in Gesellschaft

Finnlands rechtskonservative Regierung testet ab 2017 das BGE in einem Pilotprojekt. Die Idee ist prinzipiell richtig. Aber warum geschieht dies?

Das BGE ist weder links noch rechts

Helsinki. In Finnland regiert seit 2015 eine Drei-Parteien-Koalition. Mit von der Partie: Die finnische Zentrumspartei, die Nationale Sammlungspartei sowie die Basisfinnen. Das Spektrum reicht also vereinfacht gesagt von liberal über christlich-konservativ bis rechtspopulistisch, um mal beim Sprachgebrauch der Leitmedien zu bleiben.

Einer solchen Regierung würde man gemeinhin wohl alles Mögliche zutrauen – aber bestimmt nicht die Einführung bzw. das Testen eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Noch linkere Ideen als das BGE, gibt es das überhaupt? Aber auch Trump erstaunt mit linken Ideen: Ein schuldenbasiertes Konjunkturprogramm? Könnte von Gabriel stammen.

Rechts-Links-Konflikt: Spalten und Gift mischen

Wirtschaftspolitisch sind sogenannte Rechte demnach nicht mehr von sogenannten Linken zu unterscheiden. Die Arbeitslosenquote in Finnland ist doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Frage ist gesellschaftlicher Natur: Wollen wir alles für uns behalten, nichts abgeben und eine große Mauer um unser Glück bauen? Oder wollen wir geben und helfen, da wo wir können? Natürlich Letzteres. Aber wer hilft dem Helfenden?

Womit wir beim Problem wären. Wenn der Helfende nämlich merkt, dass er ausgenutzt wird und nichts als Undank erntet, dann will er nicht mehr helfen. Aber genau so funktioniert das westlich-industrialisierte Gesellschaftsmodell von heute: Ein organisiertes Gegeneinander und damit der optimale Nährboden für Spalter und Giftmischer von rechts wie von links. Das BGE könnte helfen dies aufzubrechen.

Es geht nur um die Macht

Warum machen „Rechte“ also „linke“ Wirtschaftspolitik? Ganz einfach: Weil sie in der Sache richtig ist. Weil der Sozialstaat den inneren Frieden gewährleistet. Weil es nicht immer mehr Jobs werden, sondern immer weniger. Und weil man erkannt hat, dass satte Mägen weniger zum Aufstand neigen. Sondern stattdessen geneigt sind, ihr Kreuzchen auch demnächst wieder an der richtigen Stelle zu setzen.

Es geht nicht um Prinzipien, ging es niemals. Es geht immer nur um den Machterhalt. Diesem wird alles untergeordnet. Und dann machen Rechte auch mal linke Politik. Und umgekehrt. Genau wie Bismarck, der damals versuchte den Arbeiter-Parteien das Wasser abzugraben, indem er auf Ihre Forderungen einging. Siehe auch die CDU unter Merkel. Oder Wagenknechts: „Gastrecht missbraucht, Gastrecht verwirkt.“ Nicht von Seehofer zu unterscheiden. Aber im Kern richtig.

Magen voll und Hirn gewaschen

Und genau aus diesem Grund wird auch jeder noch so unnötige Konflikt von den Leitmedien angeheizt und aufgeblasen: Ist der Magen voll und das Hirn gewaschen, dann lässt es sich gut regieren. Denn wenn der Feind rechts oder links sitzt – dann sind „die da oben“ fein raus.

Maßgeblicher Unterschied: Zwischen oben und unten verläuft im Gegensatz zu links und rechts wirklich eine Linie, und die heißt Kontostand.

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Schwer zu sagen ob Mr.Blibèche den Artikel pro oder contra BGE sieht, doch ich oute mich vorne weg „für mich eine sehr sehr gutes Zukunftsmodell“. (lol und das sag ich als Unternehmer^^)

    Wobei es dabei nicht lapidar nur um das BGE geht, sondern es dazu einer völligen Umwandlung unserer globalen Ökonomie und vor allem einer Wandlung unseres Jahrzehnte alten Schemendenkens bedarf.
    Dabei muss man wegkommen von dem „nur vorne spielt die Musik“, „der zweite Platz ist der erste Verlierer“, „der Große frißt die Kleinen“ usw usw, also dem klassischen Kapitalismusdenken.

