in Finanzsystem

Eines des am wenigsten verstandenen, jedoch am häufigsten gescholtenen Produkte im monetären System sind Derivate bzw. der Handel mit Derivaten.

Seit Jahren wird hartnäckig das Ende des US-Dollars und ein Kollaps des Finanzsystems verkündet. Obwohl der Dollar mit Sicherheit mittelfristig abwertet, bleibt das momentane Finanzsystem erhalten und bildet vielmehr einen Eckpfeiler, um die Ungleichgewichte wieder zu beseitigen, welche durch die bisherige exklusive Verwendung des US-Dollars als Weltreservewährung begründet sind.

Diese Ungleichgewichte – oder Verzerrungen –  äußern sich als messbares Risiko auf allen Ebenen des Finanzsystems: Handel, Kredit/Schulden, Wechselkurse, Inflation/Deflation, Kapitalflüsse und geopolitische Machtänderungen.

Die Verzerrungen machen sich bisher in den wirtschaftlichen Randgebieten als Abverkauf an den Börsen, als wirtschaftlicher Abschwung und als soziale Unruhen bemerkbar. Venezuela, Brasilien, Indien, Mexiko, Südafrika, der nahe Osten.

Derivate reduzieren Risiko

Derivate sind Instrumente, die das Risiko, die Verzerrungen, bei grenzübergreifenden Geschäften und bei Geschäften zwischen großen, komplexen Finanzinstituten minimieren oder vollständig eliminieren.

Typischerweise sichern Großbanken, Hedgefonds und global tätige Konzerne ihre internationalen Transaktionen mit Derivaten ab. Die Organisations- und vor allem die Rechtsstruktur dieser Akteure musste jahrzehntelang den Zwängen von nationalen Gesetzgebungen angepasst werden. Die Anforderungen bei der Abwicklung von globalen Geschäften sind natürlich anderer Natur als wenn zwei regionale Handelspartner miteinander Geschäfte tätigen.

Clearing von Derivaten

Das gleiche trifft auf jene Finanzakteure zu, welche die Derivate herausgeben und am Ende auch verrechnen müssen (clearing). Jeder Derivatevertrag hat ein Ablaufdatum. Und wie bei jedem Risikogeschäft gibt es ein Delta, bleibt eine Summe übrig, die letztlich beglichen werden muss. Im Falle eines Systemfehlers (nicht: Kollaps) fallen relativ hohe Summen an, die einzelne Finanzakteure in die Knie zwingen können. Beispiele waren die Entkopplung des Schweizer Franken vom Euro, die massiv fallenden Ölpreise oder der Brexit.

… und immer wieder Triffin

Die aktuellen, national ausgerichteten Regularien sind nicht in der Lage, dieses systemische, global präsente Risiko zu adressieren.

Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu behalten, dass das große systemische Risiko (Verzerrung, Ungleichgewicht) die Verwendung des Dollars als einzige Weltreservewährung ist. Der Wissenschaftler Robert Triffin hat diese Nachteile aufgezeigt. Dieser Fehlzustand ist als Triffin-Dilemma bekannt geworden.

Das neue multilaterale Finanzsystem, in dem letztlich die SZR die neue Weltreservewährung werden, ist in der Lage, diesen Konflikt „internationale Probleme treffen auf nationale beschränkte Regularien“ zu lösen.

SZR-Derivate

Derivate, die in SZR ausgegeben werden, reduzieren bereits erheblich das Risiko im Finanzsystem und stabilisiere es. SZR-Derivate funktionieren ohne die Beschränkungen denen nationale FIAT-Währungen wie Euro, GBP, RMB, Yen und vor allem der Dollar usw. unterliegen. Mit anderen Worten: Die SZR, herausgegeben von einer nicht-staatlichen Institution wie dem IWF, umgehen die Verzerrungen, die mit dem Triffin-Dilemma beschrieben sind.

Fed und BIZ

Die Verrechnung, das Clearing, dieser SZR-Derivate erfolgt unter den neuen Regeln des multilateralen Finanzsystems. Die Verrechnung der SZR-Derivate wird wahrscheinlich nur von einer oder zwei Clearingstellen erfolgen. Gut vorstellbar, dass es das Federal Reserve System und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ sind.

