in Finanzsystem

Mögen Sie Mathematik? Ich war mal ein Fan davon. 1977. Was war das für eine schön exakte, klare Wissenschaft. Dann erfuhr ich, dass das alles ein Irrtum war: das ganze schöne mathematische System enthielt ein absolut unwissenschaftliches Element: man durfte nicht durch Null teilen.

War verboten … bzw. brachte die ganze Theorie zum Einsturz (die Seite Liste Null erläutert das Problem). Ich war damals auf einer Wirtschaftsschule, aber Nachmittags schon in einer interschulischen Philosophiearbeitsgruppe aller Recklinghäuser Schulen, wo wir uns mit Erkenntnistheorie beschäftigten … entsprechend pingelig war ich aufgelegt. Wissenschaft mit Dogmen: das ging gar nicht!

Seitdem sind viele Jahre vergangen. Viele Mathematiker haben versucht, mich davon zu überzeugen, dass ihre „Spiele mit Zahlen“ trotzdem Wahrheit erzeugen – und eine Zeit lang war ich versucht, ihnen in der Tat zu folgen. Welch´ ein grober Fehler. Bei einem unwissenschaftlichem System muss man irgendwann damit rechnen, dass es Fehler produziert. Will man das nicht wahrhaben, werden die Fehler immer größer – wie momentan.

„Formeln, die die Ergebnisse ökonomischen Handelns vorhersagen und die wiederum ein bestimmtes ökonomisches Handeln erzwingen, sind nicht mehr nur Vermutungen, nicht einmal mehr Beschreibungen von Märkten, sondern sie erschaffen Märkte“.

„Man kann das Ausmaß dieser Operation auch in Zahlen fassen. Weltweit wuchs der spekulative Wert von Derivaten von Null im Jahre 1970 auf 1,2 Billiarden Dollar im Jahre 2010 und ist damit 20 mal größer als das Bruttosozialprodukt der ganzen Erde“.

(Aus: EGO, Spiel des Lebens, Frank Schirrmacher, Karl Blessing Verlag München 2013, Seite 99).

Ich hoffe, Ihnen läuft es beim Lesen jetzt schon eiskalt den Rücken herunter. 1,2 Billiarden Dollar – das sind 1200 Billionen. Aktuell soll die Zahl sogar noch höher sein (siehe Webstimme), aber uns reicht´s jetzt schon.

Die Summe aller Derivate macht also das 20-fache aller realen Werte dieser Welt aus.

Bevor wir das gedanklich verarbeiten, sollten wir uns kurz noch einmal daran erinnern, was Derivate eigentlich sind. Immerhin kam die Welt bis 1970 vollkommen ohne sie aus.

Der Filmemacher Michael Moore hat in seinem Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ Experten dazu befragt – aus deren Antworten wurde man auch nicht schlauer.  Ich mache es mir einfacher, verzichte auf Experten und zitiere „zeit-im-umbruch„:

Mittlerweile sind Derivate ein reines Finanzprodukt und viele besitzen einen Hebel. Steigt etwa der Wert einer Aktie oder des Euro um eine Nuance, streicht der Investor ein Vielfaches dessen als Gewinn ein. Zweifach, dreifach, hundertfach – je nach Hebel. Riesige Summen werden bewegt, ohne realen Gegenwert.

Riesige Summen als Ergebnis von Wettgeschäften ohne realen Gegenwert. Trotzdem als Kapital bei den Banken verbucht.

Kapital, mit denen man zwanzig Erden kaufen könnte.

Wir haben aber nur eine.

Wissen Sie, was das für Sie bedeutet?

Teilen Sie ihr Gehalt, ihre Rente, ihr Arbeitslosengeld, ihre Tantiemen, ihr Einkommen einfach durch 20: schon wissen Sie, was Ihr Geld in Wirklichkeit im Augenblick wert ist – oder wert wäre, wenn sie mit den Hütchenspielern um die Waren der Welt konkurrieren müssten.

Wer heute mit einem Monatsnettoeinkommen von 6000 Euro ganz gut gestellt ist, hätte dann noch 300 Euro – bei gleichem Preisniveau von Miete, Heizung, Wasser, Steuern, Gebühren und Lebenshaltungskosten.

