in Europa

Im Internetportal „Telepolis“ berichtete Florian Rötzer über den Stand der mh17-Untersuchung. Es wurde im Forum ein kompetent erscheinener Kommentar zum Artikel veröffentlicht. Über den Wahrheitsgehalt der dort getroffenen Aussagen kann ich keine abschließende Bewertung abgeben. Von Georg Lehle

Ein „OckhamOS“ studierte offenbar eingehend den Abschlussbericht des „JIT“ (Joint Investigation Team), welches den Abschuss des Passagierflugzeugs mh17 untersuchte, und gibt auch eine Quellenangabe, wo die JIT-Berichte nachgelesen werden können. Er schreibt:

„Wie auch immer, ich hab mir die Mühe gemacht und mich nochmal durch den Abschlussbericht der Niederländer gekaut. onderzoeksraad.nl

Unter der oben angegebenen Internetseite ist der Abschlussbericht, sowie verschiedene Anlagen veröffentlicht.

Das JIT analysierte 126 Proben nach Sprengstoff-Rückständen. An 30 Proben wurde TNT und RDX und zum Teil PETN festgestellt. Die Rückstände auf die BUK-fremden Sprengstoffe TNT und PETN wären auf die Kämpfe und dem Transport zurückzuführen. Es würde sich um „Verunreinigungen“ handeln. Bei den anderen Proben wurde offenbar gar nichts gefunden. Im JIT-Bericht steht:

„- Abschnitt 2.16.3, zweiter Abschnitt: In 30 der 126 untersuchten Proben wurden außer dem Sprengstoff RDX (aus der BUK) auch die Sprengstoffe TNT und PETN gefunden. Wurde auf „Verunreinigungen“ zurückgeführt. Nicht weiter wichtig, weiterlesen, hier gibts nichts zu sehen. Aber es war (komischerweise) KEINES der BUK-Fragmente verunreinigt.“

Mit „Verunreinigungen“ werden also die zwei gefundenen Sprengstoffarten bezeichnet, die nicht in der BUK-Rakete verbaut sind: TNT und PETN.

Hervorzuheben ist, dass an dem gefundenen BUK-Raketenteil keine Verunreinigung war, sondern nur der Sprengstoff RDX.

„OckhamOS“ hinterfragt kritisch, warum im Körper der Piloten und im Cockpit selber „Verunreinigungen“ gewesen wären:

„(…) die BUK-Fragmente im Pilotenkörper zeigten nur den BUK-Sprengstoff, aber an anderen Stellen im Pilotenkörper und im Cockpit wurden weitere andere Sprengstoffe in Spuren gefunden.“

Diese Darstellung stimmt so nicht. JIT schreibt nicht, dass die Fremdkörper / BUK-Schrapnelle aus den Leichen nach Sprengstoffresten untersucht wurden. JIT schreibt nur von einem (einzigen) BUK-Raketenteil, welches untersucht wurde. Ansonsten wären nur Wrackteile untersucht worden.

„Das waren dann „Verunreinigungen“, während die auch dort befindlichen BUK-Fragmente eben nicht „verunreinigt“ waren. Steht jedenfalls so im Bericht. Fand ich merkwürdig.
Und es wurde nicht im Entferntesten die Möglichkeit diskutiert, dass die BUK-Teile die Verunreinigung darstellen könnten.“

Der telepolis-Kommentator „Russischer Hacker“ lieferte eine mögliche (Teil)-Erklärung für die BUK-fremden Sprengstofffunde:

„mögliche Erklärung:

Die Absturzstelle wurde von der Ukrainischen Armee immer wieder mit Artillerie beschossen.

sputniknews.com

nytimes.com

Kein Wunder dass man dort Spuren von allen möglichen Sprengstoffen finden konnte.

Und wer weiß, ob die Art des Sprengstoffs die einer Buk Rakete zugeordnet wurde, nicht von einer Artilleriegranate stammte.

