in Medien

Zu kaum einem Zeitpunkt wurde die Nähe der deutschen Presselandschaft zu ihrer Regierung mehr deutlich, als vor knapp einem Jahr hunderttausende Flüchtlinge und Migranten über die Grenze nach Deutschland kamen. Eine neue Studie belegt nun: 82% der Flüchtlings-Berichte waren positiv konnotiert.

Kaum Opposition in der Flüchtlingsfrage

Es war ein Ausnahmezustand in jedweder Hinsicht, als vor knapp einem Jahr, im September 2015 riesige Migrationsströme die Bundesrepublik erreichten. Über das Mittelmeer und über die sogenannte Balkanroute waren bis Ende des letzten Jahres eine Millionen Flüchtlinge, Asylbewerber und illegale Migranten über die Grenze nach Deutschland gelangt.

Das Dublin-Abkommen der EU, das eigentlich die Registrierung und Unterbringung der Ankommenden regeln sollte, brach in sich zusammen. Griechenland, Italien und andere Mittelmeer-Anrainerstaaten schickten die Flüchtlinge einfach weiter, die wiederum selbst fast alle nach Mitteleuropa wollten.

Nach Absprache mit Österreich verkündete die Bundeskanzlerin daraufhin überraschend eine „Willkommenskultur“. Die Flüchtlinge sollten in Deutschland herzlich und in großer Anzahl aufgenommen werden. Fragen nach einer Begrenzung wies sie damals ab:

„Das Asylrecht kennt keine Obergrenze“.

Das, was damals eine immer größer werdende Anzahl Bürger im Land Angst und wütend machte, war allerdings die Tatsache, dass sich gegen diese Entscheidung kaum Opposition anbot. Die linken Parteien im Bundestag, SPD, Grüne und LINKE, stimmten der Kanzlerin bei ihrer Migrationspolitk zu und verlangten teilweise noch liberalere Entscheidungen, die FDP war nicht mehr im Parlament präsent und die CDU weitgehend auf Linie der Kanzlerin. Was allerdings noch schlimmer erschien: Die Medien waren es auch.

Studie belegt Willkommensjournalismus

Die Presselandschaft in Deutschland schien beeindruckt von dem Merkel-Mantra: „Wir schaffen das!“. Sowohl das Öffentlich-Rechtliche, als auch die ZEIT, die FAZ, die SZ und der SPIEGEL befürworteten erkennbar die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Es war Michael Hanfeld von der FAZ, der für dieses Phänomen im November 2015 den Begriff „Willkommensjournalismus“ einführte.

Nun belegt erstmals eine breit angelegte Studie die Wahrnehmungen die von NEOPresse, aber auch anderen Publikationen, zur Flüchtlingsberichterstattung festgehalten wurden. Das Projektteam an der Hamburg Media School (HMS) rund um Michael Haller, emeritierter Professor der Universität Leipzig, hat mehr als 34.000 Pressebeiträge ausgewertet und kommt zu einem scharfen Ergebnis: Die FAZ berichtet:

„Insgesamt seien 82 Prozent aller Beiträge zur Flüchtlingsthematik positiv konnotiert gewesen, zwölf Prozent rein berichtend, sechs Prozent hätten die Flüchtlingspolitik problematisiert. Reichweitenstarke Medien hätten sich das Motto der Bundeskanzlerin – „Wir schaffen das“ – zu eigen gemacht.“

Als charakteristisches Beispiel nennt er den „ZEIT“-Titel aus dem August 2015. Dort titelte die große deutsche Wochenzeitung breit „Willkommen!“ und habe sich, so Haller, in überwiegend positiver Konnotation mit dem Thema Flüchtlinge auseinandergesetzt.

Für den Sommer 2015 ergeben sich laut Haller folgende Einzelergebnisse: Implizit oder explizit positiv wertend waren…

  • 20% der Berichte (nicht Kommentare!) der Tagesschau
  • 40% der Berichte bei SPIEGEL Online
  • 15%  der Berichte von WELT Online

Die übergroße Mehrzahl der Leitmedien (zwei Drittel) haben, so Haller, am Anfang „übersehen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen in großer Zahl und die Politik der offenen Grenzen die Gesellschaft vor neuen Problemen stellt“. So wurde aus dem Begriff der „Willkommenskultur“ ein Dissensbegriff, an dem sich gegenwärtig die Geister scheiden.