Wer 387 Euro Arbeitslosengeld bekommt, wird den Winter nicht überleben. 19,35 Euro reicht noch für zehn Kilo Äpfel im Monat.

Mit einer Million Jahreseinkommen läge man aber bei 50 000 im Jahr: davon kann kann noch leben – und das erklärt auch den „run“ auf die Million, die in den westlichen Ländern seit Jahren ausgebrochen ist.

So weit sind wir heute schon. Was nur noch nicht passiert ist: der Güter- und Dienstleistungsmarkt hat diese Situation noch nicht „eingepreist“ – aber jedem in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist bewusst, dass das jederzeit passieren kann – und irgendwann auch passieren wird: die „Märkte“ dirigieren heutzutage die gesamte Politik, die so „alternativlos“ geworden ist, niemand wird helfen können, wenn die Hütchenspieler der Derivateindustrie ihre wertlosen Zahlen in realen Besitz umwandeln werden.

Ein absoluter Riesenmegacrash schwebt über unserem Haupt – und alle schauen gelassen zu … oder beschließen Maßnahmen, die schon wertlos sind, bevor sie auch nur in Kraft treten (siehe Zeit).

Verstehen Sie nun, warum Warren Buffet diese Instrumente als „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet hat? Sie haben das Potential, ganze Volkswirtschaften, ja, sogar die ganze Weltwirtschaft zu vernichten – und unser Politik hat ihnen (in Deutschland in Gestalt der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder) Tür und Tor geöffnet.

Nun sind diese Geschichten bekannt. Michael Moore hat sie ja in seinem unterhaltsamen Film dargestellt, inklusive des Datums der Machtübernahme der US-Regierung durch den Bankensektor, die nach Moore mit der Präsidentschaft Ronald Reagans begann und danach mit weiteren Präsidentendarstellern fortgesetzt wurde.

Moore machte sich nun große Hoffnungen auf Obama – vergebens, wie Frank Schirrmacher (a.a.O. Seite 179) erörtert:

„Unter all den schlechten Nachrichten in Charles Fergusons „Inside Job“ ist ohne Zweifel die über die amerikanische Obama-Administration die schlechteste: Die amerikanische Regierung hat die Finanzeliten nicht nur geschützt, sondern sie zu Mitgliedern des Kabinetts gemacht“.

Typisch Amerikaner, oder? Wenn sie erstmal Massenvernichtungswaffen in die Hand bekommen können, sind sie nicht mehr zu halten.

Immerhin: da jeder weltweit das Hütchenspielergeld akzeptiert, kann man die Schlüsselindustrien aller großen Konkurrenten einfach so aufkaufen, Macht ausüben, ohne die Marines zu schicken, sogar die Drohnen können zu Hause bleiben. Gleichzeitig kann man unliebsame Wettbewerber wie die EU mit ihrem lästigen Euro locker an die Wand spielen, zumal alle ihre Privatbanken Agenten des „Systems“ sind und mit aller Macht in seinem Sinne arbeiten: zum eigenen Vorteil.

Die Politik hilft da gerne aus, „Drehtürpolitiker“ – also jene, die wie Mario Draghi beständig zwischen Goldman-Sachs und Politik hin- und herwechseln (siehe Spiegel) oder Klaus Regeling, Chef des ESM und EFSF, die 77% der Hilfsgelder für Griechenland in den privaten Bankensektor verschoben (siehe Attac) sorgen schon dafür, dass echte europäische Gelder regelmäßig in den Kassen der Hütchenspieler landen.

Angesichts der Drohung mit Massenvernichtungswaffen kann man auch kaum echte Gegenwehr erwarten, im Gegenteil: auf einmal scheint verständlich, warum der Deutsche Bundestag immer noch die Antikorruptionsgesetzte blockiert (siehe Spiegel): ohne die Gelder der Lobbyisten wird der Weg zur ersten Million schwer – und wie wir gesehen haben, brauchen wir die schon, um halbwegs sicher in die Zukunft blicken zu können.

