in Europa

Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat aus Anlass der Tagung der Nato-Kriegsminister eine Ausrichtung der zivilen Infrastrukturplanung auf die Bedürfnisse der Militärs gefordert:

„Es geht nicht nur um Befehle. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Straßen und Brücken stark genug sind, um unsere größten Fahrzeuge tragen zu können, und dass die Schienennetze für den schnellen Transport von Panzern und schweren Geräten gerüstet sind“.

Dazu käme den nationalen Regierungen, dem privaten Sektor und der Europäischen Union Schlüsselrollen zu.

Welche Richtung die Truppenbewegungen haben werden, darüber ließ Stoltenberg keinen Zweifel:

„Für Panzertransporte nicht geeignete Straßen und Gleiswege erschweren derzeit etwa eine schnelle Truppenverlegung ins Baltikum.“

Es geht ein weiteres Mal gegen Russland. So wie der Führer in den dreißiger Jahren das Autobahnnetz mit allen Mitteln ausbaute, um Truppen und Gerät schnellstmöglich nach Osten zu verlagern, (der letzte Bauabschnitt der A2, die Berlin mit dem Ruhrgebiet verband, wurde pünktlich zum Beginn des 2. Weltkrieges am 23. September 1939 eingeweiht) so gehört wohl auch heute noch zu einer gewissenhaften, verantwortungsvollen Kriegsvorbereitung die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur.

Die gesamte EU nahm sofort Haltung an, knallte die Hacken zusammen und gelobte feierlich in Zukunft das verlotterte Verkehrswesen in Europa umgehend auf „Vordermann“ zu bringen. „Die Zeit“ berichtet:

„Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kündigte in Brüssel an, dass die EU-Kommission bis Ende der Woche Vorschläge unterbreiten wolle, wie der Truppentransport innerhalb Europas verbessert werden könne.“

Dieses massive Eintreten der Politik für eine Kriegswirtschaft, in der alle wirtschaftlichen Tätigkeiten nur auf die Stärkung der Fähigkeit Krieg zu führen gerichtet sind, ist nur der vorläufuge Höhepunkt einer sich ständig zuspitzenden Kriegspropaganda. Dabei bedingt immer der eine Schritt den anderen, nachfolgenden. Und immer sieht es so aus, als sei die Nato in der defensiven Rolle gegenüber Russland und zudem noch diesem an militärischer Stärke haushoch unterlegen.

So werden die derzeitigen Aggrssionen der Nato gegen Russland mit der Lage in der Ukraine, der angeblichen Annexion der Krim durch Russland und dessen Eingreifen in den Krieg in Syrien begründet. Dabei spielen die wahren geschichtlichen Tatsachen und Zusammenhäge keine Rolle. Wichtig ist die Darstellung aller Aggressionen durch die USA und die Nato als reine Verteidgungsmaßnahme. Dabei lassen sich fast immer am Anfang einer Krise, eines Konflikts die Fußabdrücke von Natostiefeln erkennen.

So zündelten die USA in der Ukraine bereits seit einigen Jahren, als dort 2004 für die Augen der Öffentlichkeit, ein überzeugendes Stück Schmierentheater gegeben wird.

„65 Millionen Dollar an US-Steuergeldern fließen seit 2002 allein vom US-Außenministerium für die Wahl in der Ukraine über die NED und die Parteistiftungen NDI und IRI“,

schreibt „Der Spiegel“ in seiner Ausgabe 46 im Jahr 2005. Er zitiert den Republikaner und Senator Ron Paul:

„Wir wissen nicht genau, wie viele Millionen oder Dutzende Millionen Dollar die Regierung der USA für die Präsidentenwahl in der Ukraine ausgegeben hat, Aber wir wissen, dass der Großteil des Geldes zur Unterstützung eines bestimmten Kandidaten gedacht war“,

und erklärt dann seinen Lesern:

„Wiktor Juschtschenko.“

Bemerkenswerte Tatsachen in dieser Zeit, in der die USA behaupten, ihre Präsidentschaftswahlen seien von Russland manipuliert worden und daraus einen weiteren Hebel zur Stigmatisierung Russlands entwickeln.