Die Clearingstellen wickeln auch die hochriskanten Derivateverträge ab. Das hohe, systemische Risiko (Triffin-Dilemma), welches von den global agierenden Geschäftspartnern nicht zu verantworten ist, aber letztlich beglichen werden muss, wird in den wirtschaftlichen Randgebieten über die dortigen Aktienmärkte vernichtet.

Die Verluste werden in andere Länder transferiert

Mit anderen Worten: Die systembedingten Verluste der Kerngebiete werden auf die wirtschaftlichen Randgebiete  übertragen und den dortigen Aktionären und Unternehmen in die Schuhe geschoben. Venezuela, Brasilien, Indien, Mexiko, Südafrika, der nahe Osten.

Dieses Verhalten ist moralisch hoch fragwürdig, passt zu keinen ethischen Standard und ist jenseits von Fairness und Chancengleichheit.

Wovon wir uns verabschieden können, ist das Warten  auf den ultimativen Finanzcrash, dem Systemkollaps, dem Ende des US-Dollars. Er wird nicht kommen. Und das ist für uns eine gute Nachricht. Alles andere bedeutet Krieg, die Vernichtung unseres Vermögens und unserer Lebensträume.

SZR, IWF und BIZ

Weder China noch eine andere Nation wird den Dollar angreifen oder ablösen und seine eigene Nationalwährung als Weltreservewährung platzieren wollen. Weder China noch Russland werden das gegenwärtige Finanzsystem stürzen und eine eigene Version installieren.

Die Länder der wirtschaftlichen Kerngebiete sitzen an einem Tisch. Ihre Währungen sind in den SZR vertreten, ihre Vertreter sitzen im IWF und in der BIZ. Sie arbeiten gemeinsam am neuen multilateralen Finanzsystem mit dem SZR als neue Weltreservewährung.

Quellen:
philosophyofmetrics.com/what-to-do-about-derivatives
www.zerohedge.com/news/2016-11-03/equity-derivatives-flash-brexit-panic-signal
www.investopedia.com/financial-edge/1011/how-the-triffin-dilemma-affects-currencies.aspx

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Dein Kommentar

Kommentar

12 Kommentare

    • Lieber Herr Ehlers, ich verstehe Sie grundsätzlich. Diese Branche entwickelte jedoch ihr eigenes technisches Vokabular, ähnlich wie Mediziner, Anwälte usw. Darauf muss man am Ende zurückgreifen, um die Dinge treffsicher zu benennen. Synonyme/Erklärungen stehen jeweils in Klammern … zumindest ein Versuch, es plausibler darzustellen. Viele Grüße

  1. Vor allem haben Experten wie Dirk Müller, die von zyklischen Crashs alle 70 bis 80 Jahre sprechen, anscheinend überhaupt keine Ahnung vom Finanzsystem.
    Das alles gepaart mit der immer schneller ansteigenden Geldmenge, deren Wert immer geringer wird.
    Und dann soll ich das hier wirklich glauben?
    Die Fakten sagen etwas anderes.

    • Da kann ich nur mitgehen.
      Vor allem die Auswahl, der zu beurteilenden Themen, die Herr Mittelstädt in ein Zentrum seines Interesses stellt, weichen erheblich von dem ab, was ich als relevant bezeichnen würde.
      Wenn mir jemand erzählt, dass Orangensaft gut schmeckt, würde ich ihm auf jeden Fall zustimmen. Für die Beurteilung meines Morgens ist es allerdings irrelevant.
      Ich kann ja so gar nicht verstehen, was den Herrn Mittelstädt da reitet, dass er sich so berufen fühlt Argumente gegen einen möglichen Crash zu präsentieren.
      Gerade Heute ist es doch von Nöten, umfangreicher beeinflussende Aspekte für die Betrachtung zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen zu berücksichtigen.
      Ideologie hat dort nichts verloren.