Bürger misstrauen Medien

Pegida Demonstration in Dresden am 05.01.2015 / Metropolico.org / flickr.com / CC BY-SA 2.0

Pegida Demonstration in Dresden am 05.01.2015 / Metropolico.org / flickr.com / CC BY-SA 2.0

Das Gespür der Bevölkerung über die Ausgewogenheit von Beiträgen von Medien scheint sehr gut ausgeprägt zu sein: Laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Dezember 2015 urteilten 51% der Befragten negativ über die Berichterstattung der Medien in der Flüchtlingsfrage. Eine Mehrheit waren gänzlich oder in Teilen unzufrieden mit der Ausgewogenheit der Beiträge. Die „FAZ“ berichtet: „Überdurchschnittlich kritisch äußern sich hier die politisch interessierten Bevölkerungskreise, von denen 39 Prozent eine positive Bilanz ziehen, während 58 Prozent Kritik üben.“

Die Hauptkritikpunkte der Befragten der repräsentativen Umfrage waren die Thematisierung der demografischen und qualitativen Struktur der Flüchtlinge. So sei die übergroße Anzahl junger, Männer in Medienberichten nicht angesprochen sowie deren berufliche Qualifikation überschätzt worden. Auch die Risiken des Flüchtlingsstroms, beispielsweise erhöhte Kriminalität oder steigende Terrorismusgefahr, sah jeder zweite unterrepräsentiert.

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18 Kommentare

  1. Nur 82%?
    Ich hätte mit mind. 92% gerechnet!
    Denn egal was man gesehen, oder gelesen hatte, vom Mainstream, alles war nur „hurra“ und jede andere Meinung wurde unterdrückt, zensiert, ja gar verfolgt!

    Es war u.ist eine Staatsdoktrin, welche dem Volk aufgezwungen wurde und welche das Volk gehorsam zu folgen hat.

    Auch kann ich die 51% kaum glauben, aber es würde erklären warum hier alles noch so läuft, wie es läuft!
    Da weiß man jetzt schon wie die Wahlen 2017 (wieder) ausgehen werden!
    (Wir blenden mal die ganzen aufgeflogenen Wahlmanipulationen, im „demokratischen Westen“, aus und tun so, als ob das Volk entscheiden könnte.)

  2. Bei Diskussion, ob die muslimische Religion gefährlicher ist, als andere Religionen. Wolfgang Bosbach Mitglied des Deutschen Bundestages: „nicht alle Muslime sind Terroristen, aber fast alle Terroristen sind Muslime“. Eine öffentliche Diskussion darüber könnte eine „Alternative für Deutschland“ sein.

      • @brücke

        Da bin ich voll und ganz bei dir. Das Wort „Islamistisch“ wurde nach 9/11 erfunden. Damit haben es unsere Mainstream Medien geschafft, eine ganze Religionsgemeinschaft als Terroristen zu deklarieren. Es gibt 45 Muslimische Länder. Keines dieser Länder hat in den letzten 200 Jahren im Namen des Islam, ein anderes Land überfallen / geplündert und anschließend in ein Zeitalter des Chaos gestürzt. Das waren, wenn ich mich nicht ganz irre, immer die Christlich geprägten Länder. Und jetzt echauffieren sich alle hier, dass die Mainstream Medien nichts anderes tun als das Volk zu manipulieren. Wo sind diese Leute gewesen, als die Amerikaner im Irak einmarschiert sind.

  3. Muss denn alles mit Studien belegt werden, damit es die Leute glauben. Wer seinen gesunden Menschenverstand benutzt, erkennt das auch ohne Studie! Die Mainstreammedien vertuschen doch auch nahzu alles, wenn einige der „Neubürger“ etwas Kriminelles angestellt haben. Da steht dann immer sinngemäß: Der oder die Täter sind unbekannt oder die Beschreibungen sind so schwammig formuliert, das es auf 80 % der Menschen zutreffen könnte, den Dialekt erwähnt man lieber gar nicht mehr, weil die Bevölkerung sonst beunuhigt wäre und so die Wahrheit erkennen würde.

  4. Alles richtig. Die Redaktion von NEOPresse muss sich aber auch an die eigene Nase fassen. Als noch kein Wort über den Widersinn von Merkels Willkommenspolitik geschrieben worden war,reicht ich einen Beitrag dazu beim Inhaber des Blogs ein, der ihn bewusst zurückhielt.
    Von wegen falsche Konnotation, das war Zensur!