Wie man weiß, ging die Sache Regimechange und Eingliederung der Ukraine in die Nato damals schief. Allerdings schrieb „Der Spiegel“ bereits 2005 die prophezeihenden Worte:

„Andererseits führt nun für die USA und ihre westlichen Verbündeten kein Weg mehr zurück. Viel Geld, viel Mühe ist investiert worden. Kofferweise wird in den Wochen vor der Wahl (Juschtschenkos zum Präsidenten der Ukraine) Bargeld aus den USA am Flughafen Kiew ausgeladen, erzählt die Buchhalterin der oppositionellen Organisation „Unsere Ukraine“ Vertrauten. Eine amerikanische Privatspende über 150 000 Dollar sei vorübergehend beiseite gelegt worden, weil keiner mehr gewusst habe, wohin mit ihr.“

Was damals galt, gilt heute um so mehr. Waren es damals „viele Millionen oder Dutzende Millionen Dollar“, so waren es 2014, zehn Jahre später laut der damals stellvertretenden Aussenministerin der USA, Victoria Nuland mehr als 5 Milliarden Dollar, die die USA und ihre Verbündeten in einen Regime-Change in der Ukraune, dessen einziges Ziel war Russland weiter einzukreisen, investiert hatten. Nuland nannte diese Summe in einem, vom ukrainischen Geheimdienst abgehörten, Telefongespräch am 28. Januar 2014.

Investitionen, dass weiß jeder müssen Rendite bringen. Rendite, die in einer vom Westen kolonialisierten Ukraine vor allem darin liegen würde, dass man Russlands Öl-  und Gaslieferungen leicht blockieren könnte, da die russischen Energielieferungen in die EU durch das ukrainische Pipeline-System geleitet werden. Einspringen würden dann US-amerikanisch dominierte Energielieferanten.

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ zitiert Prof. John Mearsheimer, der an der Universität von Chicago Politikwissenschaft lehrt, in einem Artikel von Alice Bota vom 17. Mai 2015, in dem diese sich jede erdenkliche Mühe gibt, wortreich die US-amerikanische Einflußnahme in der Ukraine wegzulügen:

„Ihm (Prof Maersheimer) zufolge setzt Washington die Politik der Einmischung in der Ukraine noch immer fort, auch zehn Jahre nach der Orangenen Revolution. Für ihn steht daher fest: Die Proteste auf dem Maidan, die schließlich am 22. Februar 2014 in dem Sturz von Ministerpräsident Viktor Janukowitsch mündeten, waren von den Amerikanern über Jahre mit viel Geld vorbereitet worden. Ein Staatsstreich. Amerika wollte einen Machtwechsel, denn es wollte Einfluss auf die Ukraine gewinnen.“

So sehr man uns Glauben machen will, die Maidan-Proteste hätten zum Sturz Yanukowitschs geführt, die Protestierenden waren bestenfalls Statisten in einem vor der Weltöffentlichkeit aufgeführten Actiondrama, dessen Ablauf und Ausgang längst beschlossen war. Die Zeiten ändern sich, versuchte Sergei M. Eisenstein 1928 mit den Mitteln des Stummfilms und tausenden von Komparsen der Welt ein Bild von der Oktoberrevolution in Russland zu zeichnen, dass sehr wenig mit der Realität zu tun hatte, so zeichneten die Drahtzieher in den USA mithilfe der Neuen Medien ein Bild von einem Volksaufstand in der Ukraine, der so niemals stattgefunden hat.

Der Umsturz in Kiew war seit langem beschlossen. Der Maidan war nur der willkommene Anlass dazu, endlich loszuschlagen. Nach mehreren Wochen der Proteste gegen eine korrupte Regierung, die auch vor „Gewalt gegen das eigene Volk“ nicht zurückschreckte, war die Welt bereit für den „Final Countdown“. Am 20. Februar eskalierte die Gewalt. Es wurde scharf geschossen. Am Ende des Tages lagen an die 70 Menschen tot auf dem Pflaster. Die Verantwortlichen für die Schüsse aus dem Hinterhalt sind bis heute noch nicht identifiziert, geschweige denn abgeurteilt. Nicht zuletzt weil die neue Regierung bei der Aufklärung wenig Elan an den Tag legte.

Wichtig war ja auch nicht die Wahrheit, wichtig war das, was in der Öffentlichkeit für die Wahrheit gehalten wurde und das war die Geschichte, die die Medien bereits erzählten, als die toten Körper noch nicht einmal kalt waren: Yanukowitsch Sondereinheit Berkut, so hieß es, habe wahllos in die Menge geschossen – auf Befehl des Präsidenten. Damit war Yanukowitsch endgültig diskreditiert und zum Abschuss freigegeben. Der floh vor dem vom „Rechten Sektor“ aufgehetzten Pöbel:

„Sie fordern die Todesstrafe, sie wollen ihn pfählen, zumindest aber soll er vor ein Tribunal“,

freute sich noch am 24. Februar „Der Spiegel“, auf eine Show wie der öffentlichen Hinrichtung Saddam Husseins oder der grauenvollen Ermordung Gaddafis, letztendlich nach Russland.

