Verschwörungstheorie? Rechtspopulistische Europakritik? Nein! Die Quelle ist eine Presseinformation der Europäischen Zentralbank vom 08.November 2012. Dort wird die zweite Euro-Banknotenserie vorgestellt. In 2013 bekommen wir stufenweise ein neues gesetzliches Zahlungsmittel. Ähnlich wie die D-Mark seit 2002 kann der “alte Euro” dann nur noch bei den Zentralbanken eingetauscht werden.

Als erste Stückelung sind ab Mai 2013 die 5€-Scheine dran. Die restlichen Geldscheine werden dann in den kommenden Jahren schrittweise in Umlauf gebracht. Ich habe mit der Bundesbank telefoniert; man sagt mir der Terminplan sei geheim.

Zunächst werden die neuen Euros und die alten Euros parallel zueinander im Umlauf sein, dann wird die alte Serie (2002-2012) “allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliert letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel”, wie die EZB schreibt.

Foto: Hologramm eines fünf Euro Scheins / spacepleb

Dass Notenbanken neue Banknotenserien herausgeben ist nicht neu. Die Besatzer, später die Bank deutscher Länder und noch später die Bundesbank gaben zwischen 1948 und 2002 mehrere verschiedene DM-Serien heraus. Auch dort hat die Bundesbank den Status eines “gesetzlichen Zahlungsmittels” der jeweils älteren Serien per “Abgabetermin” aufgehoben, weil man ein starkes Interesse daran hatte, die jeweils neuen Scheine schnell in Umlauf zu bringen. Diese Info habe ich nirgends gefunden; auch sie stammt aus meinem heutigen Telefonat mit der Bundesbank.

Die Rechtslage ist klar definiert: In den teilnehmenden Mitgliedsstaaten der EWU ist seit dem 1. Januar 2002 das Euro-Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel. Gemäß Artikel 128 Absatz 1 Satz 3 AEUV (inhaltsgleich im deutschen Recht § 14 Absatz 1 Satz 2 Bundesbankgesetz) sind hierbei die von der EZB ausgegebenen Euro-Scheine das einzige unbegrenzte gesetzliche Zahlungsmittel. Weil die Notenbank das Geldmonopol hat, kann sie selbst bestimmen, was gesetzliches Zahlungsmittel ist und was nicht. Die EZB schreibt, dass sie zur Präsentation und Promotion des neuen Euros zwei Werbeagenturen ausgewählt hat.

Es ist das nichts neues, was die EZB macht und somit kein Grund für Verschwörungstheorien allá “es kommt ein neuer Euro und der alte ist nicht mehr gültig”.

Fakt ist aber: Der neue Euro (ab 2013) löst den alten Euro (2002-2012) als gesetzliches Zahlungsmittel ab. das ist schon ein komisches Gefühl, so nach 10 Jahren wieder ein neues gesetzliches Zahlungsmittel zu bekommen. Älteren Banknotenserien den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittel zu entziehen ist normal und wird schon immer so, auch hier in Deutschland, gemacht, teilt mir die Bundesbank ebenfalls telefonisch mit. Wäre dies nicht so, dann würden sich zugegebenermaßen einige Spekulations(t)räume für Verschwörungstheorien ergeben. Die EZB handelt aber nicht anders, als es die Bundesbank tat. Es bleibt ein Beigeschmack, dass demokratisch nicht legitimierte (Geld-)Politiker eigenmächtig und “einfach so” ein neues gesetzliches Zahlungsmittel installieren dürfen.

Quelle: Pressemitteilung der EZB vom 08.11.2012

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Jenny GER
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Pinksliberale Bloggerin und PhiLOLsophin. Ich bin 250% blond. Lieber Stroh aufm Kopf als nen Dachschaden. Ich schreibe über Politik, Finanzen, aber auch über Gesundheit und Ernährung. Ich schreibe auch gerne direkt aus der Bankpraxis.

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1 Kommentar zu diesem Artikel. Wie lautet Ihrer?

  1. Drusius 14.09.2013 um 13:52 - Antworten

    Egal, wie die schwachsinnige Plünderungswährung heißt, dahinter stehen die gleichen Leute, die die Völker bis auf die Socken ausplündern wollen.

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