Die Banker selbst wissen um ihre Position – und leben sie hemmungslos aus, siehe Spiegel:

Die Mitschnitte sind ein erschreckendes Zeugnis der Verachtung, die manche Top-Banker noch für ihre Kunden, ihre Aufseher und die Politiker hatten – selbst nach dem Ausbruch der von ihnen verschuldeten Finanzkrise. Inzwischen hat Irlands Ministerpräsident Enda Kenny eine Untersuchung angekündigt, die klären soll, warum die Banker trotz der offensichtlich hoffnungslosen Lage ihres Hauses riesige Staatshilfen erhielten.

Ob die wohl auch herausbekommen, warum die „Scheißdeutschen“ inzwischen für jeden Bankenmurks in Europa zahlen müssen?

Die Banker wissen sich sicher – und sie wissen, dass sie sich die Verachtung leisten können.  Ihre Jungs haben die Macht in Washington in den Händen – und das seit über dreißig Jahren. Sie haben die gesamt US-Wirtschaft gezielt in eine leicht steuerbare Plutonomie (siehe Financial Times Deutschland) verwandelt, wo das Konsumverhalten der Oberschicht wichtiger ist als die neuen Arbeitslosenzahlen.

Man hat nicht nur finanzielle Massenvernichtungswaffen in den Händen, sondern über gut finanzierte und ins Finanzssystem eingebettete Politiker auch Zugriff auf echte Massenvernichtungswaffen, hinter denen man sich gut verstecken kann, während man mit den anderen Volkswirtschaften in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Irland und letztlich auch Deutschland vernichtet.

Man kann es sich so auch leisten, ganze amerikanische Großstädte wie aktuell Detroit pleite gehen zu lassen: das Hütchenspielergeld der Plutonomie ist ertragreicher als die Automobilindustrie.

Durch die willkürliche Gleichsetzung von Hütchenspielergeld mit dem Lohn für echte Arbeit wird Arbeit völlig entwertet: man hat die Arbeit von 20 Planetenjahren sowie schon „auf dem Schirm“. So lassen sich auch leicht Kredite an jedermann geben: das Geld hat man zwar nicht, aber zur Not errechnet man es eben neu – oder ruft nach dem Staat.

Diese Verhältnisse sollte man sich als Bürger des ehemals freien Europa in Erinnerung rufen, wenn man folgende Botschaft liest (siehe Spiegel):

Aus einer vertraulichen Klassifizierung geht hervor, dass die NSA die Bundesrepublik zwar als Partner, zugleich aber auch als Angriffsziel betrachtet. Demnach gehört Deutschland zu den sogenannten Partnern dritter Klasse. Ausdrücklich ausgenommen von Spionageattacken sind nur Kanada, Australien, Großbritannien und Neuseeland, die als zweite Kategorie geführt werden. „Wir können die Signale der meisten ausländischen Partner dritter Klasse angreifen – und tun dies auch“, heißt es in einer Präsentation.

Ausgenommen sind die Landraubnationen: jene Staaten, die aus den Landräubereien des britischen Empire entstanden – inklusive deren Mutterland, natürlich.

Zielstaat der Angriffe: Deutschland – und der Rest des nicht anglophonen Europas.

Man fühlt sich in der Geschichte um einhundert Jahre zurückversetzt.

Deutschland ist wieder Feindstaat – einfach, weil wir da sind.

Und die deutsche Politik? Reagiert mit zu erwartender Passivität (siehe Spiegel) – die man aber nur versteht, wenn man die wirtschaftlichen Hintergründe berücksichtigt und sich die Mitgliederliste der Atlantikbrücke genau anschaut, jenes Vereins, der für die Freundschaft mit der angreifenden Kultur in Deutschland wirbt, wundert einen erst recht nichts mehr, ein halbes Jahrhundert wurde hier gezielt Wühlarbeit geleistet, siehe Selbstbeschreibung Atlantik-Brücke:

Zielgruppe sind deutsche und amerikanische Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, den Streitkräften, der Wissenschaft, den Medien und der Kultur, die bei der Atlantik-Brücke einen Rahmen für vertrauliche Gespräche finden.

Die Lumpenelite des Bankenclans hat die Weltherrschaft übernommen. Zum dritten Mal in einhundert Jahren ist Deutschland Angriffsziel geworden – man sieht, das geht auch ohne Führer und Kaiser.