      • Lieber Sadhu & Klaus K, ich bin überzeugt davon, dass es keinen Crash geben wird. Und dazu habe ich eine sachlich schlüssige Argumentationskette, die sich natürlich nicht in einen einzigen Artikel/Derivate darstellen lässt. Diese Meinung ist auch nicht von mir exklusiv, daher die Quellenangaben. Ich musste mich auch erst überzeugen lassen…

        Mir ist natürlich bewußt, dass es momentan die Mehrheit der Leser anders sieht. Dahingehend danke ich Ihnen erstmal, dass Sie Ihre abweichende Meinung sachlich formulieren.

        Ich fühle mich weder berufen noch wähne ich mich auf einer Mission. Ich tue es mir einfach an, eine abweichende Meinung zu veröffentlichen und bin gern bereit, via Kommentarfunktion darüber zu diskutieren. Viele Grüße

        • Hallo Steffen
          ich glaube nicht, dass man alles diskutieren muss. Es ist einfach auffällig, dass du einen ungewöhnlich positiven Blick auf die zukünftige wirtschaftliche und monetär Situation des Westens wirfst. In Bezug auf deren Fortbestand.
          Fakten beschreiben ist eine Sache. Korrekte Schlussfolgerungen ziehen eine Andere. Ich z.B. verarbeite die Daten die mir so zu Verfügung stehen auf eine völlig andere Art und Weise.
          Auch sehe ich anscheinend die Bedeutung eines möglichen Zusammenbruchs etwas anders als wie du. Nicht nur, dass ich es als nicht sinnvoll erachte einen möglichen Zusammenbruchs des Systems zu verhindern, ich kann definitiv eine möglichen Vorteil darin erkennen. Das können auch Entscheider an den Schalthebeln so sehen.

  2. Sei dem Crash 2008 existiert das System nur noch
    durch Verlagerung der Folgen der katastrophalen Finanzpolitik
    auf den Steuerzahler, die Minderung des Sozialabsicherung, der Entwertung der Sparguthaben und einer tiefgreifenden und systematischen Manipulation des Finanzmarktes, der Daten und Statistiken.
    Der Euro besteht nur noch auf Grund von Gesetzesbruch und Gesetzesverdrehung .
    Die Finanzindustrie und ihre Derivate sind kaum in Gefahr, das ist richtig, die haben immer Idioten, denen sie ihre Gier und ihr Versagen umhängen können.

  3. Ich bin ja grundsätzlich gerne bereit, andere Meinungen anzuhören, aber dann bitte doch mit etwas mehr Details. Ab dem zweiten Absatz ist das schon sehr abstrakt und setzt wohl Fachwissen über Derivate an sich, ihre denominierung etc. voraus.

  4. Also es ist so die Rotschilds, und Ford und noch eine kleine Gruppe von habgieriger Bänker planen demnächst noch rest von Eigenkapital und paar Länder unter den Nagel zureissen!!!!! Wir müssen nur gewarnt werden, da wie ja hier „DEMOKRATIE“ haben! Es währe Grossartig wenn die Menschen, die in der Verbindung mit den Habgierigen Politikern und Bänkern stehen, in den Richtigen Moment auf seinen Herz hören und die MISTKERLE UND …..Frau nicht entkommen lassen!!!! Denn jeder von den, ganz gleich wie reich er ist, gehört in den Knast!!!!!! BITTE HÖRT AUF euren HERZ!!!

  5. also ich muss kurz ausholen:) ich gebe herrn steffen recht in dem punkt, dass ich sage, wenn die mehrheit etwas denkt, trifft es nicht ein:)
    aber leider sind die fakten ziemlich anders…

    es wird von fallenden arbeitslosen zahlen (usa) vollbeschäftigung (de) gesprochen. nun ist zu fragen, zu welchen löhnen…man kann auch die löhne halbieren und dann sagen es hat wieder mehr stellen…klar hat es dies..aber zu hungerloehnen..oder 1 euro jobs….

    betreffend crashs…die sind ein bestandteil unserers wirtschaftens..gab s immer und wirds immer geben werden…die kleinen (herden) werden in die märkte getrieben…und die grossen lassen dann mal ab und nehmen alles weg…

    noch zu den notenbanken..die sind im gulli…schulden weltweit ZU HOCH