In der Ukraine befanden sich nun Kräfte an der Macht, die einen Großteil der ukrainischen Bevölkerung gar nicht mehr vertreten wollten. Laut der letzten halbwegs verläßlichen Volkszählung lebten in der Ukraine etwa 8.334.100 ethnische Russen, das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 17,3 Prozent. Eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung war die Abschaffung des Russischen als zweite Amtssprache. Das empörte die Menschen besonders in den Oblaten Luhansk und Donezk mit einem russischen Bevölkerungsanteil von 39,0 Prozent bzw. 38,2 Prozent und auf der Krim, wo die Russen gar in der Mehrheit sind. Das Gesetz besteht bis heute. Es ist lediglich ausser Kraft gesetzt und könnte jederzeit sofort wieder Gültigkeit bekommen.

Es kam zu Protesten der Bevölkerung, die die neue Regierung in Kiew im März dazu veranlasste Truppen zu schicken, die, bis an die Zähne bewaffnet, sogar Artillerie einsetzte. Im Juli tönte der neue Präsident der Ukraine, der Schokoladenfabrikant und Oligarch Poroschenko, ganz im Stile deutscher Wehrmachtsgeneräle im zweiten Weltkrieg:

„Die Militanten werden mit Hunderten ihrer Leben für das Leben eines jeden Soldaten von uns zahlen.“

Die „Welt“ schrieb am 19. Dezember 2012:

„Die Richtlinien des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) von September 1941 ordneten zum Beispiel die Erschießung von 50 bis 100 „Kommunisten, Nationalisten oder Demokraten“ für jeden getöteten deutschen Soldaten an.…Im besetzten Jugoslawien legte General Franz Böhme fest, dass für jeden getöteten deutschen Soldaten 100 Geiseln und für jeden verwundeten Landser 50 Geiseln zu erschießen seien.“

Wilhelm Keitel, der Oberkommandierende der Deutschen Wehrmacht, wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher am 1. Oktober 1946 unter anderem auch wegen des sogenannten „Sühnebefehls“ zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Strafe wurde am 16. Oktober 1946 in Nürnberg vollzogen.

Auf der Krim musste die russische Führung um den Verbleib der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol fürchten. Immer wieder wurde bereits unter dem westlich orientierten Präsidenten Juschtschenkos der 1997 geschlossene und bis 2017 laufende Vertrag zur Nutzung der Anlagen in Sewastopol durch die russische Flotte, von der Ukraine zur Erpressung Russlands genutzt.

Im Gasstreit 2005 – 2006 schlug das „Institut für nationale Sicherheit der Ukraine“ vor, dass

„in der Bindung des ukrainischen Einverständnisses für die rasante Preisanhebung für die Gaslieferungen an eine Reihe politischer Konsensen anzustreben sei. Darunter fiel das Übereinkommen zum vorzeitigen Abzug (bis zum 1. Januar 2012) der russischen Schwarzmeerflotte aus der Krim und das Prolokoll, worin Russland ausdrücklich erklären sollte, dass es keine Einwände gegen die ukrainische N/ATO-Mitgliedschaft in einer absehbaren Zeit (2008 – 2010) haben würde“,

wie etwas umständlich Lyudmyla Synelnyk in dem 2013 erschienen Buch „Energieressourcen und politische Erpressung: Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine“ schreibt. Im Jahr 2008 legte Juschtschenkow noch einmal höchstpersönlich nach. Lyudmyla Synelnyk schreibt:

„So wurde am 20. Mai 2008 (also Monate vor dem Georgienkrieg im August 2008 – entgegen den Behauptungen in der westlichen Presse, diese Forderung sei eine Reaktion auf die Teilnahme von Teilen der Flotte an den Kriegshandlungen gewesen) die ukrainische Regierung durch den Präsidentenerlass beauftragt, einen Gesetzesentwurf über die Beendigung des russisch-ukrainischen Übereinkommens zur Stationierung der russischen Scbwarzmeerflotte nach 2017 vorzubereiten.“

Obwohl der Vertrag 2010 bis 2042 verlängert wurde, wusste Putin, dass Russland spätestens 2017 der Rausschmiss der Flotte aus Sewastopol mit anschliessender Übernahme der Anlagen durch die USA drohte, erkannten doch die jetzt in Kiew an der Macht befindlichen Kräfte, die Vertragsverlängerung von Anfang an nicht an.