Auch die Fragemente die man gefunden hat sind derart verformt. Das kann Alles sein.“

Sprengstoffe TNT und PETN passen zum Schadensbild eines Bordkanonen-Einsatzes

– Abschnitt 2.12.2: Schadensbilder der Außenhaut und eines Pilotensitzes ab Figure 15:

Die runden bzw. ovalen Einschusslöcher mit einem ziemlich identischen Querschnitt von 30 mm, die auf mehreren Bildern auftauchen (sehr hübsch in Fig. 32 und 33) wurden nicht gesondert untersucht bzw. identifiziert, da man sich (Abschnitt 3.6.1) schon mal auf die BUK als alleinige Waffe festgelegt hatte. In keinem der Bilder wurde das Fragment der linken Cockpitseite so gezeigt, wie es in …

… dargestellt ist (ist das in Fig. 33 gezeigte Trümmerteil. Warum haben die Bilder keine Messlatte?). In diesem Bild aus anderem Blickwinkel und anderer (besserer) Beleuchtung und Auflösung erkennt man SEHR deutlich 5 (FÜNF!) fast identische schräge ovale Einschusslöcher in fast konstantem Abstand mit ca. 30 mm Querschnitt (von links oben nach rechts unten auf fast einer Linie verlaufend – gekrümmte Oberfläche).

Kann jeder, der die Augen aufbekommt, für sich feststellen, ob das nach einer Garbe aussieht. Für so eine zielsichere Garbe müßte die Waffe (Maschinenkanone Kaliber 30 mm) aus einem mit fast gleicher Geschwindigkeit fliegenden Flugzeug von hinten unten oder hinten oben kommend abgefeuert werden.

Und diese Maschinenkanonen arbeiten mit anderen Patronenladungen -TNT und PETN. Die Geschosse haben eine so hohe Geschwindigkeit (und Energie) und Form, dass sie – anders als die Schrapnelle, die im Pilotenkörper stecken bleiben Fig.37 ! – durchschlagen – es können also nur Reste, Splitter, Abrieb (gleiches Metall wie die Schrapnelle?) und eben die Schmauchspuren anderer Sprengstoffe nachgewiesen werden. Und tatsächlich lassen sich einigermaßen runde Durchschüsse auch im Pilotensitz (aus sehr festem Metall) finden, Fig. 24, 26. Explosivgeschosse sind von dieser Betrachtung nicht ganz erfasst, sie explodieren nämlich nicht bei der Oberflächenberührung, sondern µs später im Inneren und würden kleine Splitter hinterlassen – aus einem ähnlichen Metall wie die Schrapnelle.

Der Report schließt das von vornherein aus und nimmt als diskutierte Möglichkeit ein von vorn kommendes Flugzeug (Abschnitt 3.6), was natürlich durch die irrsinnig hohe Relativgeschwindigkeit keine Schussgenauigkeit haben kann und deshalb kaum Treffer erzielen wird (womit der geneigte Leser gleich von vornherein in eine bestimmte Richtung gelenkt wird, nämlich dass es kein Flugzeug gewesen sein kann – naja, wers mit sich machen lässt).

Diese Geschosse würden mit Sicherheit das Cockpit durchschlagen und die Crew töten – aber womöglich nicht das Flugzeug strukturell so zerstören, dass es zerbricht. Das kann eigentlich wohl nur durch Raketenschrapnells mit großflächiger Zerstörung und die Druckwelle passieren. Und die würden dann womöglich auch Beschusspuren unkenntlich machen – aber wohl nicht ganz, wenn man die Augen aufmacht.

Natürlich wurden keine ausführlichen Vergleiche der Schrapnelltypen von Luft-Luft-Raketen angestellt – nur eine ausgewählte Liste von „typisch in der Region verwendeten“ (Table 14), die alle keine solchen Schrapnelle erzeugen. Aber sehr ausführlich wurden alle anderen Abschüsse in der Region bei den militärischen Auseinandersetzungen gelistet. Wieder so eine Nebelkerze?

Und wieder der Hinweis, „ein anderes Flugzeug hätte man im Radar gesehen“ (s. 128) – aber Radardaten lagen noch nicht vor….

Schadensbild in Außenhaut passt nicht zu BUK 1-Schrappnellen „Schmetterling“ („Bow-tie shaped“)

„Wobei mir jetzt eben beim Lesen im Bericht erst auffiel, dass nicht ein einziges Foto einer dieser sehr charakteristischen Stanzspuren eines typischen BUK-Fragments in der Außenhülle des Flugzeugs gezeigt wurde („bow-tie shaped“, 14×14 mm²) – das wäre für mich der „rauchende Colt“. Auch für die Ermittler, also gehe ich davon aus, dass so etwas nicht gefunden wurde. Was nicht heißt, dass so etwas nicht vorhanden war – nur eben nicht gefunden. Und solche Stanzspuren entstehen eben nur zufällig, nicht zwangsläufig.!

