in Medien

Das „heute-journal“ des ZDF präsentierte einen Vertreter der privaten Rentenversicherungen als Experten für die staatliche Rente. So geht Propaganda für die Massen.

Am Montag brachte das ZDF mit Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg einen sogenannten „Experten“, der in der Sendung „heute-journal“ propagieren durfte: „Die Rentenversicherung ist gnadenlos fair“.

In seinem Beitrag, der immerhin rund vier Minuten lang dauerte, durfte er die Altersarmut verharmlosen und den Menschen unterstellen, quasi selbst an der Misere Schuld zu sein. Als Vertreter der „Freiburger Schule“ vertritt er nämlich die Position, dass die umlagefinanzierte staatliche Rente um eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge ergänzt werden soll.

Doch wenn man einen Blick auf die Jobs des Professors wirft, wird einem klar, warum er das bestehende System verteidigt, welches immer mehr Menschen zum Abschluss von privaten Zusatzversicherungen drängt: Er ist selbst dort tätig und profitiert vom Totalversagen der deutschen Politik.

Professor Raffelhüschen ist nämlich wissenschaftlicher Berater für die Victoria Versicherung AG und Mitglied im Aufsichtsrat der ERGO Versicherungsgruppe, sowie der Volksbank in Freiburg (was man auch bei Wikipedia nachlesen kann). Zudem ist er Vorstandsmitglied der Stiftung Marktwirtschaft und Botschafter der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM). Auch war er von 2002 bis 2003 Mitglied der „Rürup-Kommission“.

Wie man also sieht, missbraucht das öffentlich-rechtliche Fernsehen seine starke Marktposition, um der staatlichen Rente zu schaden und der privaten Versicherungswirtschaft zuzuarbeiten. Eigentlich hätte man angeben müssen, dass der ehrenwerte Professor bei diesem Thema befangen ist und für die private Versicherungswirtschaft arbeitet.

ANZEIGE

Dein Kommentar

Kommentar

15 Kommentare

  1. Die Bild hat damals das private Riester-Modell hochgejubelt und als Allheilmittel verkauft. Heute wissen wir warum. Das Gleiche machen nun fast alle Leitmedien, auch der öffentlich-rechtliche Staatsfunk. Manipulation auf allen Kanälen.

    • Genau hier kann der kritische Medienkonsument nur noch den Kopf schütteln, was dann der unbedarfte Betrachter auch für headbangen halten könnte. Das Modell hat sich als untauglich erwiesen und sogar ARD, ZDF und BILD mussten dieses eingestehen. Die INSM-Propaganda wurde in den letzten Jahren als miese Verkaufstricks erkannt und wird nur noch von der intellektuellen Unterstschicht ernst genommen. Warum in aller Welt hat das ZDF nun einen INSM-Zombie ausgegraben bzw eine Plattform gegeben? Dummheit? Provokation? Beides?

  2. Diese ZusatzRenten sind leider nur ein Geschäft für die jeweiligen Anbieter.
    Meist aktienbasiert, trägt der zukünftige Rentner alle Kursverluste.
    2008 hat sich für viele die zu erwartende Rente halbiert, oder schlimmer.
    Hat man den Anspruch endlich erreicht, muss man die Zusatzrente gemeinsam mit der staatlichen Rente kpl. versteuern. Es bleiben von brutto dann etwa 60% netto…
    Toll – das erzählen euch die „Experten“ und Versicherungseltener leider nicht.

    • Das ist der Trick. Die Arbeitgeber sind komplett außen vor.
      Den mikriegen Zuschlag vom Arbeitgeber gibts exakt einmal und wird bei der Steuer als Ausgaben gebucht. KVanteil auch gespart und zu 100% dem Arbeitnehmer angehängt.

  3. Dieses Interview war ein öffentlicher Affront gegenüber allen Arbeitnehmern, die jahrelang einen sozialversicherungspflichtigen Beruf ausüben und trotzdem zu wenig Rente erhalten. Die gesetzliche Rente kann nur noch garantiert und finanziert werden, wenn es eine Reform gibt und alle Bürger, Beamte (Pensionen), Selbständige etc. einzahlen. Traurig auch, dass der Interviewpartner diesmal keine Fragen gestellt hat.

    • Interview?
      Das war eine Verkaufserzählung. Wer weis? Wohlmöglich hat auch er was an Gage abgegriffen. Wenn nicht von der Propagandsteuer dann von der Versicherungswitschaft.

  4. Das Wiederausgraben der alten INSM-Zombies wie Raffelhüschen ist in meinen Augen eine propagandistische Schwachsinnstat. Diese Schwachsinnstat dann auch noch das ZDF begehen zu lassen ist ein weiterer Schritt auf dem Weg in den totalen Kollaps des Meinungsmonopols der systemrelevanten Medien wie ARD, ZDF und BILD.

    Die unsägliche Arroganz und Abgehobenheit unserer Herrscherkaste wird damit den Menschen im Land wieder mal vor Augen geführt. Gerade die Propaganda für die Agenda 2010 und das INSM haben den systemrelevanten Medien schweren Schaden zugefügt. Die ÖR schaufeln sich gerade ihr eigenes Grab.

    • Die Tageschau-Trottel und heute-journal-Gläubigen gehören auf Entzug, genau wie Alkoholiker oder Koksnasen.

      Passive Medien-TV-Information sollte als schlimme, gesellschaftszerstörende Krankheit gebrandtmarkt werden!

      Am besten muß unter der Tageschau ein Laufband mit der Aufschrift laufen: „Der Konsum dieser Sendung kann zu schwerer, dauerhafter Desinformation, Verwirrung und Zerstörung ihres Landes führen!“

    • Der Suizid der ÖR geht in etwa so ab: Zuerst wird der totale Klassenkrieg von Oben gepredigt. Das führt schon mal bei einigen Betroffenen zu Ablehnung. Die breite Masse wird dadurch verarmt. Nun belastet diese entweder die Haushaltsabgabe extrem stark oder aber diese werden befreit. Befreiungen bedeuten Einnahmeausfälle, welche durch Gebührenerhöhungen die Gebühren für die Noch-Zahlenden in die Höhe treibt. Das wiederum schafft weitere Antipathie. Da aber die Glaubwürdigkeit auch von der Sympathie abhängt verlieren so die ÖR ihren Einfluss und werden für unsere Herrscherkaste auf lange Sicht nutzlos und unverwertbar. Die Erfindung der neuartigen Rundfunkempfangsgeräte und der Haushaltsabgabe hat auch mitgewirkt …

  5. Widerlich!!! – Drecksjournalisten, welche mit üppigen Pensionen, auf Kosten der GEZ – Zahler rechnen dürfen, machen Propaganda für eine Vorsorge, welche dann später entsprechend verrechnet wird. Propaganda hin, Propaganda her – Die Öffentlich Rechtlichen, sind ja diesbezgl. Experten – Widerlich!!!