Der Krieg kann auch ganz ohne einen einzigen Schuss geführt werden: dank der Wühlarbeit der NSA sind die Hütchenspieler in der Lage, sämtliche Widerstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Keim zu ersticken – mal abgesehen davon, das schon jetzt viele „Agenten“ in führenden Positionen deutscher und europäischer Zentralen sitzen.

Wer jetzt mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzt und leiste stottert: „das machen die nicht, das sind doch unsere Verbündeten … !“ der vergisst, dass England schon in den fünfziger Jahren einen atomaren Minengürtel durch Deutschland plante (Projekt Blue Peacock, siehe Spiegel) – achtzig Millionen verstrahlte Deutsche waren für unsere anglophonen Verbündeten kein Problem.

Wir verstehen jetzt vielleicht auch, warum die Spannungen zwischen den USA und Russland auch nach dem Ende des Kommunismus bestehen bleiben: es kommt nicht darauf an, dass man sich etwas zu schulden kommen läßt.

Es kommt darauf an, dass bei einem noch etwas zu holen ist.

Und so sehen wir, dass die Null für uns alle eine sehr wichtige Zahl wird: Am Tage X wird sie unser gesamtes Privatvermögen beschreiben.

Wir hätten der Mathematik wohl doch nicht so blind vertrauen sollen.

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Dein Kommentar

Kommentar

34 Kommentare

  1. – Es kommt darauf an, dass bei einem noch etwas zu holen ist.
    Das die exakte Definition.

    Ich habe leider keine guten Zahlen über die Strukturen. Derivate heben sich auch gegenseitig auf. Wenn sie ein Portfolio haben, darin liegt auch der Fluch selbst begraben, können sie die gesamte Richtung drehen – sprich die Erwartung positiv oder negativ kompensieren – in dem sie Derivate hinzunehmen. Die Volumen sind durchaus beachtlich. In Geld finanzieren sie die Risken und nicht die Volumina usw. usw..

    Eines stimmt wohl, Realwirtschaft interessiert keinen mehr, eher getarnt als Investorenkapital eine Absicherung von Krediten für Zockereien. Freund und Feind ist heute schwer zu erkennen.

    Es sind nicht die ‚Amerikaner‘, die Menschen es…

    • Mit „die Amerikaner“ hätte ich auch Schwierigkeiten, denn „die Amerikaner“ leiden genau so unter dem Terror der Plutonomie wie – ja, eigentlich der ganze Rest der Welt. „Die Menschen“ sind es aber auch nicht. Es sind einige Verbrecher – das ist alles. Die sitzen nur an sehr ungünstigen Stellen: weit oben.

  2. … sind einige unter ihnen. Nichts desto trotz werden wir uns etwas einfallen lassen müssen Banken von der Realwirtschaft abzukoppeln.

    Am besten ist wir zahlen die Investmentbanker ein Gehalt und emulieren ihnen eine Art Welt auf ihre Terminals. Das ist billiger denke ich. Für die Typen sind Aktien Realwerte. Aktien sind gehandelte Rechte, jetzt kann man sich vorstellen was die Jungs unter virtuell verstehen … und von der Realwirtschaft halten.

  3. Mittellosigkeit als Überlebensprinzip? Wäre dann ja nichts mehr zu holen.

    Oder alternativ: neue Weltherrscher. Bankerclans weg, sind ja nicht viele, da reicht St. Helena

    Entsorgung der jugendlichen Arbeitslosen via Schützengraben? Fast deterministisch. Dann noch ein wenig Macherqualitäten, und alles läuft schon gut.

  4. Ich finde es erschreckend, wie salonfähig es in unserer Gesellschaft ist die „Mathematik“ als etwas Schlechtes/Unnötiges zu bezeichnen und wie sehr es akzeptiert ist mit seinem mathematischen Unwissen zu prahlen, wie Sie es in Ihrem Artikel tun.
    Die Nichtdefiniertheit der Division durch NULL als unwissenschaftlich zu bezeichnen ist einfach nur traurig und zeugt von mangelndem mathematischen Verständnis.