    Es gab im Vorjahr einen sehr erfrischenden Diskurs zwischen Albrecht und Wagenknecht über eine Wandlung unseres Systems und ich muss sagen „Hut ab; da waren tolle Ideen dabei“

    • Die Zeichen hier im Forum sind dafür leider zu wenige, als dass man es detailierter ausführen könnte, doch eines ist klar, unser aktueller globalisierter Extremisten-Neoliberalismus ist ein endenwollendes System (lernt man in der Wirtschaftslehre^^).
      All das angebliche weltweite Wachstum ist einfach nur mehr Verdrängungswettbewerb und hat nichts mit wirklichem Wachstum zu tun.
      Hier gilt nur mehr der Große frißt die Kleinen und so werden die Großen größer und die Kleinen verschwinden…….bis es dann nurmehr einen Großen gibt (reine Mathe und deshalb ein enden wollendes System)
      Lediglich die aktuelle Politik steht dem im Wege, doch die „echten Ökonomen“ sehen die Zeit für den Wandel schon lange gekommen.

      • (lernt man in der wirtschaftslehre)……
        „die echten ökonomen“ sehen die zeit……

        dann wachen die abgehobenen blindidioten endlich auf; wau!

        bis vor kurzem tickte deren hirn/sehapparat noch ziemlich diffrent.

        anselm bauer war anscheinend der erste der die gentechnische simpliciety des homo sapiens entschlüsselte…….geld_geld_geld.
        und nochmals geld.

        das grundeinkommen sollen sie bitte dort einführen wo man ganze völker beschissen und wieder beschissen hat.
        die menschliche dummheit im freien fall, albert hatte vollkommen recht.

  2. Wir haben doch bereits das bedingungslose Grundeinkommen. Die neuen Fachkräfte bekommen es bereits. Müssen nicht arbeiten, Vollversorgung, Urlaub im Heimatland. Nachzug der Familie. Volle medizinische Versorgung. Neue Zähne ohne Zuzahlung. Gilt eben nicht für Einheimische. Damit muss man zurecht kommen.

      • Die Quellen kann ich dir geben. Ich lade dich herzlichst ein in meine Gemeinde zu kommen. Ist im Süden Deutschlands. Dann gehen wir zu den syrischen Familien in meiner Gemeinde und du schaust dir die Unterlagen für Geldbezug, Behandlungen bei Ärzten etc. an.

        Möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass natürlich zahnärztliche Behandlungen bei Hartz IV Empfängern ebenfalls kostenfrei sind.

        Danke für den Video Link. Sehr gutes Video. Und ich stimme Herrn Sellner zu. Taten und Aktionen sind wirksamer als schreiben ;)

  3. In gewisser Weise hat „die zensierte Stimme“ Recht: Wir haben doch in Fortschreibung der Sozialhilfe längst die Grundsicherung, die jedem hier Wohnenden ein sehr bescheidenes Leben in und Teilhabe an der modernen Gesellschaft erlaubt.

    Längst hat auch Merkel verstanden, dass die Integration weiter Hinzukommender beschränkt werden muss (natürlich nicht echter Asylanten). Schon heute gibt es massiven Sozialmissbrauch geschickter Migranten. Ginge das so weiter wäre der Staat bald pleite und müsste seine Minimalleistungen reduzieren.

    Das bedingungslose Grundeinkommen für jeden legal hier Wohnenden löst ein Fülle von Problemen auf einmal, was der Beitrag sehr überzeugend zeigt.

  4. Und von was will Professor Margarinestraße dann leben, wenn alle Unternehmer es geschafft haben die menschliche Arbeitskraft durch Roboter aus ihren Unternehmen zu drängen, woher bekommen die Menschen dann das Geld, um sich diese Produkte kaufen zu können?

    Dann muß der verwirrte Professor vom Bedingungslosen Grundeinkommen leben, daß er jahrelang als nicht finanzierbar predigte im Auftrage aller wirklichen Sozialschmarotzer – nämlich den Partei-Lobbyisten und ihren Spender-Banken.

    Das Bedingungslose Grundeinkommen ist finanzierbar
    https://aufgewachter.wordpress.com/2013/03/20/das-bedingungslose-grundeinkommen-ist-finanzierbar/