Man mag das Machtpolitik nennen, aber Russland musste handeln, sowohl in der Ostukraine, deren Abtrennung vom restlichen Teil des Landes in westlichen Medien schon zu Anfang des Maidan ganz offen, schulterzuckend eingeplant und akzeptiert wurde, als auch auf der Krim. Russland war von den USA, der NATO und der EU massiv herausgefordert worden. Nun aber wurde es als der alleinige Agressor dargestellt.

Im Falle Syriens läßt sich unschwer das gleiche Muster erkennen. Begrenzte innere Unruhen wurden genutzt, um unter dem Vorwand des Schutzes der Bevölkerung vor einem, sein eigenes Volk abschlachtenen Diktator, Söldner, Waffen und Munition in grossem Stil ins Land zu bringen.
Dass es den USA keinesfalls um Freiheit und Menschenrechte der syrischen Bevölkerung ging, zeigt ein Memorandum, das sich in den geleakten E-Mails Hillary Clintons fand.

Es besitzt weder Datum noch den Namen des Autors, daher wird davon ausgegangen, das es sich hierbei um einen engen Mitarbeiter Clintons handelt oder die damalige Aussenministerin der USA höchstselbst. Die Entstehung des Papiers lässt sich anhand einiger Textpassagen leicht auf die Zeit April/Mai 2012 datieren, zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Syrienkrieges also.

Gleich der erste Satz in dem Wikileaks-Dokument straft die offizielle Version US-amerikanischer Einmischung Lüge:

„Der beste Weg, um Israel zu helfen, mit der wachsenden nuklearen Fähigkeit des Iran umzugehen, besteht darin, den Syrern zu helfen, das Regime von Bashar Assad zu stürzen.“

Es ging also augenscheinlich darum, den Iran zu schwächen, indem man ihm seinen treuesten Verbündeten nahm. Es ging darum, Israels Monopol an Atomwaffen im Nahen Osten zu erhalten:

„Worüber sich israelische Militärs wirklich Sorgen machen – darüber aber nicht offen sprechen können – ist der Verlust ihres Atommonopols. Eine iranische Atomwaffenfähigkeit würde nicht nur dieses Atommonopol beenden, sondern könnte auch andere Gegner, wie Saudi-Arabien und Ägypten, veranlassen, ebenfalls nuklear aufzurüsten.“

Die Aussenministerin der USA oder einer ihrer engsten Mitarbeiter, legen im Frühjahr 2012 die wahren Überlegungen der Obama-Administration offen:

„Es ist die strategische Beziehung zwischen dem Iran und dem Regime von Bashar Assad in Syrien, die es dem Iran ermöglicht, Israels Sicherheit zu untergraben ….durch seine Verbündeten im Libanon, wie die Hisbollah, die vom Iran über Syrien unterstützt, bewaffnet und ausgebildet werden.“

Daraus ist nur ein Schluß zu ziehen:

„Das Ende des Assad-Regimes würde dieses gefährliche Bündnis beenden.“

Offensichtlich vertraute man den eigenen Verhandlungen mit dem Iran über die Begrenzung seines Atomprogramms nicht oder die Verhandlungen hatten von vornherein nur eine Alibifunktion:

„Verhandlungen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms werden Israels Sicherheitsdilemma nicht lösen. Sie werden den Iran auch nicht davon abhalten, den entscheidenden Teil eines Atomwaffenprogramms weiterzuentwickeln – die Fähigkeit, Uran anzureichern.“

Und so wurde 2012 in Washington der Sturz Assad nur als erster Schritt einer großen, endgültigen Lösung gesehen. Der kleine Krieg vor dem ganz großen gegen den Iran:

„Es wäre nicht nur ein gewaltiger Segen für Israels Sicherheit, Assad zu Fall zu bringen, es würde auch Israels verständliche Angst vor dem Verlust seines Atommonopols erleichtern. Dann könnten Israel und die Vereinigten Staaten eine gemeinsame Sichtweise entwickeln, wann das iranische Programm so gefährlich ist, dass eine militärische Aktion gerechtfertigt sein könnte.“

Mit Assad und seiner Familie gedachte man so zu verfahren wie zuvor mit Saddam Hussein im Irak oder Muammar al-Gaddafi in Libyen:

„Mit seinem Leben und seiner Familie in Gefahr, wird nur die Androhung oder Anwendung von Gewalt den Geist des syrischen Diktators Bashar Assad verändern.“

Auch vom Völkerecht gedachte man sich nicht weiter aufhalten zu lassen. Der Weltsicherheitsrat, der einer Militäraktion gegen Syrien zustimmen müsste, wurde in eigener Machtvollkommenheit beiseite geschoben:

 „Russland wird niemals eine solche Mission unterstützen, also hat es keinen Sinn, durch den UN-Sicherheitsrat zu handeln.“

