in Finanzsystem

Immer wieder findet man auch in unserer Hochleistungspresse – eingestreut und versteckt zwischen unwichtigen Meldungen, Real Fake News und platter Propaganda – journalistische Wahrheiten. Man muss nur genau suchen und in der Lage sein zwischen den Zeilen zu lesen. Nehmen wir ein Beispiel zu den durchmanipulierten Aktienmärkten, die von einem Allzeithoch zum nächsten gehypt werden:

So berichtete die „1. Posaune der Propagandaabteilung der Finanzwelt“, die Financial Times…

Nervous investors put the Bank of Japan in the spotlight (Nervöse Investoren stellen die Bank of Japan ins Rampenlicht)

…die New York Times…

Investors Spooked at Specter of Central Banks Halting Bond-Buying Spree (Investoren haben Angst vor dem Schreckgespenst der Zentralbanken, die die Anleihenkäufe stoppen)

…und mit der vielleicht aufschlussreichsten Überschrift, der US-Sender CNBC…

Investors fear after Japan move the last of the global market „punch bowls“ are being taken away (Anleger in Angst, da Japan die letzten globale „Marktbowle“ entfernt)

Alle drei Artikel beschäftigen sich mit der Bank of Japan (BoJ) und deren jüngster Entscheidung, die Aufkäufe japanischer Staatspapiere zurück zu fahren. Eine „Geldpolitik“, die die BoJ seit nunmehr fünf Jahren verfolgte und die sie analog zu den anderen Zentralbanken auf der Welt aufgibt. So wie ich es seit Monaten immer wieder schreibe: als konzertierte Aktion unter Federführung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Aufkäufe der BoJ beliefen sich bislang auf mehrere Milliarden US-Dollar an Anleihen pro Monat – seit 2014.

Was dazu führte, dass die BoJ der größte Investor bei japanischen Staatsanleihen geworden ist. Und, als wäre das nicht bereits genug, hatte die BoJ noch im letzten Sommer erklärt, dass man unlimitiert Staatsanleihen aufkaufen würde, während die anderen Zentralbanken diese Politik bereits peu à peu einstampften. Im Sommer verwiesen noch viele Kritiker der damaligen Artikel darauf, dass eben die BoJ nicht mit im Boot sei und daher nicht von einer konzertierten Aktion der Notenbanken gesprochen werden könne. Wäre ein Umdenken vielleicht jetzt angebracht?

Doch zurück zu den eingangs erwähnten Artikeln in der Hochleistungspresse. Was diese Schlagzeilen letztlich transportieren, ist die Tatsache, dass die Investoren, die seit Jahren auf der Welle des billigen Geldes der BoJ bzw. der anderen Notenbanken und der damit hochgetriebenen Aktienkursen mit geritten sind, in regelrechte Panik verfallen, weil ihnen jetzt auch noch die letzte große Zentralbank den Hahn des billigen Geldes abgedreht hat. Diese Artikel sind die Hinweise an die Investoren und an diejenigen, die das Schauspiel durchschauen, quasi die klaren Hinweise darauf, dass man sich auf etwas vorbereiten sollte. Selbst Reuters schreibt in diesem Zusammenhang:

Als die japanische Zentralbank in dieser Woche ihre regulären Anleihenkäufe ein wenig kürzen musste, was ein unauffällige Marktoperation bzgl. der Geldpolitik sein sollte, schossen die Yen- und Anleiherenditen höher, da die Anleger einen schnellen Ausstieg aus den Stimulimaßnahmen aufgrund der Krise einzupreisen begannen.

(When Japan’s central bank made a small cut to its regular bond purchases this week, what should have been an unremarkable market operation to manage monetary policy shot the yen and bond yields higher as investors began to price in a rapid exit from crisis-era stimulus.)

Um es noch mal zu verdeutlichen: diese erste Entscheidung der BoJ bedeutet nicht, dass von heute auf morgen das billige Geld komplett „ausgetrocknet“ sein wird. Es bedeutet aktuell nur, dass die BoJ damit beginnt, langsam aber sicher den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Und bereits bei dieser sachten „Entschleunigung“ herrscht regelrechte Panik.

Letztlich ist diese Reaktion aber nachvollziehbar. Jeder, der auch nur etwas die Geldpolitik in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß, dass die Zentralbanken der Welt hinter der unglaublich langen Hausse an den Aktienmärkten stecken, die seit dem Crash von 2008 zu beobachten ist. Diese Reaktion ist auch deshalb nachvollziehbar, weil 93 Prozent dieser Hausse auf die Notenbanken zurückgehen – und das konnte man sogar – wenn man wollte – bei Yahoo nachlesen.