    • Die Philosophie hat halt strengere Maßstäbe an „Wissenschaft“ als die Mathematik. Noch schlimmer wird es, wenn man von „Nichtdefiniertheit“ spricht und meint, man hätte was Schlaues gesagt: mit dieser Methodik können Sie nachweisen, dass die Erde eine Scheibe ist. Ich sprach übrigens nicht von „schlecht“ und „unnötig“. Sie ist nur nicht so heilig, wie sie gerne daherkommt – und auch nicht harmlos, wie die Derivatenkrise zeigt. Ansonsten bitte ich zu bedenken, dass ich 16 war, als ich diese Beobachtung machte. Es tut mir leid, dass sie das traurig macht: ich wusste aber auch noch nicht, dass Huldigung der Mathematik ein Grund zu großer Freude ist.

      • Die Behauptung, mit der Methodik der Mathe. nachweisen zu können, die Erde ist eine Scheibe ist absoluter Quatsch. Und das einige Sachen nicht definiert sind, hat durchaus einen logischen Sinn. Sie würden auch nie jemanden nach DER Lösung von x^2=1 fragen, da es zwei verschiedene Lösungen gibt. Bei der Division durch NULL fragt man nach DER Lösung der Gleichung 0*x=a für ein a. Diese Gleichung hat aber nur für a=0 eine Lösung und dafür unendlich viele. Also wird keine logisch sinnvoll beantwortbare Frage gestellt.
        Und die Derivatenkrise mit Mathe zu begründen, halte ich auch für verkehrt. Denn nicht die Mathematik, die die Modelle beschreibt ist der Auslöser, sondern der Interpret dieses Modells. Das ist in meinen Augen ein Unterschied.

        • @Mathematiker: können Sie dass auch in deutscher Sprache erläutern – für Leser, die nicht der mathematischen Sprache mächtig sind? Es ist kein feiner (obwohl leider üblicher) Zug, sich hinter Fachtermini zu verschanzen, wenn man einen Disput führt. Das signalisiert deutliches Desinteresse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
          Und zu der Scheibe … wenn ich die Kugelform der Erde als „nicht definiert“ beschreibe und so einen Unfug einfach durchgehen lasse wird sie schnell zur Scheibe.

          • Ich denke eigentlich schon, dass ich es erklärt habe, ohne Fachsprache zu verwenden, aber ich versuche es gerne noch einmal. In erster Linie geht es darum, dass die Division durch eine Zahl, die Umkehrung der Multiplikation mit dieser Zahl ist. Das bedeutet gerade, dass angefangen mit einer Zahl und man multipliziert diese mit einer anderen Zahl und dividiert wieder durch die gleich Zahl, dann sollte das gleiche herauskommen. Aber so eine Umkehrung (division)kann nur existieren, wenn die ursprüngliche Sache ( Multiplikation) ein eindeutiges Ergebnis hatte. Die ist bei der Multiplikation mit NULL leider nicht der Fall. Alltagsbsp: du siehst einen Menschen und weißt, welche Haarfarbe er hat. Aber wenn du ein Haar einer Farbe siehst, weißt du

          • Nicht, welchem Mensch es gehört.
            Das ist kein logisches Problem.
            Ansonsten wollte ich mit der Kritik, was den Missbrauch der Mathematik in deinem Artikel betrifft, nicht den sonstigen Inhalt des Artikels kritisieren.

  5. Also ich verstehe die Leute in der Diskussion wirklich nicht.
    Da ist hier ein guter Artikel und es geht oben bei Michael und dem Eifelphilosoph damit los, dass man „die ‘Amerikaner’“ unter Schutz nehmen solle, als wenn es für oder gegen diese gehen würde.
    Sind die hier kommentierenden so dumm oder verstehen sich als Helfer der Finanzelite?
    Was war denn so der Tenor des Artikels – nun Dinge wie:
    – „Die Lumpenelite des Bankenclans hat die Weltherrschaft übernommen.“
    – „Zielstaat der Angriffe: Deutschland – und der Rest des nicht anglophonen Europas.“
    – „Derivate als Massenvernichtungswaffe …“
    – „Die Summe aller Derivate macht also das 20-fache aller realen Werte dieser Welt aus.“

    Und da „palavert“ man über…

  6. Mal dazu einige Zitate; ja die US-Amis sind wohl seit 1913 auch nur Sklaven dieses Systems:

    Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.”
    – Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company

    “Die tatsächliche Wahrheit ist, dass seit den Tagen von Andrew Jackson, gewisse Teile der großen Finanzzentren, die Regierung beherrschen.”
    – Franklin D. Roosevelt (1882-1945), 32. Präsident der USA