Und das mit Syrien verbundene Russland, das immerhin seinen einzigen Militärposten im Mittelmeer in Syrien hat, sah man wohl immer noch als viel zu schwach an, als dass man sich mit der russischen Reaktion allzu lange zu befassen gedachte:

„Einige argumentieren, dass die US-Beteiligung einen weiteren Krieg mit Russland riskiert. Aber das Kosovo-Beispiel zeigt etwas anderes. In diesem Fall hatte Russland echte ethnische und politische Verbindungen zu den Serben, die es zwischen Russland und Syrien nicht gibt, und selbst dann hat sich Russland kaum mehr als beschwert.“

Wie man weiß hat sich dann alles etwas anders entwickelt. Wahrscheinlich auch weil Hillary Clinton in der zweiten Amtszeit Obamas nicht mehr Außenministerin der USA war und sich mit ihrem Team von Neocons und Kriegstreibern auf ihre eigene Präsidentschaftskampagne 2016 vorbereitete. Obama schreckte mehrfach vor einer direkten Beteiligung der USA am Syrienkrieg zurück.

Russland allerdings griff im September 2015 auf Bitte Assads, mit Luftschlägen gegen die islamistischen Terroristen, aktiv in den Krieg ein und beendete das endlose Blutvergießen des syrischen Volkes, bis auf wenige kleine Ausnahmen. In der Propaganda aber war fortan Russland der Aggressor, so als habe Putin das große Sterben in Syrien aus gestrategischen Überlegungen heraus initiiert und nicht die USA.

Und nun sind wir wieder bei der Forderung der Nato, unsere Wirtschaft allmählich auf eine Kriegswirtschaft umzustellen. Mit der Stigmatisierung als Aggressor, der völkerrechtswidrig andere Staaten überfiel wie die Ukraine und Syrien, wird die durch nichts zu begründende Warnung verbunden, der russische Bär könne auch gegen andere Länder militärisch vorgehen, zu vorderst die Baltischen Staaten. So wurde Angst geschürt und schnell ertönte der Ruf nach Aufrüstung. Russland verstehe nur die Sprache der Gewalt, man müsse gegenhalten, Stärke zeigen.

Kein Schreckgespenst, kein Vergleich mit Ereignissen der Geschichte war  und ist den Claqueuren der Rüstungsindustrie und den Kriegstreibern zu dämlich. Da wurde immer wieder die Appeasmentpolitik des britischen Premiers  Neville Chamberlain 1938 Hitler gegenüber zitiert. Hätte Chamberlain damals Hitler energisch in seine Schranken gewiesen, so wird immer wieder unbelegt behauptet, so wäre es nie zum 2. Weltkrieg gekommen.

Mit dem dummen Vergleich Putins mit Adolf Hitler soll den Menschen Angst gemacht werden. Sie sollen bereit gemacht werden für die große Konfrontation mit dem ewig Bösen. Sie sollen, wie in jeder Kriegswirtschaft ihre persönlichen Bedürfnisse hintanstellen für die große Kraftanstrengung, den übermächtig gezeichneten Feind niederzuringen.

Adieu, neue Kitaplätze, adieu Ganztagsschulen, Betreung von Kindern und Jugendlichen, adieu gerechte Alterssicherung, Würde im Alter, Investitionen ins Gesundheitssystem und in Pflege. Ab jetzt wird jeder Euro zur Wehrertüchtigung gebraucht. Zwei Prozent des jährlich erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukt soll jedes Land in seine Rüstung stecken. Dazu kommen jetzt noch einmal die imensen Kosten für breite Straßen auf denen Panzer gen Osten rollen können, für Brücken die die enormen Kolosse aus Stahl tragen können. Autobahnen werden ohne jede Rücksicht schnurgerade ins Gelände getrieben, damit sie im Kriegsfall als Lande- und Startbahnen für die todbringenden Bomber genutzt werden können. Bahnstrecken müssen modernisiert werden, nicht um besser, schneller und pünktlicher von A nach B zu kommen, sondern damit im Bedarfsfall darauf Räder rollen für den Sieg.

Aber liebe Landsleute seit getrost und gebt gerne für Panzer, Raketen und Bomber. Im Moment wollen sie ja nur euer Geld. Früher oder später aber werden sie kommen und dann werden sie eure Kinder und Enkelkinder von euch forden.

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Kommentar

52 Kommentare

  1. Nicht der Feind vor unserer Türe ist gefährlich, sondern der Verbündete 1000 te km entfernt der seine Wirtschaft mit Krieg in Schwung bringen will, und alle sind schlecht und nur er ist der gute.

