 35% des libyschen Erdöls erhalten sollte.

Eine besondere Rolle bei der libyschen Neuordnung fiel auch der ehemaligen Kolonialmacht Italien zu. Die Expertin für libysche Geschichte und Politik und Absolventin der Universitäten von Florenz, Oxford und Northwestern (USA), Claudia Gazzini, hatte schon frühzeitig den Fall von Gaddafi prognostiziert und deutete auf die schwierige politische Nachfolgesituation hin. In verschiedenen internationalen Berichten empfahl Gazzini unter anderem dem US-Senat, einer Nachfolgeregelung unter der Führung von Prinz el-Senussi zuzustimmen. Fast überflüssig zu erwähnen das Gazzini ebenfalls Mitglied der „International Crises Group“ ist.

„Der libysche Konflikt ist mehrdimensional und komplex. Politische und wirtschaftliche Faktoren dürfen hierbei nicht getrennt werden und sind von einer stabilen Sicherheitslage im Land abhängig. Die internationale Gemeinschaft sollte die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, als sie sich entschied eine politische Vereinbarung voranzutreiben, ohne ausreichende Vorbereitungen und eine Einheitsregierung ankündigte. Diese Einheit konnte nicht gewährleistet werden, da kein starker politischer Führer in eine Position gebracht wurde, diese auch umzusetzen und zu regeln“, so ein Auszug aus Gazzinis Bericht.

Die „klinischen Krisenspielchen“ und die verhärtete Haltung zum dauerhaft verursachten Chaos, dass im Wesentlichen von ihnen selbst verursacht wurde, bestärken offenbar viele Mitglieder der „Crisis Group“  und lassen ihre Schlussfolgerungen über die Zukunft ganzer Staaten vom ideologischen Eigeninteresse leiten. Ein anderer Bericht aus einer „Globalen Denkfabrik“ der NGO’s, dem „Carnegie Endowment for International Peace“ und dem Verfasser Frederic Wehrey kommt zur folgenden Analyse: „Anders als im Irak oder Syrien, kann der „Islamische Staat“ nicht die sektiererische Furcht schüren, um Libyen zu erbeuten. Der „IS“ hat keine Fähigkeit gezeigt dauerhaft Regierungsgewaltstrukturen zu begründen. Innerhalb Libyen gibt es noch Gruppen, die fähig und gewillt sind, den „IS“ zu bekämpfen. Eine Annäherung an den Westen, sollte sorgfältig erarbeitet werden, um zu garantieren, dass diese mit einem geeigneten Führer umgesetzt und vereinheitlicht werden, statt das Land zu teilen.“

Sachkenntnisse, historische Gegebenheiten und die Berücksichtigung anderer „Umsturzentwickler“, etwa wie die CIA-Legende Allen Dulles, der seinerzeit im Iran die Marionette Schah Reza Pahlavi installierte, begründen die Ratschläge und Berichte von Claudia Gazzini und anderen Mitgliedern der „Crises Group“. Die el-Senussi-Berufung würde eine erfolgreiche Entwicklung darstellen, die den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen zu den umgebenden Stämmen in Libyen nützt. Das Stammessystem der Beduinen könnte sich mit einer solchen Führung identifizieren. Es würde im Laufe der Zeit Respekt und Prestige gewinnen und nordafrikanische Traditionen und regionale Angelegenheiten vereinen. Via Twitter wird bereits über die Rückkehr des Königs von Libyen gezwitschert. Auch in Artikeln der New York Times wurde die Idee zur Wiederherstellung der libyschen Monarchie bekräftigt. Ein erfahrener Autor bekundete hierbei die Wiedereinführung der libyschen Verfassung aus dem Jahr 1951.

Unter Gaddafi war Libyen eine fast „klassenlose“ Gesellschaft. Es gab ein freies Bildungs-und Hochschulsystem, ein funktionierendes Gesundheitswesen. Heute leben die Massen in Furcht und Armut. Wie auch immer die Kräfte von politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen arbeiten, die Interessen von Großkonzernen wie Exxon, Shell, BP und anderen Organisationen mit Personen wie George Soros & Co werden immer versuchen im Vordergrund zu stehen, auch wenn sie oft im Dunkeln operieren. Noch muten da die Worte des designierten Monarchen el-Senussi aus dem Juli des letzten Jahres etwas sonderbar an: „Libyen ist eine Kraft für Stabilität, ein Haus für die Renaissance der Zivilisation, eine Bastion des Friedens und der Sicherheit!“

Quellen: crisisgroup.org, New York Times, Carnegieendowment, n-tv, Phil Butler, New Eastern, youtube, twitter, Wikipedia, merip.org, ard-online

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  1. Gaddafi wollte das Öl nicht mehr für $ verkaufen, und den islamischen Golddinar einführen, und er wollte Frankreich die CFA – Franc – Zone abspenstig machen, wo natürlich nicht nur bei den Amis der Hut gebrannt hat, sondern auch der Sarko im Dreieck gehüpft ist.

    Bei Saddam gings doch auch um den Petrodollar, und dann kommen halt die Demokratie – Bomber.