Die künstlich aufgeblasenen Aktienmärkte im Westen beruhen allein auf dem billigen Geld der Zentralbanken und niemand kann und wird dies abstreiten können. Es ist der gemeinsame Politikkonsens von Institutionen und Personen wie der BIZ, dem Official Monetary and Financial Institutions Forum, von Mitarbeitern bei der OECD bis hin zu den Ex-Fed-Chefs Ben Bernanke und Alan Greenspan. Selbst die Mainstreamanalysten warnten von Zeit zu Zeit vor einer Blase an den Aktienmärkten – wenn auch nur selten.

Nach 10 Jahren in einem künstlich erschaffenen „Wirtschaftswunderland“, in dem schlechte Nachrichten gute Nachrichten waren, weil es gleichzusetzen mit weiteren Interventionen der Notenbanken war, dreht sich das Ganze wieder. Plötzlich sind gute Nachrichten schlechte Nachrichten, weil es bedeutet, dass die BoJ und ihre Kollegen in Frankfurt, London und Washington ihre „Unterstützungslinien abziehen“.

Aber was können wir daraus noch ableiten? Solange die Investoren daran glauben, dass die Zentralbanker bereit sind, das Geld per Helikopter auf die Wall Street herunterregnen zu lassen, solange investieren diese und machen ihre eigenen Wahrnehmungen zur Realität. Mit der Folge, dass die Märkte weiter steigen. Wenn aber die Süchtigen glauben, dass ihnen die Notenbanker das billige Heroin wegnehmen, dann werfen sie ihre Investitionen auf den Markt und lassen erneut ihre Wahrnehmungen zur Realität werden. Mit der Folge, dass die Märkte einbrechen.

Genau deswegen bezeichnen sich die Banker auch so gerne als „Zauberer an der Wall Street“. Weil sie die Macht besitzen, die Märkte steigen und fallen zu lassen und deswegen glauben, dass sie die „Herrscher des Universums“ sind.

Doch wie immer bei der Zauberei, ist das Alles nur ein Trick. Eine Illusion. Sie bringen uns dazu, auf die Zinsen zu schauen und kaufen gleichzeitig Staatsanleihen auf, damit wir uns auf ein Narrativ der steigenden Märkte fokussieren, das dadurch zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Doch der Trick ist eben ein Trick. Sie haben nicht diese Macht, die ihnen sehr viele zugestehen. WIR haben diese Macht.

Wenn wir ihr Narrativ annehmen und uns ihrer Führung unterwerfen, dann lassen wir ihre Wünsche und Vorstellungen zur Realität werden. Und gibt es dann doch ein paar, die sich dagegen stellen, werden diese von den „Zentralbankgläubigen“ regelrecht überrollt. Die einzige scheinbare Alternative ist einen eigenen Weg zu beschreiten. Einen Weg, der nicht auf die Banken und deren manipulierten Märkten beruht. Und stattdessen auf alternative, komplementäre Währungen aufbaut.

Doch in der Zwischenzeit sollten wir uns auf weitere Einschläge gefasst machen – jetzt da immer offensichtlicher wird, dass die BoJ, die EZB, die Bank of England und die Federal Reserve ihre Exzesse der vergangenen zehn Jahre nach unten fahren. Und auf die die Reaktion der Massen…

Quellen:
The Financial Press Just Admitted the Markets are a Sham
How the Markets Are Manipulated
Nervous investors put the Bank of Japan in the spotlight
Investors Spooked at Specter of Central Banks Halting Bond-Buying Spree
Investors fear after Japan move the last of the global market ‚punch bowls‘ are being taken away
Outright Purchases of Japanese Government Bonds
BOJ Becomes Top Holder of Japan Government Bonds
Bank of Japan offers to buy unlimited amount of bonds to calm markets
In Shocking Finding, The Bank Of Japan Is Now A Top 10 Holder In 90% Of Japanese Stocks
The Bank of Japan’s Unstoppable Rise to Shareholder No. 1
Shock reaction to BOJ bond buying cut makes stimulus exit a challenge
The Fed caused 93% of the entire stock market’s move since 2008: Analysis
5 Embarrassing Economic Truths the MSM Just Accidentally Admitted
Central banks inflating ‚elevated‘ asset prices – BIS
Global Public Investors – the new force in markets
Central bank prophet fears QE warfare pushing world financial system out of control
Fed needs to take away the punch bowl: Lindsey
Greenspan Alan – Video
Disaster Is Inevitable When The Two Decade-Old Stock Bubble Bursts
Are We in a Stock Market Bubble?
Stock market bubble warnings grow louder
Outrunning Collapse: The alternative currency solution
“Tulipomania” and the Madness of Crowds

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Dein Kommentar

Kommentar

38 Kommentare

  1. Investition ist eine Betrugsform.

    Der Investor verschafft sich mit Spekulationsgeld den Besitz der Produktionsmittel, ohne diese je erschaffen zu haben, um diesen unmoralischen Besitzanspruch als Erpressungwerkzeug zu benutzen, um die durch die Bürger im Betrieb erarbeitete Wertschöpfung zu stehlen.