  2. Naja das sehe ich persönlich etwas anders. Grundsätzlich ist es schon so, dass wir uns lange auf die Staaten in Hinblick auf die eigene Rüstungs- und Verteidigungspolitik verlassen haben. Unter Trump gibt es das nun so nicht mehr. Wenn wir nun anfangen für uns selber Verantwortung zu übernehmen und im zweiten Schritt auch lernen selber für uns zu denken, machen wir uns auch immer mehr unabhängig von den Staaten. Man kann das natürlich auch so deuten, dass jetzt gezielt gegen Russland aufgerüstet wird, al­ler­dings sehe ich den Sachverhalt etwas aus dem Kontext gerissen.

    • Die Sachlage sieht doch ganz anders aus. Die sog. „Unabhängigkeit“ besteht allein darin, dass wir noch mehr zahlen, unser Militär aufrüsten etc., aber in der politischen Entscheidung sind wir Milliarden Lichtjahre von jeder Unabhängigkeit entfernt. Der Ami sagt, wer der Böse ist, und wir haben zu folgen. Er zahlt nur die Rechnungen nicht mehr. Also „Unabhängigkeit“ sieht anders aus…

    • Rainer Lorenz Ich verstehe die erhitzten Gemüter bei dem brisanten Thema und auch ich sehe das alles sehr kritisch. Allerdings muss ich in einer Sache widersprechen. Du beschreibst in Teilen die aktuelle Situation, wie es sich bis dato verhalten hat. Da die Aufrüstung Europas bisher kein Thema war und noch Zukunftsmusik ist, kannst du nicht von einer Beschreibung der Sachlage sprechen. Wir alle schauen da in eine Glaskugel, wie es sich zukünftig gestalten wird. Allerdings ist es nichts neues, dass das Thema Rüstung und Verteidigung der springende Punkt war, warum man so abhängig war. Offentsichtlich ist, dass dies zukünftig anders aussehen wird, denn mit der Aufrüstung Europas schwindet ganz elementar der Druck, den die USA auf uns ausüben können, da Sie sich jetzt den Argumentationspunkt Nummer 1 streichen. Somit sehe ich nicht nur Risiken, sondern auch und vor allem Chancen für uns. Christian Lord Brett: Gegen wen setzen wir denn aktuell unsere Waffen ein? Gegen Russland? (Ich brauche jetzt keinen Vortrag über aktuelle Bundeswehreinsätze, die sind mir durchaus bekannt.) Also, Es ist ja nicht so, dass wir Stand jetzt über keine Waffen verfügen. Bedeutet, Waffen zu haben heißt nicht im Umkehrschluss, die Waffen (wie hier in diesem Bericht nahegelegt wird, auch einzusetzen. Das mag vielleicht für andere Länder gelten aber gewiss nicht für uns. Dass die Bundeswehr lachhafte Zustände aufweist und dort extremer Handlungsbedarf besteht, ist auch kein Geheimnis. Vor kurzem ist erst ein Bericht verfasst worden, dass schnellstmöglich (eher gestern als heute) die Tornado Flotte ausgetauscht werden muss, da die Technik mittlerweile so veraltet ist, dass uns in spätestens 10 Jahren die Wartungs- und Ersatzteilkosten überrollen werden. Ganz nebenbei wird der Flugbetrieb immer riskanter für die Piloten. Wenns nach mir persönlich ginge, würde es auch eine waffenfreie Welt geben. Den ersten Stein zu werfen und als Land wie Deutschland zu beschließen, dass wir uns entmilitarisieren, ist wünschens- und erstrebenswert, aber leider fernab der Realität. Das müsste auch jedem einleuchten. Kleinstländer, die sich entmilitarisiert haben, haben größtenteils die Vereinigten Staaten dann wieder als Schutzmacht, ergo, man würde sich noch stärker abhängig machen, als aktuell. Ich wiederhole meine Auffassung noch einmal, dass ich es als große Chance sehe, die Transatlantische Nabelschnur durch die Aufrüstung zu durchtrennen.