Der BUK-Raketenkopf besteht aus ca. 6.000 Schrapnellen. Es gab insgesamt 800 Einschläge („over 800 hits are estimated“) im Flugzeug. Es gibt in den JIT-Berichten keine einzige Aufnahme eines typischen schmetterling-förmigen Einschlagloches! Dafür gibt es ein Foto eines Schmetterling-Schrapnelles. Quelle ist der ukrainische Geheimdienst. Insgesamt wurden nur vier (!) Schrapnelle gefunden, die zu einer BUK-Rakete passen.

Der BUK-Raketenhersteller Almaz-Anley ließ eine baugleiche Rakete an einem Cockpit explodieren. Das Schadensbild mit den typischen schmetterlings-förmigen Stanzmarken unterscheidet sich deutlich, genauso wie die Funde vieler schmetterlingsförmiger Schrappnelle, vom Schadensbild der Außenhaut von mh17.

Quelle: sputnik

Auswertung des Stimmenaufzeichnung

„Aber bestimmte Ungenauigkeiten lassen sich auch als Manipulationsversuche bewerten. Dafür ein Beispiel:

Auf Seite 46 zeigt ein Schaubild die Aufzeichnung der letzten Millisekunden der 4 Mikrofone im Cockpit (Cockpit Voice Recorder CVR, Figure 9). Im entfernteren Text wurde bereits beschrieben, dass der Beschuss zum sofortigen Ausfall der Stromversorgung führte (bei der Begründung, warum die Sauerstoffmasken nicht auslösten, Abschnitt 2.18.2) und beim Ausfall der Stromversorgung der Flugdatenrecorder und der Audiorecorder unmittelbar keine Aufzeichnung mehr vornehmen.

Die Merkwürdigkeiten sind jetzt:

  1. Zwei sehr laute Schallsignale mit 20 msec Abstand direkt vor dem Aufzeichnungsabbruch. (nebenbei bemerkt ist das der Abstand zwischen zwei Schüssen der Maschinenkanone einer SU25 . Man möchte schon mal da reinhören, um sich selbst einen Eindruck machen zu können, was das für ein Ton war (die Zusammenfassung schreibt, dass keine „relevanten Gespräche zu Warnungen oder Vorkommnissen“ zu hören sind – ja und? Das andere?), auch weil die Diagramme kaum eine fundierte Analyse zulassen – die Ausschnitte blenden die wichtigen Zeitsignale fast komplett aus. Und aus den Zeitdifferenzen der Signale läßt sich sogar relativ exakt messen, WO das Schallereignis links, rechts oder mittig im Cockpit stattfand (1 msec entspricht ca 35 cm Laufweg in Luft) – merkwürdig nur: diese Untersuchung wurde nicht erläutert – nicht gemacht? Dann sollte man jemanden an den Ohren ziehen…
  2. Etwa 10 msec nach dem 2 Schallereignis fallen der CVR bzw. DREI der Mikrofone direkt elektrisch aus („fade out“ als Fachausdruck unter Akustikern), nur das 4. Mikro (OBS) zeichnet 40 msec nach dem 2. Ereignis noch einmal ein drittes Schallsignal auf, das nicht im Bericht erwähnt und bewertet wird. Wieso lief dieses 30 msec länger, wenn doch alle am gleichen Stromkreis hingen (das ist anders nicht erläutert, oder hat der CVR eine Stützbatterie?) und den gleichen einzigen CVR bedienten? Wird leider nicht erklärt und ist wirklich SEHR seltsam. Wenn ich selbstverständlich davon ausgehe, dass die Signalaufzeichnungen nicht manipuliert sind – was also ist die Ursache? Erklärungen werden nicht geboten.

Für die These einer Manipulation der Stimmenrekorder spricht, dass ein toten Passagier mit einer Sauerstoffmaske gefunden wurde. Das spricht dafür, dass der Stromausfall nicht so abrupt vonstatten ging, wie das JIT ihn beschreibt.

Quelle: Friedensblick.de

ANZEIGE

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ich danke den Autoren, dass sie nicht locker lassen. Der Beitrag zeigt ganz deutlich die vielen Ungereimtheiten des offiziellen Berichts. Was von solchen Kommissionsberichten zu halten ist, wissen wir doch alle sseit Kennedys Ermorderung und 9/11! Von daher wissen wir auch, dass keine Fehlinformation dumm genug sein kann als dass sie von den gekauften Experten verwendet werden würde.

    Wie beispielsweise soll eine BUK-Rakete 5 sauber in Reihe liegende Einschusslöcher verursacht haben. Das kann nur die Salve eines Geschützes tun, hier eines Bordgeschützes eines Angreifers.