    Das Diebesgut nennt sich dann Dividende oder Kapitalrendite.

    Eine Gesellschaft sollte Betrugsmodelle wie Aktiengesellschaften zum Straftatbestand erklären und Fabriken/Konzerne ins Eigentum der Bevölkerung überführen.

    Die Erträge der Wertschöpfung gehen dann zu 100% in die Taschen der Bürger.

    Investoren sind so überflüssig wie ein Furunkel am Hosenboden.

    • BINGO ! Nichts gegen kleine Selbständige wie Ärzte, Handwerker, Fußpfleger, Anwälte, Kneipen, Läden …
      Aber große Fabriken, Banken, Energie, Pharma, Chemie, Krankenhäuser, Medien … haben nichts in den Händen von Multi Millionären / Milliardären zu suchen.
      Mal einfach beim sascha313 Blog mitmachen.

      • Der Kommunismus war eine Fehlkonstruktion, weil er alle Arbeiter gleich machte und damit Leistungsfähigere um ihre Mehrleistung betrog.

        Was die Sozialisten nie begriffen haben ist, dass Gleichmacherei von Leistungsfähigem und weniger Leistungsfähigen genauso ungerecht ist, wie der Lohnbetrug im Kapitalismus.

        Gleichmacherei ist eine Form von Einkommens-Ungerechtigkeit. Das erkannte bereits Aristoteles.

        Die Kommunisten hängen also erkenntnis-technisch 2300 Jahre zurück.

        Aristoteles war der Ansicht, dass das optimale System Leistung belohnen- und zugleich sozial gegenüber Schwachen sein sollte.

        Gleichmacherei hingegen zerstört die Motivation und ist ungerecht.

    • naja Richard, dass Problem dürfte in der Problemzone „Zeit“ liegen. Sammel mal genug Geld unter Arbeitnehmern um ein Unternehmen aufzubauen, das dauert. Ein Investor hat die Taschen voller Geld, organisiert, delegiert, legt los und schwupps stehen 200 Arbeitsplätze.
      Das wäre dann die andere Seite der „Arbeitnehmer-Wertschöpfung“, das Gerüst muss halt erstmal da sein. Oder aber, es liefe nur auf Staatsbetriebe raus. Sozialismus eben, und wer kann das wollen, nach den vielen „Pleiten, Pech und Pannen“ im wirtschaftlichen und/oder gesellschaftlichen Bereich. Die Idee, ist einfach unausgegoren, sie sieht immer nur die eine Seite.
      Ein Mensch braucht Motivationsanreize, er will Individualität, zu viel Gemeinschaft gibt das nicht her.

      • Kredit kann sich eine Gesellschaft auch selber geben.

        Der Staat druckt dafür einfach Geld. Die Arbeiter bauen den Betrieb auf und produzieren Güter, die diesem gedrucktem Geld einen Wert geben.

        Zum organisieren braucht man keinen Investor. Das kann auch ein fähiger Betriebsleiter. Ein Investor engagiert meißtens auch einen Betriebsleiter, weil er selber zu faul zum arbeiten ist.

        Oder hast Du schon mal einen Hedgefonds-Betreiber arbeiten gesehen?

        Pro Jahr gehen über Tausend Privatbetriebe pleite. Die These, Staatsbetriebe müßten zwangsläufig ineffektiver als private sein ist ein Märchen, dass man der Bevölkerung von seiten der Kapitalisten einredet.

        Motivationsanreize kann man durch Stückakkord schaffen.

        • Ach ja, die ganzen Privat-Unternehmen, die im Niedriglohnsektor arbeiten sind im Grunde auch pleite und werden nur durch Lohnverzicht der Arbeiter subventioniert.

          Dumpinglohn ist eine Form von Subvention – eine Form von Kapital-Sozialismus.

          Mir schwebt eine bessere Arbeitsteilung vor, die ohne Investor auskommt, Leistungsanreize quasi über Gewinnbeteiligung schafft und wo der Bürger der Hauptaktionär ist.

          Ein solcher Betrieb setzt die Leistung des Arbeiters besser frei, weil sich da Arbeit wieder lohnt.