    “Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.”
    – Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), Gründer der Rothschild-Banken-Dynastie

    -> suche Zitate Geld…

  7. Vielleicht noch ein letzter Hinweis:
    Man suche nach Eigentümern der FED und der Passus „Rest des nicht anglophonen Europas“ sollte verständlicher werden.
    Es ist eigentlich egal ob die Herren der FED und City of London durch Null teilbar sind, und auch egal, ob diese teilweise in der Schweiz wohnen oder wo auch immer. Eines geht garantiert wenn anders nicht mehr möglich, denke an die französische Revolution; für die Guillotine war wohl keine Mathematik von Nöten.

    „Wir hätten der Mathematik wohl doch nicht so blind vertrauen sollen.“ – das sollte doch nur der Aufhänger des Artikels sein. Es sei denn man meint Dinge wie die “game theory” des damals geisteskranken Mathematiker John Nash -> „BBC-Filmreihe “The Trap”: Wie…

    • Den gigantischen Einfluss der mathematischen Spieltheorie auf unser Leben untersucht gerade Frank Schirrmacher im oben zitierten Buch. Deshalb der Aufhänger mit meinen Mathematikerfahrungen als Jugendlicher … die im übrigen immer wieder Mathematiker mit nahezu religiösem Eifer auf den Plan rufen. Man kann die Uhr danach stellen.

  8. Werdet Tolteke, wenn ihr (bezgl. eures Alters) könnt. Dann ist es recht egal, was in der Welt der Menschen passiert. Denn wer Tolteke ist, dem hilft die Absicht weiter.

  9. Nicht die Mathematik ist schuld an Missständen, sondern die Betrüger sind es, die sie falsch anwenden! Die Mathematik ist nur das Werkzeug des Denkens. Das Messer in der Hand des Mörders vernichtet Leben, aber es rettet Leben in der Hand des Chirurgen. Insofern ist der Artikel leider irreführend, obwohl in der Zielstzung durchaus zu begrüßen.

    • Gut – „die Mathematik“ kann keine Schuld treffen, sie ist keine schuldfähige Person. Aber ein wenig möchte ich doch nebenbei an dem blinden Glauben rütteln, dass alles, was sich in Zahlen ausdrücken läßt, korrekt und wahr ist. Ist es leider nicht.

      • Ich teile Ihre Auffassung voll und ganz, dass man Zahlen nicht blind vertrauen darf. Allerdings argumentieren Sie ja gegen die Derivate – völlig zu Recht – auch wieder mit Zahlen. Zitat:
        „Ich hoffe, Ihnen läuft es beim Lesen jetzt schon eiskalt den Rücken herunter. 1,2 Billiarden Dollar – das sind 1200 Billionen. …. Die Summe aller Derivate macht also das 20-fache aller realen Werte dieser Welt aus.“
        Also, welchen Zahlen darf man Vertrauen und welchen nicht?
        Daher hätte ich den Satz „Wir hätten der Mathematik wohl doch nicht so blind vertrauen sollen.“ lieber so formuliert:
        „Wir hätten den Scharlatanen, die Mathematik falsch anwenden, wohl doch nicht so blind vertrauen sollen.“

  10. 1,2 Billiarden? Ich dachte es wären ’nur‘ *lol* 700 Billiönchen… diese paar Hundert Billiönchen mehr oder weniger spielen aber an sich letztlich keine grosse Rolle, denn ein gewaltiger Irrsinn ist es ohnehin…

    Notfalls können sie ja leer verkauft werden, dann werden sie wahrscheinlich völler – mathematischs voll konkret logisch. ;-)

    Ps. Die US-Regierung ist schon seit 1913 (Wilson, nicht Reagan) zur Marionette der Bankstermafia gemacht worden. Stichwort: FED-Act. Dr. Seidel hat dies schon äusserst trefflich benannt.
    Pps. Der Schwarze Freitag Anno 1929 kam ja nicht zufällig aus heiterem Himmel daher…

  11. @Mathematiker: danke, so wird der Gedankengang schon klarer. Ich habe allerdings auch später noch einen Satz in der Erkenntnistheorie mitbekommen, nachdem ich niemals gedanklichen Systemen trauen soll, die „Tabus“ beinhalten. Ich denke, es tut allen Bürgern gut, etwas kritischer zu sein, wenn Mathematiker mit Formeln Wirklichkeit beweisen – immerhin ist das im Versicherungs- und Anlagegeschäft inzwischen Alltag. Darum diese kleine Null-Geschichte aus meiner Jugend.

