(orwellschewelt.blogspot.com)

Aktuelle Zahlen lassen nichts Gutes erahnen und zeichnen ein düsteres Bild der Lage auf dem Finanzmarkt. Mit jedem Tag wird die Situation verschlimmert, die Bereinigung am Ende wird umso größer ausfallen müssen. Letzte Lebenszeichen eines zum Sterben verdammten Komapatienten.

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Zum 2. Mai 2012 kletterte die Einlagenfazilität in Europa in schwindelerregende Höhen: 803,064 Mrd. Euro betrugen die Einlagen der Geschäftsbanken bei den nationalen Zentralbanken. Die beiden LTRO-Injenktionen vom Dezember und Februar dürften damit zum großen Teil ihren Weg zurück zur EZB gefunden haben.

Was von dieser Entwicklung zu halten ist, erklärte der baldige Deutsche Bank-Chef Jürgen Fitschen in der Welt bereits vor vier Monaten, als die Einlagenfazilität noch bei ungefähr 500 Mrd. Euro lag:

“Unter uns nennen wir das Angst-Indikator (…). Dieser Angst-Indikator ist heute höher als 2008 (…). [Es zeigt:] Irgendetwas stimmt nicht. Das Vertrauen ist verschwunden.”

Eine der Folgen dieser Entwicklung ist, dass kleinere und mittlere Unternehmen nur sehr schwer an Kredite kommen, da die Kreditbedingungen drastisch verschärft wurden, wie die Deutschen Mittelstands Nachrichten unter Berufung auf eine Studie der EZB melden.

Die Studie zeigt unter anderem, dass in Griechenland nur 30 Prozent der Unternehmen ihre gewünschten Kredite in vollem Umfang gewährt bekommen. In Spanien sind es rund 45 Prozent, in Italien rund 50 Prozent und in Portugal etwa 55 Prozent. In Deutschland erhalten dagegen über 80 Prozent aller Unternehmen ihre Kredite in vollem Umfang.

Gleichzeitig entschied die EZB gestern, den Leitzins weiterhin bei einem Prozent zu belassen. Bereits im Dezember letzten Jahres senkte die Notenbank mit der Mindestreserve ein wichtiges geldpolitisches Instrumentarium auf einen Prozentpunkt.

Bei der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa wurden ebenfalls neue “skandalöse” Zahlen bekannt. In Italien, Spanien, Griechenland und Portugal gab es jeweils ein neues Allzeit-Hoch, wie Querschüsse unter Berufung auf die europäische Statistikbehörde EuroStat berichtet. Demnach beträgt die Quote in Griechenland 51,2 Prozent, in Italien 35,9 Prozent, in Portugal 36,1 Prozent und in Spanien 51,1 Prozent für den März 2012.

Da wirkt es wie blanker Hohn, wenn Mario Draghi in der Presse Sätze äußert wie: “Ich verstehe die Wut der Menschen” oder “Wir wissen, dass regionale Diskrepanzen in der wirtschaftlichen Entwicklung normal sind”.

Geld als Schuld

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Für weitere Daten und Analysen zur Finanzkrise eine Seitenempfehlung: Querschuesse.de
Quellen:

Querschüsse: Einlagefazilität bei 803,064 Mrd. Euro

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