          Im Neoliberalismus hingegen ist Arbeit unrentabel und muß deshalb mit Sanktionen des Arbeitsamtes quasi durch Nahrungsmittelentzug erzwungen werden – eine Bankrotterklärung dieses Systems.

          • Kann sein, dass du recht hast, ich bin kein Ökonom, kann das also bis in die letzte Konsequenz nicht beurteilen.
            Versuche aber mal weit zu schauen, und sehe einen Kampf der Systeme innerhalb eines Systems.
            „Der Staat druckt dafür einfach Geld“, ist derzeit ja auch noch so ein Hemmschuh. Ich denke, bevor wir uns an ökonomische Veränderungen wagen sollten, muss dieses elendige Finanzkonstrukt reformiert werden. Will man das alles aufeinmal besorgen, schafft das nur mehrere instabile Flanken gleichzeitig, da lauern zu viele Gefahren.

          • @Richard

            Zwei Anmerkungen:
            1) Der Niedriglohnsektor arbeitet ökonomisch ineffizient. Ohne „erzwungene Subvention“ mittels Lohnbetrug an den Arbeitnehmern wären die meisten dieser Buden pleite. Richtig! Aber dann säßen die Niedriglöhner auf der Straße und lägen dem Staat auf der Tasche, was dieser durch Beförderung des Sektors zu verhindern weiß. Damit leitet der der Sozialstaat seine Verantwortung in die Taschen der betroffenen Niedriglöhner um. Sie unterhalten ihr Elend selbst – durch Verzicht. Verzicht auf Rechte, Verzicht auf Versorgung, Verzicht auf Teilnahme am Leben – bei gleichzeitigem „Verschenken“ ihrer Arbeitskraft und Lebenszeit. TOLLE ERFINDUNG der SPD !!!

            -> Fortsetzung

          • ->
            2.) Mir fällt in Deinen hochinteressanten (meist klugen) Kommentaren immer wieder eine Widersprüchlichkeit auf:

            Richtigerweise deklarierst Du „Gewinne“ als Ergebnis & Beweis erfolgreicher Ausbeutung. Gewinne in einem Unternehmen entstehen entweder durch Lohnbetrug beim eigenen Arbeiter oder durch Betrug an Dritten mittels Mehrwertabschöpfung – also indirekten Lohnbetrug durch Preiswucher. Denn der Käufer eines überteuerten Produkts wird dann beim Kauf durch zu hohe Preise um einen Teil seines Lohns gebracht, um welchen er von seinem eigenen Arbeitgeber noch nicht betrogen wurde. Üblicherweise werden in der „freien Marktwirtschaft“ immer alle Mechanismen parallel eingesetzt, um an den Lohn des Arbeiters (also an Gewinn) zu kommen. ->

          • zu 2.)

            Dennoch propagierst Du stetig die „Gewinnbeteiligung“ als Motivator des Arbeiters in einem isoliert betrachteten Unternehmen. Das ist inkonsequent! Denn ein solcher „Gewinn“ an dem nach Dir beteiligt werden soll, ginge zu Lasten der Arbeiter aus einem anderen Unternehmen oder zu Lasten der Kunden besagten Unternehmens. Denn irgendeiner muss die Rübe hinhalten, wenn „Gewinn“ gemacht werden soll!

            Damit ist Deine „Gewinnbetrachtung“ gesamtgesellschaftlich nicht schlüssig. Du verteufelst zwar berechtigt den Gewinn als unmoralisch, unfair und menschenfeindlich, verbannst ihn aber nicht aus Deinen Modellen. Inkonsequent!

            Einziger Unterschied Deiner Modelle zur heutigen Praxis ist: Du verteilst den „Gewinn“ etwas breiter.

          • @GEZwungener

            Zu 1: Als Folge der Automation werden die Unternehmer nie für Vollbeschäftigung sorgen (Industrie 4.0) und Massen von Bürgern vom Konsum ausgrenzen, diskriminieren.

            Die folglich einzig logische Konsequenz für eine Gesellschaft ist die Errichtung eines Zweiten Arbeitsmarktes nur für Arbeitslose. Dazu werden Produktionsstätten errichtet, in denen die Arbeitslosen eine Arbeit finden und ihre Erzeugnisse erhöhen ihren Wohlstand. Es wird kein Gewinn generiert, die Betriebe arbeiten auf gemeinnütziger Basis. Es entsteht ein Ring von verschiedenen Produktionsbetrieben.

            Dieser Parallelmarkt unter Kontrolle der Bürger handelt mit einer Parallelwährung, wie es im „Wunder von Wörl“ gemacht wurde. Videos auf Youtube.

          • Zu 2:

            Du hast absolut Recht, die Verwendung des Begriffs „Gewinn“ ist inkonsequent!

