in Europa

Im Zuge der Euromaidan-Proteste engagierte sich der US-Milliardär und Großinvestor George Soros aktiv daran, die Ukraine politisch umzuformen. Nun wird er wohl 1 Milliarde US-Dollar in das krisengeschüttelte Land investieren. Das könnte ein Gewinn in Millionenhöhe werden.

Soros Rolle in der Ukraine

Als im November 2013 die ersten Ukrainer auf dem Maidan-Platz in Kiew einfanden, um für ein demokratisches, rechtsstaatliches und an die EU-gebundenes politisches System zu demonstrieren, war George Soros längst aktiv geworden. Der Dollar-Milliardär richtete mittels seiner Stiftung das „Ukraine Crisis Media Center“ ein.[1] Dieses Medienzentrum war nicht besonders um eine objektive und ausgewogene Sichtweise der Dinge bemüht. Die offizielle Aufgabe war auch in keinster weise ein Geheimnis.

Es ging dem US-finanzierten Zentrum darum, „die ukrainische Stimme in den internationalen Medien darzustellen“.[2] Unter anderem deswegen steuerte auch die damalige ukrainische Übergangsregierung einen Geldbetrag zur Finanzierung bei.[3]  Viele westliche Journalisten fanden sich täglich zu sogenannten „press-briefings“ im Gebäude des „Ukraine Crisis Media Center“ ein. Durch zahlreiche Pressekonferenzen und Darstellungsweisen hatte es eine wichtige Rolle in der medialen Bewertung des Konflikts. Das ZDF beispielsweise, nannte das Medienzentrum dennoch in seinen Berichten weiterhin „Internationales Medienzentrum“.[4]
Seine „Open Society Stiftung“ ließ zusätzlich im Jahr 2014 9 Millionen US-Dollar in die Ukraine fließen.[5]

Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2014 forderte George Soros dann einen „Marshall-Plan“ für das Land. Am 23. August 2014 bedankte sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei George Soros für dessen „Unterstützung der Ukraine und ihrer demokratischen Entwicklung“; er und Soros sprachen darüber, wie man die Attraktivität des Landes für Investoren erhöhen könne.[6]

In einem Interview mit dem CNN-Gastgeber Fareed Zakaria im vergangenen Jahr betonte Soros, dass er eine gewichtige Rolle in der ukrainischen Revolution gespielt hat[7]:

Zakaria: „Zuerst zur Ukraine, eines der Dinge, die viele Menschen über Sie wissen, war, dass Sie während der Revolutionen von 1989 viele Dissidentenaktivitäten, Menschenrechtsgruppen in Osteuropa, Polen und der Tschechischen Republik finanziert haben. Tun Sie ähnliche Dinge in der Ukraine?“
Soros: „Nun, ich habe eine Stiftung in der Ukraine gegründet, bevor die Ukraine von Russland unabhängig wurde. Und die Stiftung ist seitdem aktiv und spielte eine wichtige Rolle bei den derzeitigen Ereignissen [Anm. d. Autors: den Maidan-Protesten] „.)

Geld verdienen mit der Krise

Nun steckt das Land jedoch in einer tiefen Krise. Das ukrainische BIP schrumpfte im Jahr 2014 um 6,5%. Dennoch sind die Prognosen für das Jahr 2015 deutlich positiver.[8] Wohl auch, weil die ukrainische Regierung wohl Milliardenkredite von westlichen Institutionen bekommen wird, wie zum Beispiel dem Internationalen Währungsfonds. Für einen Investor, ist der Moment günstig. Viele Firmen in der Ukraine sind billig aufzukaufen und auch einige Staatsunternehmen sollen privatisiert werden.[9] Pünktlich verkündet Soros großzügig 1 Milliarde US-Dollar in die Ukraine investieren zu wollen – vornehmlich in „Infrastrukturprojekte und Landwirtschaftsunternehmen“. Jedoch bräuchte das Land mindestens 50 Milliarden US-Dollar Finanzhilfe. Für die verbleibenden 49 Milliarden US-Dollar sollen westliche Institutionen und Staaten aufkommen. Soros sagte, seine Investitionen “sollten einen Gewinn machen”, der wiederum in seine Stiftung fließen soll.[10] Geht man von einer durchschnittlichen Gewinnmarge von 5-10% aus, wären das 50 – 100 Millionen US-Dollar.

George Soros trug also mit seiner „Open Society Foundations“ nicht nur maßgeblich dazu bei, dass den Demonstranten ein Umsturz gelingt, er wird auch einen deutlichen Gewinn aus seinen derzeitigen Geschäften in der Ukraine ziehen. Besonders durch seine engen Kontakt zur neuen Poroschenko-Jazenjuk Regierung.  Erst im Januar diesen Jahres führte er in Kiew mehrere private Gespräche mit der ukrainischen Regierung. Anwesend waren Abgeordnete, Minister und der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk.[11]

Quellen

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ein durchschnittlicher alter Mann mit negativer Ausstrahlung der im Grunde nicht viel ausrichten könnte bekommt mithilfe des Wirtschaftsbetrugssystem und wertlosen Geld fast gottähnliche Macht. Damit wird jede Demokratie add absurdum geführt. Es ist für mich unfassbar das die Menschen so dumm sind.

  2. Ich hätte gern mal einen Bericht zur Ukraine, der sich an Fakten orientiert. Wir hören immer was von Pleite, aber ist das so?
    Offene Anleihen etwas über 50 Milliarden
    http://www.finanzen.net/anleihen/Ukraine-Anleihen
    (Griechenland weist an selber Stelle etwa 370 Mrd. aus)

    Staatsschuldenquote in Rel./BIP bei etwas über 40%.

    So „pleite“ wären viele Länder gern, oder?

    Selbst Kolomoisky sagt, die Ukraine braucht keine Kredite. Wird den Ukrainern – und uns – da nicht bloß was vorgekaspert, eine pseudo – Rechtfertigung um einerseits dem ukrainischen Volk tief in die Tasche zu greifen, andererseits EU – Geld auf Nimmerwiedersehen verschwinden zu lassen?

  3. Dö Ukrainer könnte scher, scher scher schnell uff die Beine komme, muss nur investiert werde. Der hot Technologie, stellt gute Tötungsmaschinen her (Flugzeuge, Bomben usw.). Der Griesche hot gor nischts, user Ziegenkäse und Uzo, und Pleitebanken (der muss seune Tötungsmaschine bei dö deutsche, über überteuert bestelle….).

    Dö Griesche hot fusst dat neunfoche on pro Kopfeinkomme und hot Geld ohne Önde. Dö brucht nur dot Wosserhohn uffzudrehe, do fließt dot Geld nur so reun, aber leider fließt esch durch dö Abfluss wieder russ (hor Probleme mit de Abfluss, isch würde esch repariere……)!

Webmentions

  • Die mangelhafte "#Correctiv"-Recherche zum Fall #Gedeon | filmdenken.de 16. April 2015

    […] Dass eine von Gedeon insinuierte Allianz mit Russland für Deutschland kein Allheilmittel sein muss, kann ich hier nicht ausdiskutieren. Kooperation besteht ja erfreulicherweise nach dem Ende des Kalten Krieges. Nicht wenige Beobachter warnen vor einer Isolation etwa durch den Ukraine-Konflikt; wirtschaftliche Verluste durch anti-russische Sanktionen sind bereits enorm. Es kommt auf Nachweise und Bewertungen an, wie sehr allein die Ukraine-Krise etwa durch Stiftungen von George Soros in Gang gesetzt und/oder verstärkt wurde. […]