  12. Hallo, ich würde gerne wissen, woher sie Ihre Information dazu beziehen? (1500 Billionen Derivat Volumen)

    Die meisten Menschen hier verstehen nicht wie die Derivate funktionieren, und dass es Terminkontrakte schon vor Tausenden von Jahren gab..
    Also 1970 hat jede Fluggesellschaft futures auf Kerosin gekauft. (Auf Weizen wurden Kontrakte im Mittelalter gemacht)

    Wenn ich mir 100€ von einem Kumpel borge und ihm verspreche dass ich in 30 Jahren 3000€ gebe, ist ein Schuldenvolumen von 3000€ enstanden. Nur in 30 Jahren borge ich mir von einem anderen Kumpfel 3000€ aus, und verspreche ihm das gleiche mit 20000€ …
    Solange es Inflation gibt- (Die wird es dank der Notenbanken immer geben) – solange passiert nichts
    Lg
    ein Derivate…

  13. Es wird niemals ein Tag kommen, an dem alle Derivat Forderungen gefordert werden, weil die Derivate wie Sie selbst sagen, auf 20 Welt Bip´s aufgeteilt sind..(Heute kann man von 50-80 Jahren ausgehen)

    D.h. es können von ihren „1,5brd“ Dollar, etwa 2-3% im Jahr fällig werden, und dass DIESE 2% zu 100% nicht gedeckt sind , tendiert gegen 0 <—aber der 0 wollen sie ja nicht vertrauen :)

    Krisen wie in 2007, werden kommen und gehen, sie werden immer im Nachhinein als "schlimmer" bezeichnet werden, aber ohne diese Krisen würden wir heute noch in der Steinzeit sitzen :)

    Lg
    und Mathematik würde ich nicht schlecht darstellen, leider können die Meisten Menschen nicht rechnen, ansonsten würden sie niemals Kredite aufnehmen :D

  14. Die Derivatesumme dürfte inzwischen bei einer Billiarde liegen, die der wertlosen Wertpapiere bei noch einmal 2 Billiarden. Irgendwo muß die exponentiell wachsende Geldmenge doch untergebracht werden. Der Anteil von Europa dürft so um die 300 – 400 Milliarden liegen. Solange das Papier bedruckt wird, gibt es nur eine Hyperinflation, wenn die Zinsen steigen und jemand auf die Bremse bei der Druckerpresse tritt, dann hat sich dieses Währungssystem und noch einiges in Luft aufgelöst.
    Treffen wird es wieder die Armen, weil die anderen wieder von neuem anfangen, Geld aus dem Nichts zu erzeugen, soviel sie davon brauchen um jede wichtige Zeitung, jedes wichtige Medium zu kaufen und zu erzählen, im Himmel währe Jahrmarkt.

  15. Na und Herr Drusius?
    Es werden niemals im gleichen Zeitpunkt die 300 Billionen fällig!
    Siehe meinen alten Post..Das sind Forderungen und Verbindlichkeiten die auf Jahrzehnte aufgeteilt sind..
    Türlich kann es passieren, dass in einem Jahr 2 Billionen ausfallen…aber keine 80 Billionen..

    2 Billiarden „Wertlos“ …Sie reden einfach nur Schwachsinn!

  16. Derivate in erster Linie zur Absicherung von Risiken und zum Handel von Risiken. Da jede long Position auch eine short Position benötigt, ist das Risiko im System doch nicht höher als ohne diese Papiere.

    Also wenn 100% ausfallen sind es nur ca 20Billionen.. Leute die sich nicht auskennen, sollten hier eigentlich nicht mitreden.

    Aber die hier mitreden, kennen sich wahrscheinlich auch sehr gut, wenn es um Gehirnforschung oder um Herz Operationen geht.

    Leute, ohne höherer Mathematik könnt ihr hier nichts verstehen..
    Das ist alles Halbwissen vom Halbwissen