            Ich muß es also präziser darstellen:

            Die von den Arbeitern im Betrieb produzierten Produkten haben einen objektiven Wert, der sich aus den Faktoren Arbeitszeit, Arbeitsintensität, Arbeitsqualität und Rescourceneinsatz berechnen läßt. Zur Messung können Refa-Studien herangezogen werden.

            Der Preis des Produktes muß an diese Faktoren gekoppelt werden, ebenso der Lohn. Folglich geht der volle Preis in die Taschen des Arbeiters – Geld, dass früher als „Gewinn“ vom Unternehmer/Investor gestohlen wurde.

            Bei der heutigen Produktion mit hohem Rationalisierungsanteil ergibt das für den Arbeiter hohes Einkommen und wird zum Leistungsanreiz.

          • Fortsetzung zu 2:

            Um Einkommensgerechtigkeit beim Austausch der Waren innerhalb der Gesellschaft zu gewährleisten, werden alle Tätigkeiten auf ihren objektiven Wert gemäß der genannten Faktoren analysiert.

            Lohn und Preise der Produkte werden dann gemäßt dieser objektiven Wertbestimmung festgelegt. Auf dieser Basis ensteht eine Preisbindung und (hoffentlich) Einkommensgerechtigkeit.

            Der Wohlstand der gesamten Bevölkerung wird stark angehoben, da Unternehmensgewinne nicht mehr existieren. Jeder bekommt Eins zu Eins den Wert seiner Produktivität/Dienstleistung als Lohn ausgezahlt.

            Das war im Kern auch der Amerikanische Traum, der aber dann von den Bankstern und Unternehmern zerstört wurde.

          • @Richard

            Danke für die einleuchtende Antwort.
            Wenn Preise den Herstellkosten entsprechen, macht die Sache natürlich mehr Sinn und wird verständlich.

            Allerdings, wo Licht, da auch Schatten.
            Wieder zwei Beispiele:

            1.) Wie müsste man sich die ausbeutungsfreie Arbeitswelt in einem anlageintensiven Betrieb vorstellen? Für die effiziente Produktion (welche ja sinnvoll ist um niedrige Herstellkosten = Preise zu haben) werden in einem Beispielbetrieb hochtechnologische (sauteure) Anlagen benötigt. Diese Anlagen müssen vorfinanziert werden. Vorfinanzierung = Kredit. In der anschließenden Produktionsphase werden Güter/Werte geschaffen, in deren Preiskalkulation Anteile zur Kreditbedienung enthalten sein müssen. Bis hierhin kein Problem. ->

          • Allerdings müssen in der Preiskalkulation auch Kreditzinsen & Zinseszins einkalkuliert werden. Zinszahlungen sind aber Wertschöpfungsanteile, welche entweder den Arbeitern vorenthalten oder den Käufern mittels zu hoher Preise aufgenackt werden müssten, um mit dem Betrieb nicht insolvent zu gehen. Die Ausbeutungskomponente wäre demnach nicht eliminierbar. Zudem würde sich durch die Zinsen ein Teil der Wertschöpfung vieler Arbeiter wieder in den Händen weniger Kreditgeber als leistungsfreies Einkommen sammeln. Die Herrschaft des Kapitals bliebe ungebrochen.

            2.) Zwei gleiche Betriebe (einer nach Richards Modell & ein konventioneller) produzieren z.B. Butter. Technologisch identische Ausgangssituation für beide Betriebe unterstellt. ->

          • Anfänglich in der Betrachtung dürfte „Richards-Butter“ Preisvorteile aufweisen, weil ohne Profit kalkuliert werden kann. VP = HK. Für den Fall, dass „Klassik-Butter“ preislich mithalten kann, ginge dies nur auf Kosten der Arbeiter von „Klassik-Butter“ durch deren Ausbeutung. Denn „Klassik-Chef“ würde auf seinen Profit weder verzichten wollen noch können. In diesem Szenario wäre die Fa. „Richard“ dann mindestens noch der attraktivere Arbeitgeber, der sich auch keine Sorgen um motiviertes Personal machen müsste.

            Während sich die Mitarbeiter in der Fa. Richard mit ihren Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen gut und komfortabel „eingerichtet“ haben, schläft der leidende Wettbewerber „Klassik“ nicht und investiert in ->

          • Automation und „Verbesserungsvorschläge“ seiner kaufmännischen Mitarbeiter, welche ohnehin latent um ihren Arbeitsplatz bangen. Die Belegschaft wird reduziert, der Output dennoch gesteigert.