    • David Miles ich verstehe Deine Argumentation, aber ich teile sie nicht. Dass wir selbst Waffen haben, egal in welcher Anzahl, hat keinerlei Bedeutung für eine selbstbestimmte Politik. Wenn ich auf das politische Tagesgeschehen sehe, dann beugen wir uns vor der amerikanischen Meinungshoheit noch bevor uns überhaupt jemand danach gefragt hat – unabhängig davon, ob es einen Bezug zu Krieg, NATO oder Waffen gibt, oder nicht, siehe TTIP und das ganze Gedöns. Ich vertrete übrigens die Meinung, dass dieses ganze Militär in Europa nicht gegen Russland sondern gegen uns gerichtet ist. Nüchtern betrachtet ist Russland keine Gefahr. Jede Annahme, Russland würde uns angreifen, entbehrt jede Begründung und jeden Sinn. Wir werden auch nicht Russland angreifen, es sei denn, wir möchten um Hessen herum ein Loch bis zum Erdkern. Soll sich ja gut machen… für mich ist das alles Unfug…

    • Was aber, wenn diese EU- Armee letztlich doch der US-
      Besatzungsmacht in Europa untersteht? Bereits jetzt erhalten Offiziere der Bundeswehr ihre Befehle aus dem Pentagon (EUCOM).

      Für Washington wäre das eine win, win – Situation. Anstatt eigene Mittel für einen überblähten Militärhaushalt aufwenden zu müssen, bezahlen die Europäer den ganzen Quatsch künftig selber und halten zugleich ihren eigenen Kopf für US- Interessen hin. Natürlich auch gegen die erklärten Gegner der USA, nämlich Russland, China und den Iran.

      Die Amerikaner wollen Russland um jeden Preis eindämmen und dafür werden sie kämpfen – notfalls bis zum letzten Europäer.

  3. Was ist eigentlich aus Neopresse geworden?! Früher habe ich gern Artikel auf dieser Seite gelesen, aber mittlerweile hat man das Gefühl die russische Propagandazentrale hat diese übernommen. Falls man es nicht mitbekommen hat, aber die USA unter Trump zieht sich grad eher zurück und will nicht mehr „Weltpolizei“ spielen…Die EU scheint endlich mal aufzuwachen und baut ein eigenes Verteidigungsbündnis (Siehe Pesco) auf, weil man merkte das auf USA kein wirklicher Verlass mehr ist. Und Herr Putin ist auch kein Messiahs, sondern hat genau das gleiche Bedürfnis wie jede andere Macht, Russland geopolitisch günstig aufzustellen

    • Peter König Setzen, 6…. und meinen Satz so zu beschneiden um ihn so aus dem Kontext zu reißen, macht es auch nicht besser… sieh dir die letzten Monate an: Trumps Meinung der Nato und Forderungen an andere Mitlgiedsstaaten. Merkel, die in ihm keinen verlässlichen Partner mehr sieht. EU-Verteidigungsunion Pesco

      • Sie kennen Pesco ?
        Darin ist der militärtechnisch freie Durchzug von Panzern von Westeuropa bis an die russische Grenze vorgesehen (Autobahnbau) und der bürokratisch freie Durchzug von auch fremden Armeen , sprich USArmee .

    • NP bringt eben unterschiedliche Autoren und somit unterschiedliche Sichtweisen. Dass NP sich nicht auf die russophobe Paranoia der MSM einlässt, spricht doch eher für die Plattform. Davon abgesehen gibt es bereits genügend Idioten, die sich von der Anti- Russland- Propaganda haben einwickeln lassen. Da kann es doch nur gesund sein, wenn auch mal ein prorussissches Gegengewicht zum Zuge kommt. Das nenne ich Vielfalt und das ist das Gegenteil von Propaganda.

      Zum Abschluss erlauben Sie mir bitte eine Frage: Sind Sie ein Troll?

    • Weil die USA sich zurück ziehen :D sry, aber wenn die USA sich zurück ziehen würde, würde Nordkorea sich nicht mit A-Waffen befassen, den das is für Nordkorea wie eine Lebensversicherung das die USA dort nicht einreiten.

      Wenn die USA sich wirklich zurückziehen will, können sie ja sofort damit anfangen ihre Atombomben aus Europa zu exportieren und ihre knapp 800 Militärstützpunkte auf der Welt schließen. Angefangen bei einem ihrer wichtigsten, und zwar Ramstein.

    • Oh Mann… ich muss es wirklich noch einfacher und verständlicher ausdrucken… Die USA unter Trump haben weniger Interesse daran für die EU den Arsch hinzuhalten, weswegen wir ja auf Befehl mehr rüsten und effizienter werden sollten… EU hat damit reagiert indem sie nun Pesco unterzeichnet haben, was aber auch nicht wirklich im Interesse der USA sein sollte (Stichwort militärische Unabhängigkeit)… weiterhin ging es mir hauptsächlich darum, dass das ganze hier nicht mehr neutral und unabhängig präsentiert wird sondern mit einer Ost-statt-West-Sympathie… nur ist Putin kein Stück besser, nur vielleicht eher beschnitten in seinen Aktionen

    • Sehenswert , wie Nuland hier einfach einen ihr vorgelegten Propagadatext abliest in dem doch , Geld ist entscheidend , die 5 Milliarden Dollar Korruption ausgesprochen wird .

