in Gesellschaft

Die Horrormeldungen über angebliche brutale Schwulenverfolgungen in Tschetschenien werden von einem US-Professor für Asylrecht angezweifelt. Er war selbst vor Ort und inspizierte ein angebliches Foltergefängnis.

Die russische Oppositionszeitung „Nowaja Gaseta“ (ja, so etwas gibt es auch im angeblich so unfreien Russland) berichtete kürzlich von einer umfangreichen Aktion. Demnach sollen tschetschenische Sicherheitsbeamte rund 100 Schwule entführt, gefoltert und einige von ihnen sogar ermordet haben. Etwas, was seitens des Kremls und auch der Regierung der russischen Teilrepublik vehement dementiert wurde.

Im westlichen Ausland jedoch führte dies erneut zur Schürung antirussischer Ressentiments durch die Medien und Homosexuellenverbände. Inzwischen boten offenbar mehrere Länder den tschetschenischen Schwulen Asyl an.

Nun meldete sich der US-amerikanische Professor Bruce Leimsidor, ein Experte für Asylrecht an der Universität von Venedig, zu Wort. Dieser war vor einigen wegen eines Vortrags in Tschetschenien zu Besuch, den er an der pädagogischen Fakultät in Grosny hielt. Laut dem „Standard“ bat er dort den nationalen Menschenrechtsbeauftragten um einen Besuch in dem 20 Kilometer von der tschetschenischen Hauptstadt entfernten Argun.

Dort sollte sich laut der russischen Oppositionszeitung eines der Gefängnisse befinden, in dem die Schwulen angeblich gefoltert und getötet wurden. „Doch bei dem Gebäude, das auf Luftaufnahmen als Folterort ausgewiesen war, befand sich nur eine Ruine“, so Professor Leimsdor zur österreichischen Zeitung.

Unabhängige Untersuchung gefordert

Dieser bezweifelt nun die ganze Geschichte und fordert eine unabhängige Untersuchung der Anschuldigungen ein – genauso wie das EU-Parlament. Zu Recht. Denn immer wieder versuchen oppositionelle russische Medien mittels Schauergeschichten vor allem international für Aufregung zu sorgen, um so die aktuelle russische Regierung unter Präsident Wladimir Putin zu desavouieren und dafür zu sorgen, dass das politische Klima weiterhin schlecht bleibt.

Es ist klar, dass gerade in Tschetschenien, einem muslimisch geprägten Land, Homosexualität in der Öffentlichkeit verpönt ist und es (wie auch in vielen anderen muslimischen aber auch christlich geprägten Ländern) immer wieder zu Übergriffen auf Schwule kommt.

Doch genauso wie man in den westlichen Medien den russischen „Schwulenparagraphen“ völlig falsch darstellte und ein Bild erzeugen wollte, wonach Homosexuelle in Russland rigoroser Verfolgung ausgesetzt seien, dürfte auch hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht worden sein. Immerhin sind solche Meldungen gerade für die transatlantisch orientierten Medien in Europa ein gefundenes Fressen. Deshalb ist es wichtig, für Klarheit zu sorgen.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Klar doch, es ist wie immer, die bösen Russen…
    Wollen wir mal hoffen, dass kein islamisches Land unter den Ländern ist, denen die tschetschenischen Schwulen Asyl anbieten. In den meisten islamischen Ländern steht auf „Schwul sein“ nämlich die Todesstrafe, was allerdings kein wirklicher Grund für einen Aufschrei in der verlogenen und heuchlerischen „westlichen Wertegemeinschaft“ ist.

    • Allerdings muss man auch dazu sagen, dass der Präsident von Tschetschenien sich merkwürdig über schwule Männer in seinem HBO Interview geäußert. Es gäbe diese in Tschetschenien nicht. Somit ist das ganze Thema irrelevant.