            Fortan kann „Klassik“ Butter zu deutlich gesenkten Preisen anbieten und dabei noch Zinsen bedienen und Profite schreiben. Alles ausbeutungsoptimiert.

            Die nun vergleichsweise teure „Richards-Butter“ ranzt in den Regalen. Absatz sinkt, Lohnzahlungen geraten in Gefahr. Die kuscheligen Zeiten fallen dem ungleichen Wettbewerb zum Opfer. Die Belegschaft hat in der Komfortzone verpennt. Bleiben 3 Möglichkeiten:

            A) Geschäftsaufgabe
            B) Nachrüsten (gemäß Punkt 1 mit FK + Zins)
            C) Preissenkung subventioniert durch Lohnsenkung

            Wie geht’s weiter, Richard ???

          • Was ihr da diskutiert, ist doch Käse !
            Es ist schlicht so, dass Richard die Errichtungskosten einer Fabrik ausblendet. Er konstruiert ein Modell auf der Basis, dass schon alles vorhanden ist.
            Es ist auch egal ob ich in einer Fabrik einen Besitzer und einen Vorstand habe, oder ob die Arbeitnehmer den Besitzer und Vorstand stellen, beides kostet in etwa gleich viel.
            Einzig, die überzogenen Bonis müsste man per Gesetz abschaffen und auf die Löhne umverteilen – thats all !
            … und natürlich die Zins und Zinseszinspolitik abschaffen, an der sich ja am ende nur völlig inaktive bereichern.

          • … Man braucht kein sozialistisches Paralell-in sich-Universum errichten, um in einer freien Marktwirtschaft soziale Gerechtigkeit walten zu lassen. Man muss ‚einfach‘ nur Arbeitgeber und Staat trennen, so wie man auch Kirche und Staat trennte.
            Der Staat stellt gewisse Rahmenbedingungen und stopft Schlupflöcher, so sollte es sein, ist es aber nicht.
            Ihr beiden ergeht euch gerade im kleinen 1×1 der Betriebswirtschaftslehre, da liegen aber unsere Probleme zuallerletzt.
            Und man muss es einfach mal sagen, Arbeitnehmer sind meist dumm, die interessieren sich bei aller Problematik immer nur für ihren Geldbeutel, das große Ganze ist für die allermeisten ein Buch mit 7 Siegeln. Ich weiß das, war selbst lange genug so ein kurzsichtiges Schaf.

          • @GEZwungener

            Zu 1: Die Kredite für das Anlagevermögen kommen nicht von der Bank, denn die hat das Geld auch nicht – woher sollte sie auch, wo sie doch nichts produziert. Tatsächlich „erfindet“ die Bank das Geld, nennt man im Fachjargon „Fiatmoney“, die Bank gibt also Blüten gegen Zinsen raus.

            Und das kann ein Volk auch sleber machen – es erfindet dieses Geld einfach und gibt es zinslos an den gemeinnützlichen Betrieb aus.

            Zinskosten entfallen, was dem gemeinnützlichen Betrieb einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber dem Privatwirschaftlichen Betrieb verschafft.

            Schätzungen zufolge stecken in jedem Produkt 40% Zinsen. Der Kostenvorteil unseres Betriebes ist damit unschlagbar.

          • Zu 2: Unser Betrieb rüstet bzgl. Automation einfach nach – mit zinslosen Krediten.

            Wieder ist er dem Privatunternehmen kostentechnisch im Vorteil, denn dieses muß Zinsen zahlen.

            Unser Betrieb hat drei Kostenvorteile:

            1. Keine Zinskosten
            2. Kein zu erwirtschafteten Gewinn
            3. Keine Unternehmensertragssteuern, da gemeinnützig.

            Das Privatunternehmen kann die Löhne nicht soweit senken, um das zu kompensieren – es wird von Markt verdrängt und geht pleite.

            Langfristig existieren nur noch gemeinnützige Betriebe, die mit Robotern produzieren und deren Wertschöpfung zu 100% den Wohlstand der Gesamt-Bevölkerung befeuert.

            Ausbeuterei und Armut sind dann nur noch das Relikt einer vergangenen, kapitalistischen Zeit.

          • @Richard

            Für so ein Wirtschaftsmodell müsste vorab die passende Kulisse geschaffen werden. Wo etwas Neues hin soll, muss was Altes weg. Beim „Abriss“ wäre mit schwerstem Widerstand der Veranstalter und Profiteure zu rechnen. Blöderweise besitzt diese winzige wehrhafte Minderheit den Großteil aller Ressourcen, welche zum „Umbau“ nötig wären. Ergo bliebe nur die Gewalt, um zu Revolutionieren.