  4. Ein richtig einseitiger Artikel: Ich bin 2006 nach der ersten Revolution in Gastfamilien in Lviv gewesen (Hochburg der Rechtsnationalen) und kann folgendes sagen: Der Kampf für die ukrainische Sprache und Kultur wird seit mehr als 300 Jahre unterdrückt. Und so wie das Pendel in der UdSSR in die eine Richtung russich geschlagen hat, schlägt es jetzt in Richtung ukrainisch zurück.
    Was aber fast alle (ukrainisch- und russischsprachig) einigt: Kampf gegen die Korruption und Vetternwirtschaft. Yanukovitch (der verjagte Präsident) probierte 2005 mit Wahlfälschungen die Wahl zu gewinnen, die orange Revolution folgte. Und 2014 wussten die Ukrainer noch, was 2005 passiert ist!

  5. Die Sache ist nicht so einfach wie im Artikel beschrieben. Zwei Ex-KGB-Überläufer haben vor 1985 in Büchern beschrieben, wie die Sowjetunion sich selbst schwächen werde, damit die Nato untergeht und der Westen abrüstet, während die Russen nicht abrüsten.
    Doch Europa ist reingefallen und hat abgerüstet. Deutschland hatte mal über 2000 Panzer, jetzt noch etwas über 300 und das ist nur ein Beispiel von vielen. Die Schweiz war bis 1991 eine fast uneinnehmbare Festung. Heute ist die Armee nur noch ein Bruchteil der ehemaligen Stärke.
    Ein kommender Weltkrieg findet auf europäischen und asiatischen Boden statt. Ich habe nichts gegen Russen wie auch gegen Amis, doch ich vertraue keinen Regierungen die imperiale Politik betreiben.

  6. Da treiben finstere Leute bei den Kommentaren ihr Unwesen:

    „David Miles“ und „Dominik Kornetzky“ pp. sind erdachte Figuren westlicher Propaganda, die die Allgemeinheit verwirren sollen. Dabei ist die präzise Analys Jungmanns in keinem Punkt ernsthaft angreifbar. Es ist doch unübersehbar, dass derzeit in den USA (trotz Trump) die dummdreisten Falken den Ton angeben, die eisern an ihrem Ziel festhalten, in der Welt jeden Widerspruch gegen ihre Alleinherrschaft auszutilgen.

  7. Die ami kriegstreiber sollten alle mitsamt ihren waffen zurück ins land welches ihre vorfahren den indianern geklaut haben verschwinden und die finger von europa lassen!
    Die längst nicht mehr existenz berechtigte nato-verbrecherbande soll sich auflösen und europa braucht eine reformation von der US unterwanderten EU…

  8. Es ist erschütternd, wie die Kriegsoption bei uns wieder salonfähig wird. Die Politmarionetten und NATO-Funktionäre brauchen ihre Forderungen nicht einmal mehr zu bemänteln und auch die Rekrutierungskampagnen der BW in den Medien mit den Abenteuer-Krieg-Filmchen sind offenbar populär. Die Forderung nach Anpassung von Infrastruktur und Zivilwirtschaft an militärische Erfordernisse sollte eigentlich ausreichend sein, um einen Volksaufstand auszulösen, doch WK II liegt schon zu lange zurück und es wird wohl wieder Zeit auf ein Neues…

  9. Kriegswirtschaft bei der Vetternwirtschaft? Auf jeden Fall wollen die Eliten 7 Milliarden Menschen weniger haben, gell? wie soll man sonst an deren Perlen kommen bei der Finanzlage. lol. Ihr Kriegsdeppen dürft alleine Krämpfen und derweil schaue ich mir das vom Sofa aus an. hehe

  10. Wenn die NATO ca. 900 Mrd.$ für Rüstung aufwendet und Russland ca. 66 Mrd. $ muss man nicht lange überlegen, wer militärisch den dominanten Part hat?! Oder? Wenn Deutschland künftig 2% d. Wirtschaftsleistung in Rüstung investiert, sprechen wir von ca. 80 Mrd.$. Noch Fragen? – Selbst wenn die Zahlen so im Detail nicht stimmen sollten, so machen sie doch deutlich, dass wir gar nicht so bedroht sein können. Ich denke, dass die EU-NATO-Staaten so 150Mrd.$ derzeit für Rüstung ausgeben. Also selbst eine militärische Allianz der Euro-Staaten jetzt schon „nicht ganz hilflos“ potentiellen Gegnern was entgegen setzen könnte.