  5. In meinen Augen ist „Lügenpresse“ nicht mehr zeitgemäß, wenn auch korrekt. Nein, was die einschlägig vorbestrafte Presse hier und auch in den USA macht, ist knallharte Kriegspropaganda!! So, wie geplant soll Deutschland wieder in einen Konflikt mit unseren Freunden und Nachbarn in Russland getrieben werden. Diese völlig verdrehten Darstellungen über den „Dispoten“ Putin, sind teilweise so sehr an den Haaren herbeigezogen, daß man nur lachen kann…. Wenn es nicht so traurig und gefährlich wäre.
    Wir sollten schnellstens anfangen, die Augen zu öffnen und unseren Verstand zu nutzen!!! Damit die Menschen den wahren Feind und Terroristen erkennen!!! Denn der Islam wird, wie wir alle, lediglich benutzt.
    Friede

  6. Teil 1: Ich würde gerne einige Auszüge einer Analyse der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom letzten Wochenende, welche Lehren aus der Flüchtlingskrise zu ziehen sind, zitieren: „Es geht nicht ohne Grenzen: (…) Die Freizügigkeit von Personen ist eine Errungenschaft innerhalb der Europäischen Union, ansonsten gilt: Kriegs- und Terrorflüchtlinge brauchen Schutz, Asyl garantiert das Grundgesetz in Deutschland. Milliarden Menschen einzuladen, sich aufzumachen in ein angenehmeres Leben, ist eine andere Sache. So verweist der Historiker Heinrich August Winkler auf eine deutsche Lebenslüge, zu glauben ‘wir seien berufen, gegebenenfalls im Alleingang, weltweit das Gute zu verwirklichen. . (…) Nicht jeder kommt in guter Absicht. (-> Teil 2)

  7. Teil 2: Die Erkenntnis ist trivial, trotzdem politisch nicht korrekt: Nicht jeder Fremde, der nach Deutschland einreist, kommt in freundlicher Absicht. Jede größere Gruppe Menschen hat ihren Anteil an Lumpen, Faulenzern, Kriminellen. Die statistische Normalverteilung gilt unabhängig von der Herkunft, also auch für Flüchtlinge. Logisch also, dass unter einer Million Zuwanderern auch Ganoven und Gewalttäter sind – und leider auch zu allem entschlossene Terroristen. (…) Berichten was ist: Es ist leider wahr: In der Flüchtlingskrise haben sich manche Medien um Kopf und Kragen geschrieben und gesendet. (-> Teil 3)

  8. Teil 3: Allen Ernstes wurde im Überschwang der Willkommenskultur verlangt, nicht mehr zu berichten, was ist, sondern für die gute Sache zu missionieren, also die Tatsachen zu schönen, da die Wirklichkeit dem dummen, unaufgeklärten Volk nicht zuzumuten sei. Früher nannte man das Propaganda. Und die geht am Ende immer nach hinten los.“

  9. Drohen, dealen und im Zweifel schießen: Tagtäglich fordern ethnisch abgeschottete Clans den Rechtsstaat heraus.

    Diese Leute sind immer bewaffnet, tragen Pistolen und selbst die Polizei hat Respekt, greift nicht ein, zieht sich zurück, wenn sie merkt, mit wem sie es zu tun hat. Polizeiberichte kommen nicht an die Öffentlichkeit – und wenn nur in äußerst abgemildeter Form. Das erinnert an den ursprünglichen Polzeibericht von Köln, der die tatsächlichen Vorkommnisse regelrecht verniedlichte.

  10. Drohen, dealen und im Zweifel schießen: Tagtäglich fordern ethnisch abgeschottete Clans den Rechtsstaat heraus.

    Diese Leute sind immer bewaffnet, tragen Pistolen und selbst die Polizei hat Respekt, greift nicht ein, zieht sich zurück, wenn sie merkt, mit wem sie es zu tun hat. Polizeiberichte kommen nicht an die Öffentlichkeit – und wenn nur in äußerst abgemildeter Form. Das erinnert an den ursprünglichen Polzeibericht von Köln, der die tatsächlichen Vorkommnisse regelrecht verniedlichte.