            Die Sache mit dem „blutigen Klassenkampf“ hat aber schon mehrfach nicht geklappt! Ist also kein brauchbares Rezept, wie wir heute wissen.

            Allerdings ist Deine Alternative des „übergangsweisen Nebeneinanders“ verschiedener Wirtschafts- & Gesellschaftssysteme – quasi die schleichende Ablösung – auch schon wiederholt real gescheitert.

            Eine Sackgasse?

          • Es sieht so aus, als wollte uns CM loswerden.

            Kann zwei Gründe haben:

            1. Jemand Fremdes hat CM gehackt, übernommen und die echten Moderatoren haben keinen Zugriff mehr auf diese Seite. Der Hacker schreibt jetzt unter deren Namen.

            2. Den echten Moderatoren gefielen unsere Kommentare nicht.

            Naja, wie auch immer sich das verhalten mag – wir haben dem Establishment jedenfalls ordentlich den Marsch geblasen. War ne coole Show! :D

          • Ein solches System könnte über zwei Parteien gestartet werden: Linke und AfD.

            Die Linken wären davon vermutlich leichter zu überzeugen, sie könnten in den Ländern, in denen sie im Landtag an der Regierung sitzen die ersten Betriebe eröffnen.

            Bei der AfD wird man da auf mehr Widerstand stoßen, da in deren Reihen noch etliche Markt-Ideologen wie z.B. Boeringer, Meuthen oder Weidel sitzen. Aber vielleicht kann man über Höcke und Reil etwas erreichen. Letztere sind Gegner des Neoliberalismus.

          • @Richard

            Ich würde Dir einen Vorschlag unterbreiten wollen. Allerdings nicht in aller Öffentlichkeit, wenn es sich vermeiden lässt. Hast Du Interesse?

          • @GEZwungener

            Hört sich ja ganz mysteriös an.

            An was hattest Du denn gedacht?

          • Was sollte an einem persönlich gemeinten Vorschlag „mysteriös“ sein?
            Bist Du etwa jemand, der vollständig in der Öffentlichkeit leben will? Eher nicht, denn dafür scheint mir Dein Geist zu gut entwickelt. :-)

          • @Richard (Nachtrag)

            Ich dachte an eine Möglichkeit, Deine guten Ideen und Konzepte gezielt weiter zu entwickeln und natürlich entsprechend zu publizieren. Denn mir scheint, dass ein Großteil Deiner investierten Energie und Zeit in solchen Blogs hier verpufft, um nicht zu sagen, an der „falschen Zielgruppe“ abtropft – quasi „Perlen vor die Säue“ sind.

            Du lenkst Deinen Geist unnötig damit ab, Marketing und Missionarsarbeit in „Einzel-Therapie“ zu betreiben. Anstelle solltest Du Dich mit „Denken“ beschäftigen, am besten zusammen mit anderen Denkern von Deinem Kaliber. Für den „Straßenverkauf“ bist Du zu schade, meine ich.

          • @GEZwungener

            Pardon, Du irrst. Tatsächlich publiziere ich als Autor für eine größere Online-Zeitung, ohne den Namen jetzt nennen zu wollen.

            Abgesehen davon sehe ich meine eigentliche Berufung in der Entwicklung von neuen Technologien, da Physik meine große Leidenschaft ist. Und damit meine ich nicht die Schulphysik, die meiner Einschätzung nach in vielen Punkten falsch ist. Politik-Kritik betreibe ich eher nebenbei und will darin auch nicht noch mehr Zeit investieren.

            Es hörte sich so an, dass Du einer Gruppe Denkern angehörst. Ist das richtig?

          • @Richard

            Wenn „ich mich geirrt“ habe, ist das kein Problem. Obwohl ich mich ungern irre, zugegeben :-)

            Ich verstehe Dich so, dass Du „ausreichend engagiert“ bist, richtig?

            Deine Frage zu „meinem Denken“ möchte ich in diesem Umfeld unbeantwortet lassen. Ist mir zu öffentlich. Aber ich „denke“ auch manchmal etwas. :-) Zudem wäre eine sinnvolle Vertiefung dieses Themas nicht möglich ohne Namen zu nennen. Ebenfalls hier unangebracht.

            Dass Du Dich in der Ecke „freie Energie“ usw. wohler fühlst, ist mir nicht entgangen. Aber Deine sozioökonomischen Beiträge haben Fundament. Ergänzt & kombiniert mit anderen Modellen könnte man bestimmt künftig gut gangbare Wege aufzeigen.

            Sag bescheid, wenn Dich die Zeitung nicht mehr braucht! :-)

      • Der Investor hat keinen Sack vol Geld.
        Je nach Bedarf „zaubert“ er in Form eines Kredites „Giralgeld“ herbei, um sich damit echte Werte unter den Nagel zu reissen.
        Wenn der faule Zauber dann Aufliegt, bzw. das System zusammen bricht, ist nur das „Giralgeld“ weg. Die ergaunerten realen Werte bleiben in Verbrecherhand.
        Das dumme nur, dass unser mickriges „Giralgeld“ welches auf eine kleines Villachen gespart wird gleich mit weg ist.

        • … natürlich hat er keinen Sack voll Geld, aber er braucht Sicherheiten, hat er die nicht, kriegt er auch keine Kredite.
          Die Arbeitnehmer-Gesellschaft will ich sehn, die mit dem Privatvermögen aller Gesellschaftler einsteht.
          Das wird auch mal gewagt, etwa bei kleinen Gesellschaften von bis zu 10 Leuten, aber eine Fabrik beschäftigt in der Regel ca. min. 100. Da stünden viel zu viele Existenzen auf dem Spiel, die am ende wieder der Allgemeinheit auf der Tasche liegen würden.
          Für solche Unternehmen müsste der Staat den Banken gegenüber haften, also auch wieder die Allgemeinheit.
          Und hat die Bank das Nachsehen, wird sie gerettet, eben wieder mit dem Steuergeld der Allgemeinheit.
          Irgendwo muss die Kohle herkommen !

          • Eine sichere Unternehmensgründung braucht stabile Verhältnisse, dank Globalisierung haben wir die aber nicht.
            Wenn die gleichen Produkte verschiedener Weltstandards in einem freien, globalen Markt konkurieren müssen, dann endet das immer mit einem Zusammenbruch der höher entwickelten Gesellschaften, ihr erarbeiteter Reichtum schwindet, Verteilungskämpfe nehmen zu, das Land befindet sich auf dem absteigenden Ast.
            Deutschland ist die Melkkuh der EU, mit dem Ziel sie abgemagert Notzuschlachten !
            Die größte Gruppe, der Mittelstand, bestehend aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern muss sich gemeinsam in DE für DE durchsetzen, sonst seh ich echt schwarz !

          • @ML

            Du willst sagen, der Mensch besäße mehrheitlich die geistige Reife nicht, um Richards modellhafte Verbesserungsvorschläge in Eintracht realisieren zu können? Seine „Dummheit“ und genetische Fixierung auf die täglich grundlegende Bedürfnisbefriedigung lässt ihn den Tellerrand rechts und links nicht erkennen?

            Mit ähnlicher Argumentation hat vor 150 Jahren Karl Marx die Einführung des Sozialismus vertagt.

            Richtig und unbestritten ist, dass ein Großteil der Menschen keine übergreifenden Kenntnisse der Ökonomie besitzt. Sie machen fügsam und „gottgegeben“ ihr Ding, damit was zu Fressen auf den Tisch kommt.

            ABER sie alle (auch der Dümmste) haben ein inneres Gefühl dafür, was richtig & falsch, was gut & schlecht ist.

            Frag‘ die Leute!

          • @ nochmal ML

            Mal was anderes:
            Auf CM ist heute Interessantes zu beobachten.

            Ede ist wieder da, diesmal ohne sein Genital-Lexikon und in halbwegs verständlichen Sätzen.

            Und jetzt kommst:
            Er kommentiert, was das Zeug hält und seine Kommentare werden zeitnah (max. 30 min) blockweise durchgewunken. Unsereiner Otto-Normal hat Wartezeiten bis zu 24h.

            Das Geschäftsmodell von CM erschließt sich mir langsam nicht mehr.

          • Bei denen blickt wohl keiner mehr durch, muss ein durch und durch chaotischer Haufen sein !
            Wollte man das alles ernst nehmen, käme man nicht umhin, sich wie ein Versuchskaninchen beim Gesellschaftsexperiment zu fühlen.

          • Entweder ist der Dunstkreis um MM mega-strategisch unterwegs und unsereiner Kleinhirn kann deren geniale Schachzüge überhaupt nicht erfassen, oder es ist ein Haufen unbeschreiblicher Dummdödel, der auf keine Kuhhaut geht. Ich befürchte fast Letzteres.

            Wahrscheinlich ist CM kein ernsthaftes Geschäftsmodell, sondern eher ein Hobby… oder ein Zubrot. Denn hinge davon irgendeine Existenz ab, würde man den „Überlebenswillen“ irgendwo spüren müssen. Niemals würde ich „mein Baby“ solchen Gestalten wie Ede oder Peterpampel kampflos überlassen. MM hat aber kein Problem damit.

            Ich sage Dir was: Da stinkst nicht nur aus einer Ecke!